Klare Steigerung für Bredlinger in Istanbul

Caroline Bredlinger hat für die Aufsehen erregende Leistung des österreichischen Teams bei den Balkan-Hallenmeisterschaften in Istanbul gesorgt und ihre 800m-Bestzeit um über zwei Sekunden gesteigert. Für Kevin Kamenschak verlief es dagegen nicht nach Wunsch.

© ÖLV / Evren Kalinbacak

In einem riesigen Feld von zwölf Läuferinnen auf der Indoor-Bahn der Ataköy Athletics Arena in der türkischen Metropole erwischte Caroline Bredlinger (LT Bgld Eisenstadt) glücklicherweise einen störungsfreien Start und kam gut in ein Rennen, das sich perfekt entwickelte. In der zweiten Hälfte übernahm sie selbst die Initiative und in der letzten Runde sogar die Führung. Zwar verlor sie den Spurt um die Goldmedaille gegen die Kroatin Nina Vukovic um die Winzigkeit einer Hundertstelsekunde, doch mit einer Zeit von 2:01,76 Minuten war der zweite Platz mehr als nur ein großer Erfolg. „Aus den letzten Wettkämpfen habe ich mitgenommen, mutiger anzulaufen und auch auf der dritten Runde nicht an Tempo zu verlieren. Es ist alles gut aufgegangen, aber die 2:01 haben mich echt überrascht“, freute sich die 22-Jährige, die im letzten Jahr an selber Stelle Bronze gewonnen hatte. Bredlinger – „Es ist zwar bitter, so knapp zu verlieren, aber mit dieser Zeit nehme ich gerne auch Silber!“ – blieb über zwei Sekunden unter ihrer zu Saisonbeginn in Luxemburg aufgestellten 800m-Bestleistung. Nur Stephanie Graf ist in der Geschichte des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (ÖLV) jemals in der Halle schneller gelaufen als Bredlinger, nicht einmal Olympia-Medaillengewinnerin Theresia Kiesl. Hallen- und Freiluftrennen addiert ist Bredlinger nun vor Karoline Käfer auf Platz fünf der ewigen heimischen Bestenliste. Mit den üppigen Zusatzpunkten für die länderübergreifende Regionalmeisterschaft hat die Burgenländerin nun ein ganz schwergewichtiges Ergebnis für die Weltrangliste hinblicklich der Europameisterschaften im Frühsommer in Rom auf dem Konto.

Kamenschak enttäuscht und selbstkritisch

Bredlingers Erfolg war das herausragende Ergebnis für das kleine ÖLV-Team in Istanbul. Kevin Kamenschak (ATSV Linz LA) startete als Mitfavorit in den 1.500m-Lauf der Männer, musste sich am Ende aber mit dem vierten Platz begnügen und verpasste damit eine gute Gelegenheit, einer satten Punkteausbeute für die Weltrangliste. Der junge Linzer sparte nicht mit Selbstkritik, nachdem er zwischenzeitlich an der Spitze lag und in der Schlussphase vom armenischen Sieger Yervand Mkrtchyan und zwei anderen Mitstreitern überrumpelt worden war: „Heute habe ich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Darum bin ich auch sehr unzufrieden mit mir und hoffe es, bei den nächsten Rennen wieder besser zu machen.“

Bei den Frauen erreichte Marie Glaser (Leichtathletik Akademie Eisenstadt) den achten Platz, Fabio Fister (DSG Maria Elend) kam im B-Lauf über 800m dritten Platz. Favoritensiege gab es durch 3.000m-Hindernislauf-Siegerin Luiza Gega im 1.500m-Lauf der Frauen und dem zweifachen Peuerbach-Sieger Elzan Bibic im 3.000m-Lauf der Männer.

Ergebnisse der Balkan-Hallenmeisterschaften 2024 (Auswahl)

800m-Lauf der Frauen

Gold: Nina Vukovic (CRO) 2:01,75 Minuten
Silber: Carolina Bredlinger (AUT) 2:01,76 Minuten
Bronze: Veronika Sadek (SLO) 2:03,40 Minuten

  1. Dilek Kocak (TUR) 2:03,40 Minuten
  2. Stavri Filippou (CYP) 2:05,28 Minuten
  3. Georgia-Maria Despollari (GRE) 2:06,49 Minuten

1.500m-Lauf der Frauen

Gold: Luiza Gega (ALB) 4:15,84 Minuten

  1. Marie Glaser (AUT) 4:36,76 Minuten

1.500m-Lauf der Männer

Gold: Yervand Mkrtchyan (ARM) 3:44,55 Minuten
Silber: Mehmet Celik (TUR) 3:44,87 Minuten
Bronze: Abdurrahman Gediklioglu (TUR) 3:45,67 Minuten

  1. Kevin Kamenschak (AUT) 3:46,71 Minuten

Österreichischer Leichtathletik-Verband

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