Peter Bol unter Dopingverdacht

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Der australische 800m-Spezialist Peter Bol ist seit Anfang des Jahres von der Ausübung seines Sports suspendiert. Das gab der Australische Leichtathletik-Verband (Athletics Australia) am heutigen Freitag auf seiner Website bekannt. Die australischen Anti-Doping-Behörden hätten den 28-jährigen Athleten demnach vor zehn Tagen informiert, dass bei seiner Out-of-Competition-Dopingkontrolle im vergangenen Herbst Hinweise auf EPO-Missbrauch festgestellt wurden. „Wir arbeiten hart daran, dass die Leichtathletik in Australien ein sauberer und fairer Sport für alle Athleten ist. Daher sind wir Partner von Sport Integrity Australia und der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Wir verurteilen Doping im Sport und unterstützen effektive Testprotokolle“, sagt Peter Bromley, CEO von Athletics Australia, in einem Statement. Den konkreten Fall wolle er noch nicht kommentieren, da die Ermittlungen noch laufen und Peter Bol die Möglichkeit habe, die Öffnung der B-Probe zu beantragen, was dieser getan hat.

Bol hofft auf Entlastung

Der Athlet startete unterdessen auf seiner Instagram-Seite einen Aufruf an alle Australierinnen und Australier, ihm zu glauben, dass er unschuldig sei und keine verbotene Substanz zu sich genommen hätte. Die Mitteilung des Analyseergebnisses sei für ihn ein Schock gewesen, er habe sofort freiwillig alle privaten technischen Geräte den Ermittlern von Sport Integrity Australia übergeben. „Meine Karriere ist zumindest für die nächsten Wochen nicht im Gleichgewicht, aber ich bleibe hoffnungsvoll, dass die Öffnung der B-Probe mich entlastet“, schreibt er. Bestätigt die B-Probe das Ergebnis der A-Probe, droht Australiens bestem 800m-Läufer eine vierjährige Sperre.

Olympia-Vierter von Tokio

Peter Bol ist der aktuelle australische Rekordhalter im 800m-Lauf. Seine bisher beste Zeit erzielte er 2022 beim Diamond-League-Meeting in Paris in 1:44,00 Minuten. Seinen internationalen Durchbruch schaffte der Australier, der mit seiner Familie als Kind vom Bürgerkrieg im Sudan geflüchtet ist und in der westaustralischen Metropole Perth ein neues Leben begann, im Jahr 2021, das für ihn mit einer Siegesserie auf heimischem Boden begann. Als erster Australier seit den Olympischen Spielen 1968 von Mexiko erreichte er in Tokio das Olympische Finale und blieb als Vierter nur knapp hinter den Medaillenrängen zurück. 2022 erreichte er das WM-Finale von Eugene, wo er als Siebter ins Ziel kam, und gewann die Silbermedaille bei den Commonwealth Games von Birmingham. Anschließend beendete er seine Freiluft-Saison bereits im August.

Wangari bereits zum zweiten Mal suspendiert

Bereits zum zweiten Mal vorläufig suspendiert wurde der kenianische Halbmarathonläufer James Wangari, der aus seiner ersten Dopingsperre, die 2017 für vier Jahre wegen Testosteron-Gebrauchs ausgesprochen worden ist, noch nicht wieder auf die internationale Wettkampfbühne zurückgekehrt ist. Laut einer Aussendung der Athletics Integrity Unit (AIU) steht der 28-Jährige unter Verdacht, die verbotene Substanz Nandrolon eingenommen zu haben. Bewahrheiten sich die Anschuldigungen, droht Wangari eine lange Dopingsperre.