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Es sind große Schlagzeilen, mit denen der Fukuoka Marathon sein Comeback auf der internationalen Marathon-Bühne gegeben hat, was streng genommen kein Comeback, sondern eine erfolgreiche Wiederbelebungsmaßnahme war. Denn eigentlich hätte die reichhaltige, bis in die Nachkriegszeit zurückreichende Historie des Fukuoka International Marathon Championships, oft einfach Fukuoka Marathon genannt, im Jahr 2021 enden sollen, weil sich reine Eliteläufe für Marathonläufer in der heutigen Zeit nicht mehr rentieren. Und freilich gegen die Entwicklung der Laufszene gehen. Doch die dramatische Geschichte des Fukuoka Marathon mit seinem außergewöhnlichen Standing in der Marathon-Historie hatte ein erfreuliches Ende. Mit Unterstützung der regionalen Politik und des Japanischen Leichtathletik-Verbandes (JAAF) wurde Mitte März verkündet, dass der Fukuoka Marathon an seinem traditionellen Dezember-Termin seine Fortsetzung findet.

Vize-Europameister schlägt Kenianer

Maru Teferi, am 15. August in München de facto bereits Europameister, als er vom furiosen Finish von Richard Ringer noch wenige Meter vor der Ziellinie abgefangen wurde und sich mit der Silbermedaille zufrieden geben musste, ist der erste israelische Sieger des Fukuoka Marathon und nach der Wiederöffnung der japanischen Grenzen für Einreisende aus dem Ausland der erste nicht in Japan lebende Sieger seit 2017. Seine Siegerzeit ist auch die schnellste seit damals, als der Norweger Sondre Nordstad Moen einen mittlerweile mehrfach gesteigerten Europarekord von 2:05:48 Stunden markiert hat. In einer Zeit von 2:06:43 Stunden verbesserte der 30-Jährige seinen eigenen israelischen Landesrekord um 15 Sekunden. Damit setzte er sich vor dem kenianischen Debütanten Vincent Raimoi (2:07:01) und dem seit vielen Jahren in Japan lebenden Kenianer und Vorjahressieger Michael Githae durch, der immerhin eine persönliche Bestleistung von 2:07:28 Stunden erzielte. Bei windigen Bedingungen vor allen Dingen in der entscheidenden Marathon-Phase konnte der ehemalige Doppel-Weltmeister Abel Kirui nicht ganz mithalten und wurde Fünfter.

Australische Legende verliert seinen Rekord

Knapp abseits des Siegerfotos der Top-Drei spielte sich die zweite historische Leistung des Tages ab. Ausgerechnet an jenem Ort, an dem die australische Marathon-Legende Rob de Castella eine seiner wichtigsten Marathon-Leistungen abgeliefert hat, hat er nun seinen 36 Jahre alten australischen Landesrekord verloren. De Castella, der 1981 in Fukuoka gewann und damals in einer Zeit von 2:08:18 Stunden eine fast drei Jahre gültige Weltbestleistung im Marathon aufgestellt hatte, war 1986 in Boston eine Zeit von 2:07:51 Stunden gelaufen. Am vergangenen Sonntag verbesserte Brett Robinson diesen australischen Rekord um 20 Sekunden auf eine Zeit von 2:07:31 Stunden, gleichbedeutend mit dem neuen ozeanischen Kontinentalrekord. Der 31-jährige Robinson ist der einzige Australier, der jemals einen Halbmarathon unter einer Stunde geschafft hat. Er bestritt in Fukuoka seinen sechsten Marathon. Erst vor zwei Monaten war er in London erstmals unter 2:10 Stunden geblieben. De Castella, der die Marathon-Szene nach wie vor intensiv verfolgt, war einer der großen internationalen Fürsprecher, den Fukuoka Marathon und damit auch das Erbe dieser Veranstaltung zu retten.

Übrigens fiel am selben Tag auch der australische Marathonrekord der Frauen durch Sinead Diver in Valencia (siehe RunAustria-Bericht)

Ergebnis Fukuoka Marathon 2022

  1. Maru Teferi (ISR) 2:06:43 Stunden *
  2. Vincent Raimoi (KEN) 2:07:01 Stunden **
  3. Michael Githae (KEN) 2:07:28 Stunden ***
  4. Brett Robinson (AUS) 2:07:31 Stunden ****
  5. Abel Kirui (KEN) 2:07:38 Stunden
  6. James Rungaru (KEN) 2:08:21 Stunden ***
  7. Kiyohito Akiyama (JPN) 2:08:43 Stunden ***
  8. Minato Oishi (JPN) 2:09:08 Stunden
  9. Kazuma Kubo (JPN) 2:09:19 Stunden

* neuer israelischer Landesrekord
** Marathon-Debüt
*** neue persönliche Bestleistung
**** neuer australischer Landesrekord
und ozeanischer Kontinentalrekord

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