Rückkehr des Marathonfestes in Athen

Am historischen Ursprung des Marathonlaufs, sowohl im Sinne der historischen Überlieferung der Legende von Pheidippides als auch in der Realisierung des innovativen Marathonlaufs von Marathon nach Athen im Zuge der ersten Olympischen Spiele der Moderne, hat das Laufen eine feierliche Rückkehr in alte Dimensionen nach der Pandemie-Pause erlebt. Über 10.000 Marathon-Begeisterte erreichten das alt ehrwürdige Panathinaiko-Stadion der griechischen Hauptstadt.

Das Panathinaiko Stadion beim Athen Marathon 2015. © SIP / Johannes Langer

Mit den 12.608 angekündigten Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Marathon auf der historisch-legendären Laufstrecke vom Städtchen Marathon in die Metropole erreichte der Athen Marathon zwar nicht die Dimensionen der Jahre vor Pandemiebeginn, als die im vergangenen Jahrzehnt rasant wachsende Veranstaltung bis zu 17.000 Anmeldungen alleine für die Marathon-Distanz registrierte, feierte aber dennoch eine stimmungsvolle Rückkehr des Laufens im Rahmen eines Lauffesttages.

Mit Rückenwind aus Wien zum Sieg in Athen

Ostafrikanische Elite war in diesem Jahr wie schon 2021 und auch 2015 keine eingeladen, was Heimsiege ermöglichte. Als Erster errichte Charalampos Pitsolidis, der im Frühjahr beim Vienna City Marathon seine persönliche Bestleistung erzielt hatte, das Ziel nach 2:23:44 Stunden, gut eine Minute später folgte Vorjahressieger Konstantinos Gkelaouzos und mit knapp zwei Minuten Rückstand wurde Konstantinos Stamoulis Dritter. Aufgrund der hügligen Landschaft rund um Athen gilt die Marathon-Strecke des Athen Marathon als äußerst anspruchsvoll, hier wurde noch nie unter 2:10 (Männer) und 2:30 (Frauen) Stunden gelaufen. Siegerin bei den Läuferinnen war Vasiliki Konstaninopoulou in einer Zeit von 2:46:01 Minuten, die damit die dritte griechische Siegerin in Folge beim Athen Marathon ist. Hinter ihr folgten Aikaterini Asimakopoulou und Ourania Rempouli ins Ziel. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen wurde eine historisch langsame Siegerzeit erzielt: Im Männerrennen war es die höchste Siegerzeit seit 1997, bei den Frauen seit 2015.

Rückkehr zweier spanischer Legenden

Zurückgekehrt an die Stätte eines eindrucksvollen Erfolg sind auch die beiden spanischen Marathon-Legenden Abel Anton und Martin Fiz. Vor 25 Jahren feierten die beiden beim WM-Marathon in Athen einen Doppelsieg. Fiz war damals als Titelverteidiger am Start, Anton wiederholte seinen WM-Titel zwei Jahre später im heimischen Sevilla. Fiz konnte aus gesundheitlichen Gründen den diesjährigen Athen Marathon nicht bestreiten, er begleitete aber seinen ehemaligen Mitstreiter auf den letzten Metern ins Ziel. Zeit ihrer Karriere wurden die beiden spanischen Marathon-Stars des letzten Jahrzehnts des vergangenen Jahrhunderts von Doping-Anschuldigungen begleitet. An diesem Wochenende stand aber die feierliche Erinnerung an das WM-Rennen vor einem Vierteljahrhundert im Vordergrund.

Im Rahmen des 39. Athen Marathon, der für sich das Etikett „authentischer Marathon“ beansprucht, fanden auch in 10km- und ein 5km-Straßenlauf statt. Über 10 Kilometer finishten über 9.000 Läuferinnen und Läufer, auf der halben Distanz waren es knapp 12.000.

Ergebnisse Athen Marathon 2022

Männer

  1. Charalampos Pitsolis (GRE) 2:23:44 Stunden
  2. Konstantinos Gkelaouzos (GRE) 2:24:45 Stunden
  3. Konstantinos Stamoulis (GRE) 2:25:37 Stunden
  4. Panagiotis Karaiskos (GRE) 2:26:28 Stunden
  5. Panagiotis Bourikas (GRE) 2:27:00 Stunden

Frauen

  1. Vasiliki Konstantinopoulou (GRE) 2:46:01 Stunden
  2. Aikaterini Asimakopoulou (GRE) 2:50:25 Stunden
  3. Ourania Rempouli (GRE) 2:50:42 Stunden
  4. Laura Guzely-Blatnik (SLO) 2:50:49 Stunden
  5. Foteini Dagkli-Pagkoto (GRE) 2:52:46 Stunden

Athen Marathon