Duell der Schnellsten auf kanadischem Boden

© Unsplash / Sandro Schuh

Nach drei Jahren Pandemie bedingter Pause kehrt der Toronto Waterfront Marathon, Kanadas bedeutendster Marathon, zurück auf die reale Bühne und wartet im Frauen-Rennen mit einem besonderen Duell auf. Es treffen nämlich jene beiden Läuferinnen aufeinander, die für die beiden schnellsten Marathonzeiten, die je auf kanadischem Boden erzielt worden sind, verantwortlich sind: Magdalyne Masai aus Kenia, die als Siegerin vor drei Jahren in einer Zeit von 2:22:16 Stunden gewissermaßen die Titelverteidigerin ist, und Gelete Burka aus Äthiopien, die 2018 beim Ottawa Marathon eine Zeit von 2:22:17 Stunden erreicht hatte. Den diesjährigen Ottawa Marathon musste der 36-jährige Routinier kurzerhand streichen, da sie kein Visum für die Einreise bekommen hatte. Die beiden führen ein durchaus starkes Elitefeld der Frauen an, das um eine Siegesprämie von 25.000 kanadische Dollar (das entspricht rund 18.500 Euro) kämpft.

RunAustria-Tipp: Der Livestream des Toronto Marathon ist auf diversen Plattformen verfügbar, u.a. auf der Veranstaltungshomepage und dem YouTube-Kanal der Canada Running Series.

Für Masai ist es der erste Auftritt auf der Wettkampfbühne seit ihrem damaligen Erfolg. In der Zwischenzeit wurden sie und ihr Partner, der neuseeländische Marathonläufer Jake Robertson, der wenige Stunden zuvor am Amsterdam Marathon teilnehmen wird (siehe RunAustria-Bericht), Eltern eines Jungen. Die Kenianerin Ruth Chebitok, in Toronto bereits zweimal unter den Top-Sechs und im Frühjahr Zweite beim Vienna City Marathon, sowie die Äthiopierin Bedatu Hirpa, bereits Dritte bei Marathons in Dubai und Frankfurt, komplettieren das internationale Elitefeld der Frauen.

Gut besetzte nationale Meisterschaften

Spannung verspricht auch der Kampf um den kanadischen Meistertitel im Marathon, zumal der erst beim Berlin Marathon vor drei Wochen von Natasha Wodak auf eine Zeit von 2:23:12 Stunden verbesserte kanadische Rekord erstmals auf dem Prüfstand steht. Ihre Vorgängerin Malindi Elmore, bereits 42 Jahre alt, aber als 41-Jährige Olympia-Neunte in Sapporo, würde sich den Rekord gerne zurückholen und die prognostizierten Wetterbedingungen in Kombination mit der bekannt schnellen Strecke in der südkanadischen Metropole könnten den Rahmen für ein schnelles Rennen bilden. Dayna Pidhoresky, 2019 in persönlicher Bestleistung als Zehnte beste Kanadierin, und Sasha Gollish sind die Herausforderinnen Elmores im Kampf um die Medaillen bei den nationalen Meisterschaften.

Duell Kenia gegen Äthiopien in Abwesenheit des Titelverteidigers

Bei den Männern ist der Star des Events leider kurzfristig ausgefallen. Der dreifache Toronto-Sieger Philemon Rono musste aufgrund einer Wadenverletzung seine Reise nach Kanada absagen. Dennoch ist die keniansch-äthiopische Spitze stark. Barselius Kipyego, Vierter des Paris Marathon 2021, Felix Kandie, 2018 bereits Dritter in Toronto, und Felix Kibitok, Fünfter des diesjährigen Barcelona Marathon, sind die stärksten Kenianer, Yigunilign Adane und Kebede Wami die stärksten Äthiopier. Adane ist der Sieger des diesjährigen Barcelona Marathon und Trainingspartner von Leul Gebresilase, zuletzt Zweiter beim London Marathon, Wami hat bei seinen letzten drei Marathon jeweils eine Zeit von 2:06 Stunden erreicht. „Der Sieg in Barcelona hat mir eine Menge Selbstvertrauen gegeben“, merkt Adane an. Seit 2013 hat kein äthiopischer Läufer mehr die bedeutendste Laufveranstaltung Kanadas für sich entscheiden können.

Kipyego, der unter dem aktuell sehr erfolgreichen Trainer Claudio Berardelli im Teamcamp in Kapsabet trainiert, zeigte sich im Vorfeld sehr überzeugt von seinen Chancen: „Ich bin hier, um das Rennen zu gewinnen und den Streckenrekord zu brechen. In einer gelungenen Vorbereitung absolvierte er wöchentlich rund 180 Kilometer auf einer Meereshöhe von 2.000m, sein Körper sprach gut auf die Strapazen im Training an, wurde der 29-Jährige vom Veranstalter in einer Aussendung zitiert.

Im Rennen um den kanadischen Meistertitel zeichnet sich ein Duell zwischen Titelverteidiger Trevor Hofbauer, der in Toronto 2019 das bisher einzige Mal unter 2:10 Stunden geblieben ist und sich damit für die Olympischen Spiele qualifiziert hat, und WM-Teilnehmer Rory Linkletter, der den kanadischen Halbmarathon-Rekord hält, ab.

Neue starke Partner

Rund 20.000 Läuferinnen und Läufer aus über 70 Nationen werden an der 33. Auflage des Toronto Waterfront Marathon teilnehmen. Neuer Hauptsponsor des Events sind die Tata Consultancy Services, die nach dem New York City Marathon auch beim London Marathon und Amsterdam Marathon eingestiegen sind. Mit ASICS hat der Toronto Waterfront Marathon einen weiteren potenten Partner an Land gezogen.

TCS Toronto Waterfront Marathon