Drei Länder Marathon setzt Fokus auf Streckenrekorde

Ein Event, drei Länder – das ist das Motto des Drei Länder Marathon mit Ziel in Bregenz, für dessen Hauptbewerbe rund 5.000 Aktive gemeldet haben. Bei der größten Herbst-Laufveranstaltung im Westen Österreichs, die die drei an den Bodensee angrenzenden Länder allesamt einbezieht, sollen in diesem Jahr die Streckenrekorde in der Hauptdisziplin fallen.

© Drei Länder Marathon / Heidegger

Ein erster wichtiger Schritt, um diese hohen Ambitionen zu verfolgen, war eine kräftige Erhöhung des Preisgeldes auf maximal 16.000 Euro pro Geschlecht, die der Veranstalter bei entsprechenden Leistungen ausbezahlt und die auch ein kräftiges Argument für Läuferinnen und Läufer, die schnell laufen wollen, darstellen. Dass der Sparkasse Drei Länder Marathon allerdings so tief in die Tasche greifen wird müssen, ist äußerst unwahrscheinlich – denn die vollen Prämien werden nur bei Siegerleistungen unter 2:06 Stunden und unter 2:19 Stunden ausbezahlt. Da lässt sich selbst bei Österreichs wichtigster und international bedeutendster Laufveranstaltung, dem Vienna City Marathon mit einem Blick in die Siegerlisten feststellen, dass solche Marken in Österreich selten (Männer) bis gar nie (Frauen) gelaufen wurden. Um neue Streckenrekorde beim Marathon von Lindau in Bayern nach Bregenz in Vorarlberg zu knacken, sind diese internationalen Topzeiten auch gar nicht notwendig – die Streckenrekorde liegen bei Zeiten von 2:11:21 Stunden (Mariko Kiplagat, 2011) und Esther Macharia (2:30:50, 2013).

RunAustria-Tipp: Der Sparkasse Drei Länder Marathon wird am Sonntag ab 10:15 Uhr im Livestream übertragen, verfügbar u.a. auf der Veranstaltungswebsite.

Website Drei Länder Marathon

Etliche Topresultate in jüngeren Jahren für Chemlany

In den letzten Tagen ist dem Veranstalter sogar geglückt, einen international arrivierten Marathonläufer in die Bodenseeregion zu locken. Stephen Chemlany aus Kenia, der laut Aussendung des Veranstalters zurzeit in der Schweiz lebt, ist freilich schon 40 Jahre alt und sein letzter Marathon ist bereits drei Jahre her – was große Fragezeichen über seine Leistungsfähigkeit schweben lässt. Doch der Kenianer war auch in der zweiten 30er-Hälfte noch zu erstaunlich guten Leistungen in der Lage. Sein letzter Marathon war sein bisher schnellster, die Zeit von 2:06:22 Stunden reichte beim Lissabon Marathon 2019 zu Platz drei. In den Jahren davor gelangen ebenfalls dritte Plätze in Peking, Prag und Paris – also bei renommierten Marathonläufen, seine zweitschnellste Marathonzeit erzielte er 2014 in Seoul als Zweiter. Diese Leistung war damals Basis dafür, dass Chemlany für die Commonwealth Games 2014 nominiert wurde und dort die Silbermedaille gewann. 2011 war Chemlany sogar Zweiter beim Berlin Marathon.

Vorjahressieger Kosgei heimischer Topläufer

Die kenianische Spitzengruppe komplettieren Ezekiel Koech, Samuel Lomoi und David Romo. Koech hat im vergangenen Herbst den Linz Marathon in einer Zeit von 2:09:43 Stunden gewonnen und war im Mai beim Luxemburg Nachmarathon der Schnellste. Auch Lomoi ist bereits unter 2:10 Stunden gelaufen und zwar als Zweiter des Florenz Marathon im vergangenen November. Dazu leuchten auf seiner Visitenkarte Siege beim Padua Marathon 2019 und beim Münster Marathon 2021 auf. Rono feiert sein Marathon-Debüt.

Rennleiter Günter Ernst ist optimistisch, dass sich aufgrund des vergleichbaren Leistungsniveaus zwischen den Athleten an der Spitze des Feldes ein homogenes Rennen in schnellem Schritt ergibt. Auch ein heimischer Athlet hofft auf ein schnelles Rennen, angesichts der Konkurrenz sind die Möglichkeiten von Isaac Toroitich Kosgei (TGW Zehnkampf Union) auf eine Wiederholung seines Vorjahressiegs allerdings gering. Der seit vielen Jahren in Linz lebende Kenianer lief im Mai beim Salzburg Marathon zu Platz zwei und damit auch zur Silbermedaille in der Staatsmeisterschaftswertung.

Topläufer & Topläuferinnen beim Drei Länder Marathon 2022

  • Stephen Chemlany (KEN) – PB: 2:06:22 Stunden
  • Ezekiel Koech (KEN) – PB: 2:09:43 Stunden
  • Samuel Lomoi (KEN) – PB: 2:09:54 Stunden
  • Benard Kipkorir (KEN)) – PB: 2:14:22 Stunden
  • Isaac Toroitich Kosgei (KEN) – PB: 2:19:21 Stunden
  • David Rono (KEN) – Debüt
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  • Aynalem Kassahun (ETH) – PB: 2:26:12 Stunden
  • Mercy Kwambau (KEN) – PB: 2:27:32 Stunden
  • Magersa Hawi (ETH) – PB: 2:38:00 Stunden

Zwei Läuferinnen mit Bestleistung unter 2:30 Stunden

Bei den Frauen sollen eine Äthiopierin und eine Kenianerin für ein schnelles Rennen Richtung Streckenrekord sorgen. Die 28-jährige Aynalem Kassahun hat 2015 den Barcelona Marathon gewonnen und lief ihren schnellsten 42,195 Kilometer-Lauf in einer Zeit von 2:26:12 Stunden vor fünf Jahren in Kapstadt. Dreimal ist die Äthiopierin bereits unter 2:30 Stunden gelaufen, drei weitere Male unter 2:32 Stunden. Ihre aktuellen Marathon-Resultate aus dem Jahr 2022 sind ein 16. Platz beim Sevilla Marathon im Februar (2:29:11) und ein dritter Platz beim Riga Marathon im Mai (2:38:21). Die 35-jährige Konjit Tilahun hat kurzfristig absagen müssen, dafür ist mit der Kenianerin Mercy Kwambau mit einer Bestleistung von 2:27:32 Stunden, aufgestellt beim letztjährigen Florenz Marathon, den sie genauso wie den Stockholm Marathon 2022 als Dritte abschloss, eine zweite leistungsstarke Athletin am Start.

Die Bewerbe beim Drei Länder Marathon 2022

  • Sonntag, 9. Oktober um 10:30 Uhr – Sparkasse Marathon
  • Sonntag, 9. Oktober um 10:30 Uhr – Skinfit Halbmarathon
  • Sonntag, 9. Oktober um 10:30 Uhr – vkw Viertelmarathon
  • Sonntag, 9. Oktober um 10:30 Uhr – VN.at Marathonstaffel
  • Sonntag, 9. Oktober um 10:30 Uhr – Walking 11km
  • Samstag, 8. Oktober – Vorarlberg>>bewegt Kinder Marathon

Ummel-Schwestern jagen Halbmarathon-Bestleistung

Der Fokus auf die Streckenrekorde, den OK-Chef Robert Küng frühzeitig ankündigte, ist eine strategische Wendung des Drei Länder Marathon, der in den letzten Jahren versucht hat, Marathon- und Halbmarathonläufer aus der Region ins Schaufenster zu stellen, was insbesondere mit Aktiven aus der Schweiz gelang – auch durch die Ausrichtung der Schweizer Meisterschaften.

Leistungsstarke Schweizer Läuferinnen gibt es in diesem Jahr im Halbmarathon mit den Ummel-Geschwistern Selina und Seraina. Beide haben Bestleistungen unter 1:15 Stunden im Sinn. Im Halbmarathon wird auch die Vorarlbergerin Sandra Urach (im Wald läuft’s) an den Start gehen, die den Marathon am Bodensee bereits dreimal gewinnen konnte und damit Rekordsiegerin des Events ist.

Ein Event, drei Länder

Alle Sonntagsbewerbe starten auf der Halbinsel in Lindau in Deutschland und führen dem Bodenseeufer entlang nach Bregenz, wo die Ziellinie im Fußballstadion angesiedelt ist. Alle Bewerbe bleiben in Deutschland und Österreich mit Ausnahme der Marathonstrecke, die einen Schwenk über den Rhein und einen Abstecher in die Schweiz mit dem Durchlauf durch St. Margarethen macht.

Für alle Bewerbe ist einen Nachmeldung am Veranstaltungswochenende noch möglich. Der Veranstalter rechnet mit rund 5.000 Läuferinnen und Läufer für die Sonntagsbewerbe und damit um ein wenig mehr als im vergangenen Jahr, als die Veranstaltung am Bodensee ihr Comeback nach der Pandemie-Pause gegeben hat.

Sparkasse Drei Länder Marathon