Eine Lauflegende wäre 100

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Am vergangenen Montag hätte der unvergessene tschechoslowakische Läufer Emil Zatopek seinen 100. Geburtstag gefeiert. Der aufgrund seines Laufstils mit in den Nacken gelegten Kopf und auffälliger Atmung „Lokomotive“ genannte Ausnahmeläufer bestimmte die Ära nach dem Zweiten Weltkrieg. Bei den Olympischen Spielen in Helsinki 1952 gelang ihm das einmalige Kunststück, den 5.000m-, 10.000m-Lauf und den Marathon zu gewinnen. Vier Jahre davor in London war er bereits Olympiasieger über 10.000m. Außerdem gewann er drei EM-Titel. Nach dem Olympischen Marathon 1956, den Zatopek gezeichnet von einer suboptimalen Vorbereitung und der sengenden Hitze als Sechster beendete, gab er seinen Rücktritt bekannt. Zatopek verstarb im Jahr 2000, zwei Jahre zuvor war er als tschechischer Sportler des Jahrhunderts ausgezeichnet worden.

Mit seinen häufigen Intervalleinheiten im Training revolutionierte Zatopek den Laufsport. Seine Ehefrau Dana Zatopkova, die 1952 die Goldmedaille im Speerwurf holte, wurde am selben Tag wie Zatopek geboren und wäre demnach am Montag ebenfalls 100 Jahre alt geworden. Sie verstarb vor zweieinhalb Jahren in Prag.

Nach seiner aktiven Karriere engagierten sich Emil Zatopek und seine Frau politisch und nahmen aktiv am Prager Frühling teil, die als Reformbewegung eine Liberalisierung und Demokratisierung der Tschechoslowakei anstrebte, und protestierten lautstark gegen den gewalttätigen Einmarsch des sowjetischen Militärs. Jahrelang ertrug er die auferlegte Strafarbeit und wurde erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs rehabilitiert.