Ingebrigtsen mit souveränen Auftakt

© Daniel Kopatsch / Munich2022

Ein schwieriges und terminreiches Programm ist für Jakob Ingebrigtsen kein Problem. 2017 bei den Junioren-Europameisterschaften in Grosseto versuchte der Norweger sogar drei Goldmedaillen zu holen und hätte das wahrscheinlich auch geschafft, wäre er im 1.500m-Lauf nicht gestürzt. Das Doppel von Berlin mit den Goldmedaillen über 1.500m und 5.000m ist mittlerweile Standard in seinem Programm, nur bei den Olympischen Spielen von Tokio war das aufgrund der Programmabfolge nicht möglich. In München stand am Abend vor dem 5.000m-Lauf der Männer am morgigen Abend (RunAustria-Vorschau in Kürze) der Vorlauf im 1.500m-Lauf mit 28 Teilnehmern auf dem Programm, die ersten Vier pro Vorlauf plus die vier Läufer mit den schnellsten Zeiten abgesehen der Fixqualifizierten qualifizierten sich für das Finale, welches erst am Donnerstagabend mit Start um kurz nach Neun abends auf dem Programm steht.

Ergebnisse 1.500m-Vorläufe der Männer, WM 2022

Erster Vorlauf

  1. Jakob Ingebrigtsen (NOR) 3:38,48 Minuten Q
  2. Ismael Debjani (BEL) 3:38,96 Minuten Q
  3. Ignacio Fontes (ESP) 3:39,00 Minuten Q
  4. Gonzalo Garcia (ESP) 3:39,20 Minuten Q
  5. Jake Heyward (GBR) 3:39,30 Minuten q
  6. Baptiste Mischler (FRA) 3:39,58 Minuten
  7. Charles Grethen (LUX) 3:40,33 Minuten

    13. Mohamed Mohumed (GER) 3:45,53 Minuten

Zweiter Vorlauf

  1. Michal Rozmys (POL) 3:37,36 Minuten Q
  2. Pietro Arese (ITA) 3:37,95 Minuten Q
  3. Mario Garcia (ESP) 3:38,04 Minuten Q
  4. Neil Gourley (GBR) 3:38,07 Minuten Q
  5. Matthew Stonier (GBR) 3:38,37 Minuten q
  6. Azeddine Habz (FRA) 3:38,47 Minuten q
  7. Andrew Coscoran (IRE) 3:38,74 Minuten q
  8. Christoph Kessler (GER) 3:39,32 Minuten

Heyward in Glück

Für Ingebrigtsen war das Überstehen des Vorlaufs keine große Herausforderung, fast zweieinhalb Minuten verbrachte er an vorletzter Position, dann brachte er sich spielend leicht in eine aktive Position und zog im Finale an die Spitze. Seinen Vorlaufsieg in 3:38,48 Minuten feierte er mit einer Jubelgeste noch während des Überquerens der Ziellinie, Show muss sein. In seinem Rücken aber spielte sich überraschendes ab. Der Luxemburger Charles Grethen übernahm auf der Gegengerade der letzten Runde die Führung von Jake Heyward. Grethen, der durchaus Finalqualität hätte, scheiterte auf der Zielgerade klar und flog raus. Auch der junge Waliser Heyward, der im großartigen WM-Kader der Briten nur knapp keinen Platz fand, konnte auf den letzten Metern des Endspurts, auf Platz drei hinter Ingebrigtsen und dem Belgier Ismael Debjani liegend, die beiden Spanier Ignacio Fontes und Gonzalo Garcia nicht halten und hatte riesiges Glück, dass seine Zeit von 3:39,30 Minuten am Ende über die Zeitregel für eine Finalteilnahme reichte.

Deutsches Debakel

Denn aufgrund einer rasanten Initiative von Michal Rozmys 250 Meter vor dem Ziel war der zweite Vorlauf der etwas schnellere, der Pole erzielte in 3:37,36 Minuten die schnellste Vorlaufzeit vor einem Paket, welches aus Pietro Arese, dem WM-Vierten Mario Garcia und dem Briten Neil Gourley bestand. So wurde über die Zeitregel aufgefüllt, nur der achtplatzierte Deutsche Christoph Kessler, das ganze Rennen über in diesen Regionen und ohne explosiven Schlussspurt, scheiterte knapp. Er war um 0,02 Sekunden langsamer als Heyward im ersten Lauf. Damit war der schwarze 1.500m-Tag für die Gastgeber, die auf den schon seit Saisonbeginn verletzten Robert Farken verzichten mussten, perfekt. Denn Mohamed Mohumed trat im ersten Vorlauf völlig kraftlos an und hatte vom ersten bis zum letzten Schritt den letzten Platz inne.

Multisport-Europameisterschaften 2022 in München

European Athletics