ÖLV-Läufer bei Balkanmeisterschaften mit starken Leistungen

Österreichs junge Läuferinnen und Läufer konnten sich bei den Balkanmeisterschaften im rumänischen Craiova gut präsentieren und ihre persönlichen Bestleistungen steigern. Nur bei den Positionierungen hatte Österreich mit gleich vier vierten Plätzen in den Laufentscheidungen Pech, einzig Kevin Kamenschak nahm eine Medaille mit aus Rumänien nach Hause.

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Hinblicklich einer möglichen EM-Qualifikation über die Weltrangliste hatte die Reise nach Craiova für Lena Millonig (ULC Riverside Mödling) doppelte Bedeutung. Die 24-jährige Niederösterreicherin enttäuschte nicht und verbesserte ihre in Oordegem aufgestellte persönliche Bestleistung um weitere knapp zwei Sekunden auf eine Zeit von 9:57,47 Minuten. Der bittere vierte Platz im vierten Wettkampf der Saison bedeutete freilich das Ende ihrer Siegesserie, Millonig konnte aber angesichts der Bestleistung und der 60 Bonuspunkte für die Weltrangliste trotz eines schlechten Renngefühls Positives abgewinnen: „Ich bin etwas enttäuscht, weil die Beine heute nicht so richtig wollten. Aber trotzdem konnte ich meine Bestzeit steigern. Also wenn das die schlechten Rennen sind, nehme ich sie gerne.“ Auf Silbermedaillengewinnerin Claudia Prisecaru aus Rumänien und Bronzemedaillengewinnerin Ruken Tek aus der Türkei fehlten Millonig rund sechs Sekunden. Dominiert wurde das Rennen von Luiza Gega, die in einer Zeit von 9:17,89 Minuten ihrer aktuellen Topverfassung Nachdruck verlieh und im Übrigen bei den Balkanmeisterschaften auch den 5.000m-Lauf gewinnen könnte.

Bestzeit für Bredlinger

Eine persönliche Bestleistung gelang auch Caroline Bredlinger (LT Bgld Eisenstadt), die im B-Lauf der 800m-Entscheidung bei den Frauen in einer Zeit von 2:06,49 Minuten als Zweite ins Ziel lief und Rang sieben in der Gesamtwertung einnahm. „Ich habe das erreicht, was ich mir vorgenommen habe“, so die Burgenländerin. Siegerin war vor heimischem Publikum die starke Rumänin Claudia Mihaela Bobocea, die Bronzemedaille ging an Ekaterina Guliyev, die in ihrer Hochzeit als russische Staatsbürgerin Olympia-Silber in London 2012 gewann und WM-Vierte in Moskau 2013 wurde – parallel zur Hochzeit des russischen Dopingsystems. Sie hieß früher Poistogova und ist unter diesem Nachnamen besser bekannt, seit 2021 darf sie für die Türkei an den Start gehen. Ihre zweijährige Dopingsperre hat sie zwischen 2015 und 2017 abgesessen, anschließend war sie aufgrund der Suspendierung des russischen Verbandes in Kombination mit ihrer persönlichen Vergangenheit international nicht startberechtigt. An ihre Topzeiten von vor vielen Jahren ist sie nie wieder herangekommen.

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Vier Bestleistungen, drei vierte Plätze

Hervorragend konnte sich das ÖLV-Duo im 1.500m-Lauf der Männer präsentieren. Kevin Kamenschak (ATSV Linz LA) steigerte seine persönliche Bestleistung von der Mid Summer Track Night im Mai um eine weitere Sekunde auf eine Zeit von 3:43,03 Minuten und gewann dank eines starken, langen Endspurts die Bronzemedaille. „Es wurde das erhofft schnelle Rennen, die ich viel lieber mag als das taktische Laufen. Der dritte Platz ist richtig lässig, ich bin zufrieden“, so der 18-jährige Oberösterreicher, der frisch gebackener Österreichischer Meister der Altersklasse U23 in dieser Disziplin ist. Marcel Tobler (ULC Riverside Mödling), der letzte Woche in Reutte den Titel im 800m-Lauf der Altersklasse U23 holte, verzeichnete ebenfalls eine deutliche Steigerung seiner persönlichen Bestleistung und wurde in einer Zeit von 3:44,72 Minuten Vierter. „Das Rennen war wirklich gut, mit der Zeit kann ich jedenfalls zufrieden sein“, wird der 20-Jährige auf der Website des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (ÖLV) zitiert. Die Goldmedaille ging in einer Zeit von 3:41,89 Minuten an Yervand Mkrtchyan aus Armenien, der einen Landesrekord markierte.

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Sebastian Frey (DSG Wien) knackte im 5.000m-Lauf erstmals die Marke von 14 Minuten und wurde in einer Zeit von 13:59,32 Minuten Vierter. Zur Bronzemedaille, die der Türke Sezgin Atac sicherte, fehlte gut eine halbe Sekunde. „Meine Form passt, ich habe mich die ganze Zeit gut gefühlt und bin mit dem Ergebnis zufrieden. In den nächsten Jahren will ich dann aber am Stockerl oder gleich ganz oben stehen“, kündigte der 20-Jährige an. Deutlicher Sieger des Events war der Kroate Dino Bosnjak vor Dario Ivanovski aus Nordmazedonien.

Nicht an seine persönliche Bestleistung heranlaufen konnte Tobias Rattinger (LAC Amateure Steyr), der wie Tobler und Frey als Vierter mit der „Goldenen Ananas“ nach Hause reisen musste. „Es ist ein wenig schade, dass durch den Infekt vor zwei Wochen die Fitness nicht optimal war. Dadurch hat auch etwas Selbstvertrauen gefehlt“, so Rattinger, der eine Medaillenchance erörterte. Dem Oberösterreicher fehlten gut zwei Sekunden auf den drittplatzierten Georgios Stamoulis aus Griechenland, die Goldmedaille ging an den favorisierten Türken Hilal Yego. Der 19-jährige Bernhard Neumann (DSG Wien) kam in einer persönlichen Bestleistung von 9:16,25 Minuten auf dem achten Platz ins Ziel, ärgerte sich aber, „wie ein Kleinkind“ über die Hindernisse gesprungen zu sein.

Ergebnisse Balkanmeisterschaften 2022 (Auswahl)

3.000m-Hindernislauf der Frauen

Gold: Luiza Gega (ALB) 9:17,89 Minuten
Silber: Claudia Prisecaru (ROM) 9:51,26 Minuten
Bronze: Ruken Tek (TUR) 9:51,48 Minuten *

  1. Lena Millonig (AUT) 9:57,47 Minuten *
  2. Karawan Halabi (ISR) 10:00,11 Minuten *

1.500m-Lauf der Männer

Gold: Yervand Mkrtchyan (ARM) 3:41,89 Minuten **
Silber: Marino Bloudek () 3:42,55 Minuten *
Bronze: Kevin Kamenschak (AUT) 3:43,03 Minuten *

  1. Marcel Tobler (AUT) 3:44,72 Minuten *
  2. Ramazan Barbaros (TUR) 3:45,25 Minuten

5.000m-Lauf der Männer

Gold: Dino Bosnjak (CRO) 13:50,85 Minuten *
Silber: Dario Ivanovski (MKD) 13:56,59 Minuten *
Bronze: Sezgin Atac (TUR) 13:58,76 Minuten

  1. Sebastian Frey (AUT) 13:59,32 Minuten *
  2. Andrii Atamaniuk (UKR) 14:03,41 Minuten *

3.000m-Hindernislauf der Männer

Gold: Hilal Yego (TUR) 8:43,24 Minuten
Silber: Bruno Belcic (CRO) 8:57,03 Minuten
Bronze: Georgios Stamoulis (GRE) 9:00,39 Minuten

  1. Tobias Rattinger (AUT) 9:02,59 Minuten
  2. Catalin Constantin Atanasoaei (ROM) 9:05,96 Minuten

    8. Bernhard Neumann (AUT) 9:16,25 Minuten *

800m-Lauf der Frauen (Gesamtwertung)

Gold: Claudia Mihaela Bobocea (ROM) 2:01,84 Minuten
Silber: Anita Horvat (SLO) 2:02,05 Minuten
Bronze: Ekaterina Guliyev (TUR) 2:02,38 Minuten

  1. Jerneja Smonkar (SLO) 2:03,55 Minuten
  2. Tugba Toptas (TUR) 2:04,84 Minuten *
  3. Jelena Gajic (SRB) 2:06,01 Minuten
  4. Caroline Bredlinger (AUT) 2:06,49 Minuten *

* neue persönliche Bestleistung
** neuer Landesrekord für Armenien

Österreichischer Leichtathletik-Verband