Julia Mayer fasst nächsten Rekord ins Auge

Nur sechs Tage nach ihrem ÖLV-Rekord im Halbmarathon in Malaga gibt Julia Mayer bei den Österreichischen Meisterschaften im 10km-Straßenlauf in Attnang-Puchheim ihr Saisondebüt auf heimischem Boden. Dabei hat sie nicht nur den Titel im Blick, sondern auch eine gute Zeit. Bei den Männern ist die Spitze des Meisterschaftsfelds offener, es wird von Markus Hartinger angeführt.

Julia Mayer bei ihrem Österreichischen Rekord im September 2021 beim Vienna 10K. © VCM / Leo Hagen

Nach ihrem krankheitsbedingten, verspäteten Einstieg ins diesjährige Wettkampfgeschehen, welcher mit einer Halbmarathonzeit von 1:11:13 Stunden mehr als glückte, kann Julia Mayer (DSG Wien) mit neuem Selbstbewusstsein die kommenden Ziele anvisieren. Bei den Österreichischen Meisterschaften im 10km-Straßenlauf ist sie die klare Favoritin auf die Goldmedaille, die 29-Jährige hat jedoch auch eine schnelle Laufzeit im Blick. Mit Unterstützung vom Linzer Mittelstreckenspezialist Kevin Kamenschak (ATSV Linz LA), der sich als Tempomacher zur Verfügung stellt und entsprechend seines Trainingsstatus’ etwa fünf bis sieben Kilometer plant, ist ihr ÖLV-Rekord von 32:54 Minuten die Richtmarke. Aus zwei Gründen eine große Herausforderung, wie Mayer einordnet: „Erstens war ich damals beim Vienna 10K im September in Höchstform und hatte viele Wettkämpfe über diese Distanz in den Beinen. Zweitens fehlen mir etwas die Grundschnelligkeit und die Wettkampfkilometer. Der Halbmarathon am Sonntag war mein erster Wettkampf nach dem Wintertraining. Nach meiner krankheitsbedingten Pause sind wir im Aufbau auf Nummer sicher gegangen und haben den Schwerpunkt auf Ausdauereinheiten gelegt.“

Selbstvertrauen für eine schnelle Zeit

Als erstes großes internationales Jahresziel hat die Niederösterreicherin den 10.000m-Lauf bei den Europameisterschaften in München auserkoren, für den sie die Qualifikation schaffen möchte. Die 37. Auflage des Attnanger Sparkassen Stadtlaufs kommt als Standortbestimmung zur richtigen Zeit. Denn der Wettkampf soll Signale geben, wohin die Reise in den nächsten Trainingswochen gehen soll. Bezüglich einer Spitzenzeit gibt sich Mayer zunehmend optimistisch: „Ich habe nach dem Halbmarathon schnell regeneriert und am Mittwochmorgen ein sehr gutes Abschlusstraining hingelegt. Das Selbstvertrauen ist da.“

Wie Mayer hat auch Sandrina Illes (Union St. Pölten) bereits zweimal den österreichischen Meistertitel über diese Distanz geholt, darunter 2020 im direkten Duell der beiden. Für die Entscheidung am Samstag sind die Vorzeichen aber klar: Die Titelverteidigerin Mayer ist nach den beachtlichen Leistungssteigerungen der letzten beiden Jahre die Favoritin, die 35-jährige Illes hat die Silbermedaille im Fokus. Leyla Reshed vom veranstaltenden Verein LCAV Jodl Packaging hat gute Chancen auf einen oberösterreichischen Medaillengewinn.

Hartinger an der Spitze eines voraussichtlich spannenden Wettkampfs

Bei den Männern führt Markus Hartinger (LTV Köflach) die Liste der Kandidaten auf die Medaillen an. Er ist der einzige im Feld mit einer Bestleistung unter 30 Minuten, die er Mitte März in Berlin aufgestellt hat. Der Steirer überzeugte vor vier Wochen mit einem Landesrekord im Halbmarathon, ebenfalls in der deutschen Hauptstadt (1:04:59). Letzte Woche musste er aus beruflichen Gründen kurzfristig für den VCM-Halbmarathon passen, umso motivierter ist er für die Österreichischen Meisterschaften im 10km-Lauf. „Die letzten spezifischen Trainings waren gut. Daher freue ich mich schon sehr auf das Rennen, das stark besetzt ist. Meine letzten Leistungen zeigen mir, dass ich vorne mitlaufen kann“, so der 34-Jährige, der vor einem Jahr in Mooskirchen hinter dem dieses Mal abwesenden Andreas Vojta die Silbermedaille gewonnen hat.

In Attnang-Puchheim sind neben ihm Dominik Jandl (SVS Leichtathletik), Hans-Peter Innerhofer (LC Oberpinzgau), Lars Demuth (1. Sportvereinigung Hohe Wand) und Florian Prüller (TSV Steiermärkische Sparkasse Hartberg) zum engsten Kreis der Medaillenkandidaten zu zählen. Der 38-jährige Prüller hat vor vier Wochen mit einem starken Marathon in Hannover für Aufsehen gesorgt, als er in einer Zeit von 2:15:56 Stunden in die Top-Ten der Gesamtwertung gelaufen ist. „Das war ein super Wettkampf, aber er hat ordentlich an Substanz gekostet“, erzählt er. „Deshalb stand in den letzten Wochen die aktive Regeneration im Vordergrund, ich habe keine wirkliche Trainingsbelastung gesetzt. Ich möchte daher behutsam ins Rennen gehen, um zu schauen, wo ich stehe.“ Eine Außenseiterchance hat der in Linz lebende Isaac Toroitich Kosgei (TGW Zehnkampf Union), Sieger des Drei-Länder-Marathons im Oktober 2021.

Aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig nicht am Start sein wird Mario Bauernfeind (KUS ÖBV Pro Team), der am vergangenen Wochenende noch den Halbmarathon beim VCM mit persönlicher Bestleistung gewonnen hat.

U18 über fünf Kilometer gefordert

Die 10km-Läufe starten am Samstagnachmittag um 17:15 Uhr mit den Österreichischen Meisterschaften in der Allgemeinen Klasse, der U23, der U20 und den Mastersklassen. Bereits mit Start um 16:30 Uhr gehen die Österreichischen Meisterschaften der Altersklasse U18 über die Distanz von fünf Kilometern über die Bühne. Bei den Mädchen sind die Salzburgerinnen Angelina Kürten und Ann-Kathrin Gruber (beide Union Salzburg LA) sowie die Osttirolerin Fabiola Fortschegger (U. Raika Lienz) in der aussichtsreichsten Position. Bei den Burschen führen Markus Reißelhuber (team2012.at) sowie die Oberösterreicher Niklas Scherb und Ali Dibo (beide TGW Zehnkampf Union) die Meldeliste an. Reißelhuber hat in der Hallensaison die österreichischen Meistertitel in seiner Altersklasse im 1.500m- und 3.000m-Lauf jeweils mit deutlichem Vorsprung gewonnen.

Österreicherischer Leichtathletik-Verband