Auftakt im Atlantik mit Hallen-WM-Champion

Ajee Wilson ist einer der Stars, die auf die Atlantik-Insel Bermuda gereist ist. Dort findet das Auftaktmeeting der diesjährigen World Continental Tour (Gold) statt. Auf der anderen Seite der Welt geht Stunden davor ein Meeting der Stufe Silber über die Bühne.

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Es ist ein spektakulärer wie exotischer Auftakt in die diesjährige World Athletics Continental Tour Gold, die aus zwölf Meetings, verteilt auf vier Kontinenten stattfindet (siehe RunAustria-Bericht). Der US-amerikanische Leichtathletik-Verband (USATF) organisiert ein Meeting auf dem britischen Überseegebiet Bermuda, eine Inselgruppe, rund 1.000 Kilometer entfernt von der US-Ostküste im Atlantik gelegen. Berühmt ist die nach seinem Entdecker, dem spanischen Seefahrer Juan de Bermudez benannte Inselgruppe aufgrund des in der Seefahrt berüchtigten Bermudadreiecks, aufgrund der Bermuda-Shorts, die auf Bermuda zur anerkannten Geschäftskleidung gehört und weltweite Popularität erlangt hat, und als Steueroase. Deshalb wimmelt es in Bermuda nur so von Büroniederlassungen international agierender Firmen, die Hauptstadt Hamilton entwickelte sich zur teuersten Stadt der Welt. Das hat die kuriose Folge, dass Hamilton nur 854 Einwohner zählt, aber über 13.000 tägliche Pendler (vgl. Wikipedia).

RunAustria-Tipp: Die USATF Bermuda Games werden in Österreich im Livestream auf dem YouTube-Kanal von World Athletics übertragen. Start des zweistündigen TV-Fenster ist Samstagabend um 20:30 Uhr MEZ.

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Stadion erinnert an den sporthistorischen Moment in Tokio

Das Leichtathletik-Meeting mit acht teilnehmenden Olympia-Medaillengewinnern, eines der Sporthöhepunkte der kleinen Insel, findet östlich von Hamilton im Bermuda National Stadium im Bezirk Devonshire Parish statt. Das 8.500 Zuschauer fassende Stadion wurde im August kurzerhand nach der nun berühmtesten Sportlerin des Landes umbenannt. Die Triathletin Flora Duffy hatte wenige Tage zuvor in Tokio für die erste Olympische Goldmedaille der Insel (und zweite Olympische Medaille überhaupt) gesorgt.

Auftakt in die Freiluftsaison für Wilson

Das Meeting zieht etliche Stars aus den USA und der Karibik an. Darunter auch Hallen-Weltmeisterin Ajee Wilson, die den 800m-Lauf der Frauen anführt und mit Euphorie in die neue Saison gehen dürfte. Charlene Lipsey, WM-Teilnehmerin von 2017, und die Britin Ellie Baker sind die beiden weiteren Teilnehmerinnen mit Bestleistungen unter zwei Minuten. Die Männer bestreiten einen 1.500m-Lauf, in dem auch der Deutsch-Amerikaner Amos Bartelsmeyer am Start ist. Bekanntester Teilnehmer ist 800m-Spezialist Marco Arop, schnellster laut Vorleistung ist Brahim Kaazouzi aus Marokko. Der junge Kenianer Kamar Etiang dürfte auch eine gute Siegchance haben.

Brisbane Track Classic mit Mittelstrecken

Ebenfalls am Samstag steigt eine Woche nach den australischen Meisterschaften (siehe RunAustria-Meldung) das bedeutendste australische Eintages-Meeting, das Brisbane Track Classic, ein Meeting der World Athletics Continental Tour Silber. Der frisch gebackene nationale Meister Peter Bol führt das 800m-Feld an und wird von seinen Landsleuten Charlie Hunter und dem 17-jährigen Charlie Jeffreson herausgefordert. Der Neuseeländer Brad Mathas und der Brite Guy Learmonth verleihen dem Feld internationalen Touch. Bei den Frauen sucht Bendere Oboya nach ihrem überraschenden Vorlauf-Aus bei den nationalen Meisterschaften in Sydney nach Wiedergutmachung und ist in Abwesenheit von Catriona Bisset und Talent Claudia Hollingsworth die erste Anwärterin auf den Sieg.

Im 1.500m-Lauf ist der junge Neuseeländer Samuel Tanner der Favorit, die besten Australier sind Callum Davies, überraschender Bronzemedaillengewinner vom letzten Wochenende, und Rorey Hunter. Die vom bekannten ehemaligen australischen Läufer Craig Mottram trainierte Hollingsworth startet über 1.500m, wo Georgia Griffith, Silbermedaillengewinnerin vom vergangenen Wochenende, Favoritin ist.

World Athletics Continental Tour