„Die Lust auf Events und Gemeinsamkeit ist groß“

In exakt einem Monat werden viele Tausende Laufbegeisterte die lange Zielgerade am Ring Richtung Burgtheater laufen und nach drei Jahren endlich wieder VCM-Frühlingsgefühle erspüren. VCM-Geschäftsführerin Kathrin Widu spricht im Interview mit RunAustria über organisatorische Herausforderungen, bedeutende Themen im gegenwärtigen Kontext und blickt mit viel Vorfreude auf das Wochenende der größten heimischen Laufveranstaltung.

VCM-Geschäftsführerin Kathrin Widu. © VCM / Jenia Symmonds

RunAustria: Der VCM kehrt zurück zu seinem Frühlingstermin zurück und wird im Vergleich zum Comeback im September 2021 einen großen Schritt nach vorne machen. Welche organisatorischen Herausforderungen beschäftigen Sie in diesen Wochen hauptsächlich?

Kathrin Widu: „Wir freuen uns sehr, dass wieder so viele Läuferinnen und Läufer an den Start kommen wollen. Es kann in Richtung 30.000 Anmeldungen gehen. Das ist ein deutlicher Schritt nach vorne gegenüber dem Comeback von 2021. Fein, dass der VCM wieder im Frühling an seinem Stammtermin im April stattfinden wird.

Natürlich gibt es nach wie vor externe Einflussfaktoren, die uns beschäftigen. Der U-Bahn-Bau bringt mehrere Baustellen in der Stadt mit sich und muss organisatorisch berücksichtigt werden. Bei Einkauf und Logistik stellen uns die Preiserhöhungen sowie Probleme bei Lieferketten vor Herausforderungen. Ebenso sind die Entscheidungen über Covid-Maßnahmen noch nicht abgeschlossen. Da müssen wir auf die aktuellen Verordnungen von Bund und Stadt Wien warten.“

Mit dem Comeback 2021 hatte der VCM nicht nur österreichweit, sondern europaweit eine Vorreiterrolle inne. Wie wichtig ist der Erfahrungsschatz daraus für die Durchführung des VCM 2022 – auch unter dem Gesichtspunkt der zeitlichen Nähe zwischen den beiden Events?

„Die Durchführung des VCM 2021 im September war enorm wichtig für uns und als Impuls für die Laufszene. Die Erfahrungen daraus sind sehr hilfreich. Generell hat sich gezeigt, dass für die Läuferinnen und Läufer Events wie der VCM von großer Bedeutung nicht nur für die körperliche Fitness, sondern auch für die mentale Gesundheit sind. Wir haben gelernt, dass unsere Teilnehmenden bereit sind, Maßnahmen mitzutragen, und dass Freiluftveranstaltungen sicher durchzuführen sind. Das haben auch die vielen weiteren Veranstaltungen bewiesen.

Die zeitliche Nähe der beiden VCMs von nur sieben Monaten ist aus Sicht unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer sicherlich nicht ganz optimal, hatte allerdings in der Planung mit Lieferanten, etc. auch Vorteile. Als Veranstalter freuen wir uns aber, dass danach wieder der Jahresrhythmus zurückkehrt.“

Der Lauffrühling 2022 könnte der Frühling des gemeinsamen Laufens werden. Spüren Sie in der Lauf-Community die Aufbruchstimmung und Lust auf gemeinsame sportliche Aktivität, nach den letzten Jahren der gesellschaftlichen Zurückhaltung?

„Ja, in jedem Fall. Wir merken, dass die Lust auf Events und Gemeinsamkeit groß ist. Auch bei unseren Training Runs spüren wir das. Der Laufmarkt hat gegenüber 2019 in Summe sicher noch aufzuholen, aber der Spirit und das richtige Tempo sind wieder da.“

„Laufevents wie der VCM sind von großer Bedeutung nicht nur für die körperliche Fitness, sondern auch für die mentale Gesundheit.“

Wie stehen Unternehmen und Business-Partner dem gemeinsamen Lauferlebnis ihrer Mitarbeiter und der gemeinsamen Eventteilnahme gegenüber?

„Wir sind stolz und froh, dass alle unsere Partner den VCM auch während der Corona-Zeit treu geblieben und dass auch Verträge verlängert worden sind. Wir merken bei Unternehmen manchmal noch Zurückhaltung, zum Beispiel bei der gemeinsamen Teilnahme am BMW Staffelmarathon. Das ist schade, da der gemeinsame Sport im Freien auch maßgeblich zur Gesundheit beiträgt. Wir hoffen, dass dies in Zukunft wieder einen höheren Stellenwert bekommt und dass ein größeres Sicherheitsgefühl bei der Teilnahme entsteht.“

Der Laufsport ist seit Jahrzehnten bekannt für sein friedvolles, völker- und kulturenverbindendes Miteinander. Aktuell wird uns durch den Krieg auf ukrainischem Territorium aufgezeigt, dass das leider auch in geografischer Nähe nicht im Selbstverständnis unserer Zeit liegt. Der VCM macht den friedlichen Charakter des gemeinsamen Laufens mit der Botschaft „Running For Peace“ sichtbar und verstärkt damit das Signal des friedlichen Miteinanders. Erzählen Sie uns bitte mehr über diese Initiative!

„Wir können den Krieg nicht ausblenden. Daher haben wir entschlossen, aktiv zu werden und ein ,Running for Peace’-Armband zu gestalten, das wir im VCM-Online-Shop und im Zuge der Anmeldung zu den Bewerben verkaufen. Das Armband kostet 5,- Euro und die Erlöse gehen an Nachbar in Not – Hilfe für die Ukraine. Wir haben die Erlöse der ersten 1.000 Armbänder verdoppelt und freuen uns, dass bis jetzt schon über 13.000 Euro für Nachbar in Not zusammengekommen sind.“

Hat das VCM-Team als Organisator der größten Aktivsportveranstaltung in Österreich eine besondere Verantwortung zu gezieltem Agieren gespürt?

„Verantwortung hat jede und jeder. Als Veranstalter wollen und müssen wir in allen Bereichen verantwortungsvoll agieren. Sei es für unser Mitarbeiterteam, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unsere Partner, aber auch hinsichtlich Umwelt und Soziales. Unser Kern ist es, eine große Laufveranstaltung auf die Beine zu stellen. Dabei bewegen und erreichen wir sehr viele Menschen. Wir wollen das auch gerne dafür nutzen, um anderen zu helfen.“

„Der gemeinsame Sport im Freien trägt maßgeblich zur Gesundheit bei.“

Auf den Punkt gebracht: Worauf dürfen wir Laufbegeisterte uns am Wochenende des 23. und 24. April freuen?

„Auf das gemeinsame Laufen beim größten Laufsportevent Österreichs, auf eine unvergessliche Stimmung, auf einen besonderen Zieleinlauf für die Marathonläuferinnen und Marathonläufer mit persönlichen Glückwünschen bei #YourFinishLine, auf spannende Eliterennen und einen begeisternden Samstag mit Inklusion, Kinderläufen und dem Vienna 10K.“

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Vienna City Marathon