Zwischenprüfung in Berlin für Vojta

Auf dem Weg zu seinem Frühjahrsziel, einem schnellen Halbmarathon am 2. April in Prag, streut Andreas Vojta am Wochenende einen Testwettkampf in Berlin ein. Es ist eine Zwischenprüfung mit leichten Unsicherheiten.

Andreas Vojta bei seinem bisher schnellsten 10km-Lauf, beim Vienna 10K 2021. © VCM / Leo Hagen

Andreas Vojta (team2012.at) wandelt seit Monaten auf gänzlich neuen Pfaden. Noch nie hat er sich im Wintertraining darauf fokussiert, im Frühjahr einen Straßenlauf möglichst gezielt vorzubereiten. Es ist der sanfte Aufbruch in ein neues Kapitel der Karriere des 32-Jährigen, der ihm bislang ein gutes Gefühl verleiht. Für seine Ziele, eine ausdauerlästige Vorbereitung mit mittelintensiven Belastungen, garniert mit den naturbedingten, vielen Höhenmetern im Laufschritt, bezeichnet er sein mehrwöchiges Trainingslager im Jänner und Februar im kenianischen Iten als perfekt. „Ich bin mit einem guten Gefühl aus Kenia zurückgekommen. Ich habe mir dort eine sehr gute Grundlage angeeignet, auf der ich nun aufbauen konnte“, erzählt der Niederösterreicher. Noch nie habe er so viel Zeit im Laufschritt verbracht, naheliegend angesichts der neuen Zielsetzungen. Und wie so viele europäische Athleten schätzte er das Entschlüpfen der heimischen Alltagsgewohnheiten in den vollen Fokus aufs Laufen: trainieren, ernähren, regenerieren. Und ein bisschen die Erfahrungen genießen.

Unregelmäßige Trainingswoche aufgrund von Quarantäne

Für den sonntäglichen 10km-Wettkampf in Berlin, ein weiteres Kapitel der Serie der Berlin Invitationals, der erst kurzfristig eine Genehmigung erhalten hat und nun nicht wie im letzten Jahr in Schmöckwitz, sondern im „Zeuthener Winkel“ vor den Toren der Stadt stattfindet, hat Vojta die Erwartungshaltung etwas zurückgeschraubt. Ganz oben auf der Prioritätsliste für die kommenden Wochen steht ohnehin der Halbmarathon in der tschechischen Hauptstadt, für den Sonntag kann er seine reale Leistungsfähigkeit schwer einschätzen und geht mit einigen Unsicherheiten ins Rennen.

Denn in der zweiten Februar-Hälfte bescherte ihm ein positiver COVID-19-Test eine „unregelmäßige Trainingswoche“ aufgrund der Quarantäne-Verpflichtung, wie Vojta erzählt. Sie kostete ihm die Teilnahme an den Österreichischen Hallenmeisterschaften in Linz. Da der 32-Jährige nur ganz leichte Symptome, ähnlich einer Erkältung verspürte, musste er im Training keinen Stillstand hinnehmen, aber improvisieren. „Da ich mich die letzten fünf bis zehn Tage im Training wieder ganz gut gefühlt habe, glaube ich nicht, dass ich in dieser Zeit viel verloren habe. Aber eine genaue Einschätzung darüber wird erst nach der Wettkampferfahrung möglich sein“, schätzt der Niederösterreicher, der die Corona-Pause ansonsten sportlich nahm. Bei bis zu 50.000 positiven Tests pro Tag in Österreich sei es eine mathematische Frage mit gewisser Wahrscheinlichkeit, selbst betroffen zu sein. Das Timing hätte schlimmer sein können, beispielsweise nah am geplanten Halbmarathonstart in Prag.

Unabhängig dieser skizzierten Ungereimtheit hat der Berlin Invitational 10K gut in den Fahrplan Richtung Prag hineingepasst. „Für mich ist es eine Zwischenprüfung. Grundsätzlich ist meine Verfassung nicht so schlecht, aber es ist immerhin mein erster Wettkampf seit den Crosslauf-Europameisterschaften im Dezember“, betont Vojta.

Starke Lokalmatadoren

Für einen guten Wettkampf könnte auch das günstige Starterfeld sorgen, Vojta glaubt, sich in einer guten Gruppe wiederfinden zu können. Der Berlin Invitational legte wie im vergangenen Jahr eine eigene Geheimhaltung an den Tag als wäre unsere Gesellschaft immer noch im Jahr 2021. Erst am heutigen Freitag wurde öffentlich über die Besetzung mehr bekannt, die Athleten wie Vojta wurden vorab informiert. Der Kenianer Vincent Kibet ist auf dem Papier der Favorit, die deutsche Spitze bilden Samuel Fitwi, Simon Boch und Amanal Petros, dem zuletzt der RAK Halbmarathon nicht nach seinen Vorstellungen gelang. Nicht mehr auf der Startliste steht Richard Ringer, der zuvor diesen Wettkampf wohl in seinen Planungen hatte. Für einen internationalen europäischen Touch sorgen neben Vojta auch der Brite Jack Rowe und der Schwede David Nilsson.

Dessen Landsfrau Sarah Lahti führt das Feld der Frauen an, schnellste Deutsche auf der Startliste ist Laura Hottenrott. Um die Stockerlplätze könnte die Niederländerin Maureen Koster wie auch Hottenrotts Landsfrauen Domenika Mayer, die Schöneborn-Zwillinge und die junge Blanka Dörfel mitkämpfen.

Berlin Invitational