Tokio Marathon zieht beide Weltrekordhalter an

Eliud Kipchoge und Brigid Kosgei laufen am 6. März den Tokio Marathon. Nach einer Ankündigung der Regierung, die Einreiseregeln mit Monatsende zu lockern, sendet der Tokio Marathon mit spektakulären Elitefeldern ein starkes Signal zum Comeback, zwei Jahre nach dem letzten Tokio Marathon, der als Eliterennen ausgetragen wurde.

© SIP / Johannes Langer

Es wird ein historisches Sportereignis, nicht einmal ein Jahr nach den zweiten Olympischen Sommerspielen in der Geschichte der japanischen Hauptstadt. Beide Weltrekordhalter im Marathonlauf, die kenianischen Superstars Eliud Kipchoge und Brigid Kosgei – Ersterer hat sich nach Olympia-Gold in Rio im Sommer in Sapporo seinen zweiten Olympiasieg geholt – laufen den wichtigsten Marathon in Asien. So prominente Läufer hatte der jüngste World Marathon Major noch nie am Start. Ob die Stars aus Kenia tatsächlich einreisen dürfen, war wochenlang unsicher und damit auch ein Spannungsbogen. Seit Donnerstag ist bekannt, dass die japanische Regierung die Einreiseregeln des Winters verändern wird. Bereits die Präsentation des Elitefelds des Nagoya Women’s Marathon war ein positives Zeichen in diese Richtung.

Tokio Marathon als großes Ziel

„Ich möchte mich bei den Veranstaltern des Tokio Marathon bedanken, dass sie realisieren konnten, dass meine Mitstreiter und ich in Tokio laufen können“, ließ Eliud Kipchoge ausrichten, der mit seinem Antreten beim Tokio Marathon seinem Ziel, alle World Marathon Majors mindestens einmal zu gewinnen, ein Stück näher kommen könnte. Der Triumph in der japanischen Metropole fehlt ihm ebenso noch wie ein Sieg in Boston und New York. Die Erkenntnis, dass internationale Athleten nach vielen Wochen der Ungewissheit nun doch nach Japan anreisen dürfen, um den Tokio Marathon zu bestreiten, ringt dem 37-Jährigen Erleichterung ab. „Von Beginn an meines Trainingszyklus war Tokio das große Ziel. Ich kann nur sagen: Ich werde bereit sein, dort zu laufen. Und ich bin extrem aufgeregt in einem Land zu laufen, in dem das Laufen so ein riesiger Teil der Sportkultur ist. Ich freue mich auf die japanische Marathon-Begeisterung!“ Und Tokio freut sich auf jenen Protagonisten, der in den letzten Jahren weltweit wohl die größte Marathon-Begeisterung entfacht hat.

London-Sieger von 2020 neuerlich Kontrahent von Kipchoge

Die beiden Weltrekordhalter laufen in Tokio in starken Elitefeldern. Im Kampf um den Sieg wollen der zweifache Tokio-Sieger Birhanu Legese aus Äthiopien, der den Tokio Marathon in den Jahren 2019 und 2020 gewonnen hat, sowie sein Landsmann Mosinet Geremew, amtierender Weltmeister und 2019 Zweiter hinter Kipchoge beim London Marathon, ein Wörtchen mitsprechen. Damit sind drei Läufer mit Bestleistungen unter 2:03 Stunden am Start. Die WM-Medaillengewinner Amos Kipruto (2019) und Tamirat Tola (2017) gehören ebenfalls der Weltklasse an wie Jonathan Korir und Shura Kitata. Besonders die Präsenz von Kitata ist brisant, denn der Äthiopier gewann den einzigen Marathonlauf in acht Jahren mit Kipchoge am Start, den der schier unbesiegbare Kenianer nicht gewinnen konnte – 2020 im strömenden Regen von London.

Kosgei bekommt starke Konkurrenz von Angela Tanui, die sich mit ihrem Triumph beim Amsterdam Marathon 2021 in die Top-Ten der ewigen Bestenliste geschoben hat, Ashete Bekere, Hiwot Gebrekidan und Berlin-Siegerin Gotytom Gebreslase aus Äthiopien sowie der US-Amerikanerin Sarah Hall, die im Jänner in Houston einen neuen nationalen Rekord im Halbmarathonlauf aufgestellt hat.

Premierensiegerin kehrt 15 Jahre später zum Tokio Marathon zurück

Die japanischen Topläufer auf der Startliste wurden vom Tokio Marathon bereits vor gut einer Woche angekündigt (siehe RunAustria-Bericht). Besonders das heimische Männerfeld ist dicht und wird angeführt von Landesrekordhalter Kengo Suzuki. Mit Mao Ichiyama ist bei den Frauen eine der besten japanischen Läuferinnen der Gegenwart am Start, außerdem läuft Hitomi Niiya. Die 33-jährige Landesrekordhalterin im 10.000m-Lauf und im Halbmarathon gewann – man mag es kaum glauben – in jungen Jahren die Premiere des Tokio Marathon. Das war im Jahr 2007 und stellte eine besondere symbolische Verbindung zum Neustart des Tokio Marathon nach der Pandemie her.

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