Rot-weiß-rotes Laufjahr 2021

13 zentrale Augenblicke für den heimischen Laufsport im ersten Jahr nach dem Pandemie-Ausbruchsjahr, das weit von Laufsport-Normalität entfernt blieb, allerdings mit mehr Sport und weit weniger Absagen.

© Salzburg Marathon / Bryan Reinhart

21. Februar – Hallen-Staatsmeisterschaften: Pallitschs Titel-Comeback
2012 war er in der Position, gemeinsam mit Andreas Vojta den heimischen Mittelstreckenlauf auf Jahre hin dominieren zu können. Die Halbfinal-Teilnahme bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Istanbul kündigte einiges an. Dann setzte ihn eine Sesambeinfraktur im großen Zeh nachhaltig schachmatt. Im Alter von 25 Jahren beendete Raphael Pallitsch (SVS Leichtathletik) frustriert seine Karriere und studierte. Nun ist der Burgenländer wieder schmerzfrei und feierte bei den Hallen-Staatsmeisterschaften in Linz seinen ersten Staatsmeistertitel seit neun Jahren. Ein weiterer folgte im Sommer in Graz.

Eine Überraschung gelang Kevin Kamenschak (ATSV Linz LA) über 1.500m. Er siegte in einem neuen ÖLV-U18-Rekord für die Halle von 3:52,69 Minuten vor Sebastian Frey.

© ÖLV / Alfred Nevsimal
6. März – Hallen-EM, Torun: Vorlauf-Aus für Vojta
„Ich muss ehrlich sein: Was für das Finale heute nötig gewesen wäre, war für mich nicht möglich.“ Mit diesem ernüchternden Fazit endete Andreas Vojtas (team2012.at) Hallensaison nach dem Vorlauf bei den Hallen-Europameisterschaften 2021 im polnischen Torun, die unter Ausschluss der Zuschauer über die Bühne gingen. Davor hatte der Österreicher mit einer unkonventionellen Taktik versucht, sich in der hohen Qualität des Feldes zu behaupten. Diese war in der Entwicklung im europäischen Laufsport der letzten Jahre sowie dem Ausfall der kompletten Crosslauf-Saison geschuldet, womit noch mehr Athleten als üblich einen Hallen-Schwerpunkt setzten.

Vojta führte den Vorlauf lange an, zeitweise als Solist mit einer Lücke zum Feld. Doch seine Laufzeit von 7:53,07 Minuten reichte nicht, einer ordentlichen Hallensaison fehlte die Krönung. Fünf Wochen zuvor hatte Vojta in Mondeville eine angepeilte Zeit unter 7:50 Minuten verpasst, in Linz war er im Alleingang zum nationalen Hallen-Titel gelaufen.

© ÖLV / JP Durand
7. März – Berlin 10K Invitational: Herzog verpasst 10km-Rekord knapp
Schlussendlich waren es zwei Sekunden, die Peter Herzog (Union Salzburg LA) bei einem 10km-Straßenlauf für eingeladene Eliteläufer in einem Park in Berlin-Schmöckwitz auf den österreichischen Rekord von Günther Weidlinger gefehlt haben. Dieser liegt bei 28:10 Minuten, Herzogs neue persönliche Bestleistung nun bei 28:12 Minuten. „Der Rennverlauf war ideal für mich“, bilanzierte der Salzburger.

Dieser Wettkampf in Berlin war der erste seit seinem ÖLV-Rekord im Marathon in London 2020 (2:10:06) und sollte den Auftakt einer optimalen Vorbereitung auf den Olympischen Marathon von Sapporo bilden. Doch zwei Wochen später wurde Herzog bei einem Elitehalbmarathon in Dresden auf dem Weg zu einer neuen Halbmarathon-Bestleistung schwer ausgebremst. Er zog sich eine Muskelverletzung zu und musste wochenlang pausieren. Im Spätfrühling warfen ihn eine schwere Impfreaktion und anschließende Knieprobleme noch einmal zurück und beeinträchtigten den Einstieg in die finale Olympia-Vorbereitung.

11. April – Elitemarathon in Siena: Keine Olympia-Qualifikation für Pfeil
Der Frühling 2021 war kein guter für Österreichs Marathonläufer. Herzog fiel verletzt aus, Lemawork Ketema hatte sich bereits 2020 eine Muskelverletzung zugezogen und fand keinen passenden Marathon für einen Start. Ganz besonders schief gingen die Monate für Valentin Pfeil (LAC Amateure Steyr). Seine Pechsträhne begann schon 2020: Beim Valencia Marathon sollte das Olympia-Limit von 2:11:30 Stunden fallen. In der Vorbereitung hatte sich der Oberösterreicher mit SARS-Cov-2 infiziert, in der Heimquarantäne aber gut weiter trainieren können. Doch das Virus beim obligatorischen Test in Valencia war noch nachweisbar, nachdem er mit einem negativen Testergebnis aus Österreich abgereist war. Bedeutete: Isolation in Valencia für ihn und seinen Zimmerkollegen Timon Theuer (Union St. Pölten), nach einem Negativtest konnte immerhin die Heimreise angetreten werden. Eine Woche später liefen die beiden die Österreichischen Marathonmeisterschaften in Wien, aber die Luft war draußen.

Der erste Limit-Versuch 2021 fand in Dresden bei einer Eliteveranstaltung statt. Niedrige Temperaturen und böiger Wind boten einen ungeeigneten Rahmen, Pfeil blieb nach rund 20 Kilometern mit dem Fuß im Gitter hängen und stürzte. Wieder griff der nun 33-Jährige zu Plan B und ergatterte einen Startplatz bei einem Elitemarathon auf einem Flugfeld nahe Siena. Wieder stimmte der Rahmen nicht: keine Zuschauer, leichter Regen und Wind. Pfeil verpasste das Limit. Der letzte Adhoc-Versuch beim S7 Marathon in Fürstenfeld, einer gut gemeinten, aber weniger gut umgesetzten Veranstaltung, scheiterte ebenfalls – Pfeils Traum von Olympischen Spielen platzte, er beendete seine leistungssportliche Karriere.

Theuer startete eine Woche später als Pfeil bei der NN Running Mission auf dem Fluggelände von Enschede in Holland, musste bei perfekten Bedingungen aber aufgeben. Auch Eva Wutti (SU Tri Styria) konnte ihren Olympia-Traum nicht erfüllen. Weder in der Steiermark, als es regnete, noch in Prag gelang es ihr, die 2:29:30 Stunden zu unterbieten.

15. Mai – Mid Summer Track Night: Lachendes und weindendes Auge für Vojta
Die Weltrangliste war der Schlüsselfaktor im Olympia-Qualifikationsversuch für Andreas Vojta (team2012.at). Seine ganze Saison war auf das effektive Punktesammeln ausgelegt, die Staatsmeisterschaften im 5.000m-Lauf waren der zentrale Wettkampf bis zum Ende des Qualifikationszeitraums. Der ÖLV lagerte den 5.000m-Lauf aus dem traditionellen Staatsmeisterschaftstermin aus und inkludierte den Wettkampf in die Mid Summer Track Night in Wien. Vojta lief in einem internationalen Feld. Die Qualität der Kontrahenten waren auf Österreichs Nummer eins ausgerichtet, die Tempomacher auf die Wunschzeit instruiert. Einem schnellen Rennen schien nichts im Wege zu stehen. Die Form stimmte, die Bedingungen auch.

Doch dann ging vieles schief: Gleich riss eine Lücke zwischen Tempomacher und dem Feld. Die Pacer liefen stur weiter, Vojta, der das Hauptinteresse eines schnellen Laufs hatte, musste rundenlang in die Tempoarbeit und Energie verbrennen, die er im Finale gebraucht hätte. „Es war frustrierend“, schilderte er später. Die Zeit von 13:36,23 Minuten bedeutete zwar die Verbesserung eines Uralt-Meisterschaftsrekord, entsprach aber nicht den Vorstellungen Vojtas.

Ein schneller 3.000m-Lauf in Ostrava vier Tage später (7:49,75 Minuten, persönliche Bestleistung) brachte den Niederösterreicher wieder auf Kurs. Die in Wien verlorenen Punkte sollten bei einem Meeting in Nizza am 12. Juni wettgemacht werden. Er lief die zweitschnellste Zeit seiner Karriere (13:28,52), als Zehnter eines dichten Rennens gab es aber keine Zusatzpunkte. „Ein Schritt in die richtige Richtung“, betonte er das Positive. Der letzte Joker waren die Balkanmeisterschaften in Smederevo am 26. Juni. Bei brütender Hitze unter der serbischen Sonne brach Vojta ein, der „Verzweiflungsstart“ beim Meeting Spitzenleichtathletik in Luzern drei Tage später verbesserte Vojtas Weltranglistenposition minimal. Doch den Cut der Top-42 für Tokio 2020 schaffte er trotz einer insgesamt guten Saison nicht – Platz 47 in der Liste „Road to Tokyo“.

Ob der nächste Olympia-Qualifikationsversuch noch auf der Bahn stattfindet? Wohl nicht, Vojta denkt Richtung Paris 2024. Aber Richtung Marathon.

© Alfred Nevsimal
19. Juni – Sparkassen Gala in Regensburg: U20-Rekord für Frey
In den Annalen des österreichischen Laufsports hat der ehemalige Hallen-Europameister Dietmar Millonig zurecht einen fixen Platz in der ersten Reihe. Wie gut Millonig war, zeigen zuweilen die Laufzeiten seiner Rekorde. Ein bemerkenswert lange gültiger ist im Sommer gefallen, nämlich jener in der Altersklasse U20 über 5.000m aus dem Jahr 1974. Sebastian Frey (DSG Wien) steigerte den heimischen Juniorenrekord in Regensburg gleich um satte zehn Sekunden auf eine Zeit von 14:04,55 Minuten. „Ich kann es gar nicht glauben!“, staunte der Junior.

Frey ist eines der hoffnungsvollen Lauftalente für die Zukunft und beendete die europäische Bestenliste im 10.000m-Lauf auf Rang zwei, jene im 5.000m-Lauf auf Rang sechs. Dietmar Millonig war in Regensburg übrigens einer der ersten Gratulanten.

15. Juli – Junioren-EM in Tallinn: Falsches und richtiges Timing
So erfolgreich die Wettkampfsaison für den 19-jährigen Sebastian Frey (DSG Wien) war, sein Hauptwettkampf des Jahres ging leider in die Hose. Und das hatte gesundheitliche Gründe: Eine Erkrankung kurz vor den Junioren-Europameisterschaften in Tallinn ließen ihn nicht in bester Verfassung an den Start des Vorlaufs im 3.000m-Lauf gehen und prompt kam die unsanfte Quittung: das Aus. „Nicht das, was ich mir vorgestellt hatte“, sagte der Wiener konsterniert.

Mehr Erfolg hatte Kevin Kamenschak (ATSV Linz LA), der in Ermangelung einer U18-EM in der nächst höheren Altersklasse an den Start ging und im 1.500m-Lauf überraschend den Sprung ins Finale schaffte. Noch besser lief es im Finallauf: Der 17-Jährige wurde Siebter und übererfüllte seine Erwartungen: „Einfach nur cool!“

© ÖLV / Coen Schilderman
8. August – Olympische Spiele: Herzogs Leidensweg mit emotionalem Ende in Sapporo
„Es war eine Riesenehre, bei diesem Rennen sein zu dürfen!“ Mit dem Einlauf ins Ziel beim Olympischen Marathon in Sapporo erfüllte sich Peter Herzog (Union Salzburg LA) ein Jahr später als ursprünglich intendiert einen Karrieretraum. Die Emotionen beim Zieleinlauf entfachten für ihn unvergessliche Augenblicke. Die 42 Kilometer davor waren, angelehnt an seine Leistungsfähigkeit, weniger denkwürdig. „Ein langer Leidensweg“, fand er.

Die suboptimale Vorbereitung im Frühling und der mehr als suboptimale Aufenthalt in den Tagen vor dem Marathon in Sapporo zählten am Start nicht mehr. Die Bedingungen waren wie erwartet: heiß für Marathon, dazu eine hohe Luftfeuchtigkeit. Wie praktisch das gesamte Feld ging auch Peter Herzog das Rennen zu schnell an, der Erschöpfungsgrad schritt zu schnell voran – es kam zum Leidensweg, ohne das Tempo halten zu können. Nach 2:22:15 Stunden war die erste Olympische Erfahrung auf der Wettkampfbühne beendet. Herzog lenkte den Fokus auf seinen gesamten Olympischen Zyklus und seinen bemerkenswerten Weg vom Quereinsteiger und Hobbyläufer zum Olympioniken. Obwohl in Sapporo die Marathon-Lust temporär weg war, will der Pinzgauer 2024 in Paris wieder dabei sein. Dann bei atmosphärisch authentischen Olympischen Spielen.

Immerhin war das Publikum in Sapporo dank der japanischen Leidenschaft für das Laufen eines der besten Marathon-Publikums des Jahres. Das war für den zweiten Österreicher Lemawork Ketema (SVS Leichtathletik) leider ein schwacher Trost – er musste mit Problemen in der Oberschenkelmuskulatur aussteigen.

© SIP / Johannes Langer
22. August – Kärnten Läuft: Premieren-Heimsieg
Kärnten Läuft ist die österreichische Straßenlaufveranstaltung des Sommers und oft Bühne für die ganz Großen des Laufsports: Wilson Kipsang, Eliud Kipchoge und Florence Kiplagat lassen aus der Siegerliste des Wörthersee Halbmarathons grüßen. Nur eines gab es bisher nicht: einen österreichischen Sieg bei den Frauen. Bei der 20. Ausgabe des Halbmarathons von Velden nach Klagenfurt, gelaufen erstmals auf der Südseite des Ufers, lief Julia Mayer (DSG Wien) einem sicheren Staatsmeistertitel entgegen, als sich eine unerwartete Wendung im Rennen ergab. Die Niederösterreicherin überholte eine internationale Läuferin nach der nächsten und schnappte sich im Klagenfurter Fußballstadion sogar noch die bis dahin führende Kenianerin Lucy Mawia. „Ein richtig cooler Tag!“, jubelte die 28-Jährige, die eine Zeit von 1:13:28 Stunden erzielte. Damit verteidigte sie ihren Staatsmeistertitel erfolgreich, was aber an diesem Tag viel bedeutender war: Sie sorgte für den ersten österreichischen Sieg beim Wörthersee Halbmarathon seit Michael Buchleitner im fernen Jahr 2002 – bei der Premiere. Im Halbmarathon war Mayer übrigens bereits einmal schneller: Beim Eliterennen Vienna Calling 21K am 16. Mai, als sie eine Nacht nach dem Staatsmeistertitel im 5.000m-Lauf mit einer Zeit von 1:12:52 Stunden verblüffte.

Bei den Männern gab es keinen heimischen Gesamtsieg, aber eine Überraschung bei den Staatsmeisterschaften: Andreas Vojta trainierte nach der verpassten Olympia-Nominierung mehr Ausdauer und erzielte eine persönliche Bestleistung von 1:04:19 Stunden. Dieser Leistung hatte der favorisierte Timon Theuer (Union St. Pölten) an diesem Tag nichts entgegenzusetzen.

11. September – Vienna 10K: Mayer unter 33 Minuten
Es war wohl die heimische Laufleistung des Jahres durch jene Protagonistin in der Allgemeinen Klasse, die 2021 die größten Fortschritte gemacht und sich auf ein neues Leistungsniveau gehievt hat: Quereinsteigerin Julia Mayer (DSG Wien), die ihre sportliche Ausbildung im Fußball genoss, sich dort als Nachwuchstrainerin engagierte und nach dem Wechsel in den Laufsport ihren Beruf als Lehrerin aufgab, um dem Sport den vollen Fokus schenken zu können. Beim Vienna 10K in Wien stürmte sie trotz spätsommerlichem Wetter noch in den Abendstunden zu einer Zeit von 32:54 Minuten und blieb als erste Österreicherin überhaupt unter 33 Minuten – 18 Sekunden schneller als Andrea Mayr bei ihrem bisherigen Rekord.

„Ich bin überwältigt“, strahlte die 28-Jährige im Ziel vor dem Burgtheater und nach einer persönlichen Bestleistung von über 40 Sekunden. „Extrem geil!“ Vier Wettkämpfe hat die Niederösterreicherin im Jahr 2021 im 10km-Straßenlauf bestritten, viermal blieb die amtierende Staatsmeisterin dabei unter 34 Minuten. Zwei Wochen nach dem Vienna 10K gelang ihr genau das bei den Österreichischen Meisterschaften im 10.000m-Lauf in Eisenstadt nicht, als sie zwar Titelträgerin wurde, aber beim eigentlich einzigen nicht gelungenen Wettkampf des Jahres wichtige Punkte für die Weltrangliste sausen lassen musste. Über diese Disziplin will Mayer 2022 an den Europameisterschaften von München teilnehmen.

Der Vienna City Marathon verdient sich durch seine Pionierfunktion Bestnoten. Als erster großer westeuropäischer Marathon kehrte er nach eineinhalb Jahren Pandemiepause zurück auf die Laufbühne und brachte rund 18.000 Läuferinnen und Läufer in Bewegung. In Wien wurde ein Standard geschaffen, von dem alle nachfolgenden Laufveranstaltungen profitierten. Im Jahresrückblick von World Athletics zur Rückkehr der Laufevents als Massenveranstaltungen bekam der VCM einen beachtlichen Platz. Der wichtigste Teil des Präventionskonzept: Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten mit einem negativen COVID-Testergebnis, dessen Gültigkeit bis zum Startschuss aufrecht erhalten bleiben musste, die Startnummer abholen.

© VCM / Leo Hagen
3. Oktober – Österreichischer Frauenlauf: Österreichischer Rekord im 5km-Lauf
Das Comeback des Österreichischen Frauenlauf, einer der bedeutendsten Frauenläufe der Welt und zweitgrößte Laufveranstaltung in Österreich, stand unter einem besonderen Stern. Denn aufgrund des Vorpreschens der Wiener Stadtpolitik bei der so genannten „2G“-Regel war der Österreichische Frauenlauf der erste Laufevent, zu dem die eigene Einschätzung des individuellen Gesundheitszustandes kombiniert mit einem negativen Testergebnis als dessen Bestätigung alleine nicht mehr als Teilnahmekriterium reichte. Ein drastischer Schritt, über den jetzt keiner mehr spricht, da es nicht der letzte drastische Schritt war.

Spitzensportlich produzierte der 5km-Elitelauf im Wiener Prater zwei Paukenschläge: Eine Woche nach dem enttäuschenden Auftritt in Eisenstadt egalisierte Julia Mayer (DSG Wien) den österreichischen 5km-Rekord von Jennifer Wenth in einer Zeit von 15:46 Minuten. „Diese Rekorde bedeuten mir sehr viel. Schließlich ist das die Erfüllung meiner Träume, die ich zu Beginn gehabt habe“, so Mayer, die großteils in Wien lebt und trainiert. Die kenianische Siegerin Gladys Chepkurui produzierte in einer Zeit von 14:50 Minuten eine Weltklasseleistung und blieb unglaubliche 37 Sekunden unter dem bisherigen Streckenrekord. Gut 13.000 Finisherinnen, laufend und walkend, produzierten drei Wochen nach dem Vienna City Marathon das zweite wichtige Signal, dass der organisierte Laufsport in Österreich wieder da ist.

10. Oktober – Drei Länder Marathon: Heimsieg durch Kosgei
Es kommt selten vor, dass ein österreichischer Läufer einen heimischen Marathon gewinnt und höchstselten, dass er das in einer Zeit unter 2:20 Stunden tut. Isaac Kosgei, 40 Jahre alt und bereits zweifacher Staatsmeister im Marathon, schnupperte beim Drei Länder Marathon am Bodensee schon dreimal am Gesamtsieg, der vierte Pfeil traf ins Ziel. Vier Wochen nach dem Vienna City Marathon, wo er bereits als schnellster in Österreich lebender Läufer ins Ziel gelaufen war, gewann er den Marathon, der von Lindau über deutsches, österreichisches und Schweizer Terrain nach Bregenz führt, in einer Zeit von 2:19:18 Stunden – persönliche Bestleistung!

Mit dem Vienna City Marathon, dem Graz Marathon, dem Drei Länder Marathon und dem Linz Marathon konnten 2021 vier der fünf größten Stadtmarathons entweder am angestammten Termin oder – im Falle von Wien und Linz – am Alternativtermin durchgeführt werden, dabei erreichten die Teilnehmerzahlen nicht bei allen Events die 50% im Vergleich zu 2019. Je länger der Laufherbst dauerte, desto verhältnismäßig mehr Teilnehmer kamen.

© Drei-Länder-Marathon
12. Dezember – Crosslauf-EM: Frey in europäischer U20-Spitze
Die Herausforderung hätte kaum größer sein können, der Einsatz des österreichischen U20-Teams bei den Crosslauf-Europameisterschaften in Dublin auch kaum. Als nicht führende Crosslauf-Nation Europas gibt es für Österreich traditionell nicht die günstigste Startbox. Dann stürmte das Juniorenfeld los wie es bei heimischen Crossläufen unvorstellbar ist. Und kaum hatte sich das Rennen so halbwegs beruhigt, attackierte der Däne Axel Vang Christensen und machte es wieder schnell.

Österreichs Hoffnung auf eine Top-Platzierung, Sebastian Frey (DSG Wien) hielt sich angesichts dieser Herausforderung gut und wurde Zwölfter – das beste Ergebnis bei Crosslauf-Europameisterschaften seit langem. Mindestens genauso beachtlich waren aber die Leistungen von Kevin Kamenschak (ATSV Linz LA) und Emil Bezecny (Leichtathletik Akademie Eisenstadt), die als 17-Jährige auf den Rängen 24 und 35 ins Ziel liefen – Bezecny trotz eines Sturzes. In einer U18-Wertung wären sie auf den Rängen drei und vier platziert gewesen. Zur Belohnung gab es das anvisierte Erreichen eines Top-Acht-Rangs in der Nationenwertung – vor Deutschland. „Alle haben am Punkt sehr stark verformt und sind schlau gelaufen“, lobte Trainer Karl Sander.

Ein gutes Abschneiden sicherten sich in der Allgemeinen Klasse Andreas Vojta (team2012.at), der mit Platz 29 nicht nur sein persönlich bestes Resultat beim neunten Antreten in der Allgemeinen Klasse erzielte, sondern das beste österreichische seit den besten Crosslauf-Zeiten von Günther Weidlinger. Julia Mayer (DSG Wien) belegte im vorzüglich besetzten Frauenrennen Platz 39.