„Signal des Wiederbeginns“ in Florenz

© SIP / Johannes Langer

Nach einem Jahr Pause kehrt, traditionell am letzten November-Wochenende, der Florenz Marathon, vor der Pandemie hinter dem Rom Marathon der größte Marathonlauf Italiens, zurück auf die Laufbühne. Die Veranstalter, die vor einem Jahr bis kurz vor knapp um eine Alternativveranstaltung mit einem Halbmarathon in einem Park um ein Laufevent gekämpft haben, müssen Abstriche in der Teilnehmerschaft hinnehmen. Anstatt knapp 10.000 Marathonbegeisterte wie bis 2019 laufen bei der 37. Auflage nun bis zu 4.500 durch die toskanische Hauptstadt mit Start und Ziel vor dem weltberühmten Dom inmitten der von der Renaissance geprägten Altstadt. Der Florenz Marathon ist ein reiner Marathon ohne weitere Bewerbe im Programm.

Olympia-Teilnehmer mit bester Vorleistung

Organisationsleiter Giancarlo Romiti betonte im Vorfeld von der schwierigen Vorbereitung im Kontext des zweiten Pandemieherbst, lenkte aber den Blick in die Zukunft: „Wir sind überzeugt, dass der Marathon am Sonntag ein Signal des Wiederbeginns ist – so schwierig und prekär die Situation ist.“ Insbesondere die vielen ausländischen Läuferinnen und Läufer fehlen in diesem Jahr.

Dennoch hat der Veranstalter ein kleines Aufgebot ostafrikanischer Eliteläufer zusammengestellt. Olympia-Teilnehmer Oqbe Ruesom aus Eritrea, in Sapporo immerhin 35., führt die Liste der Favoriten mit einer Bestleistung unter 2:06 Stunden an. Seine größten Herausforderer sind wohl die Kenianer Cyprian Kotut und Ronald Korir, deren beste Marathonzeiten aber schon Jahre zurückliegen. Der 29-jährige Kotut hatte 2016 ein geniales Marathonjahr, als er im Frühling überraschend den Paris Marathon gewann und im Herbst Dritter in Frankfurt wurde. Korir, 2014 bei seinem Marathon-Debüt und nach wie vor schnellsten Marathon, in Frankfurt Sechster, war vor eineinhalb Monaten Dritter beim Stockholm Marathon. Der in Italien lebende Olivier Irabaruta aus Burundi hofft genauso wie Abdi Gelelchu, Sieger 2018, auf eine Siegchance. Bei den Frauen befinden sich die Kenianerin Naomi Tuei, die Äthiopierin Obse Abdeta und die Marokkanerin Souad Kabouchia auf einem vergleichbaren Leistungsniveau und sind damit die aussichtsreichsten Kandidatinnen auf den Sieg.

Keiner der italienischen Topläufer hat für das Rennen gemeldet – ein Grund dürfte die schwierige Strecke in Florenz sein, die suboptimal für internationale Limits ist. Der Wetterbericht ist wenig erfreulich: Regen und 8°C. für Sonntagvormittag.

ASICS Firenze Marathon