Weltjahresschnellster führt Abu Dhabi Marathon an

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Knapp zwei Monate nach seinem abgebrochenen Marathon in London unternimmt Titus Ekiru, dank seines Sieges beim Eliterennen in Mailand Mitte Mai in einer Zeit von 2:02:57 Stunden der schnellste Marathonläufer des laufenden Kalenderjahres, einen zweiten Anlauf auf einen Herbsterfolg. Der 29-Jährige ist mit mächtig Selbstvertrauen angereist und nimmt sich vor, neuerlich unter 2:03 Stunden zu laufen. „Der Kurs ist sehr schnell, weil flach. Also halte ich das für ziemlich realistisch. Ich kann es kaum erwarten, am Freitag loszulaufen“, sagte der Kenianer bei der heutigen Pressekonferenz in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, in der die Tageshöchsttemperaturen selbst im November noch im Schnitt die 30°C. überragen. Der Staat in Nahen Osten, dank Erdölaufkommen heute eines der reichsten Länder der Welt, feiert in diesem Jahre 50 Jahre Unabhängigkeit. Der Abu Dhabi Marathon ist eines der sportlichen Highlights des Jahres, bei dem die Feierlichkeiten auch aufgrund des nahenden Nationalfeiertags sichtbar sein werden.

Abel Kirui auf der Suche nach dem dritten Frühling

Zu Ekirus Kontrahenten in einem leistungsstarken Feld, das den Streckenrekord von 2:04:40 Stunden unterbieten soll, gehört sein Landsmann Reuben Kipyego, der in Mailand in einer Zeit von 2:03:55 Stunden Zweiter war. Auch der Drittplatzierte aus Mailand, Barnabas Kiptum (2:04:12) ist am Start. Hinter dem Antritt von Marius Kipserem, 2018 Sieger des ersten Abu Dhabi Marathon auf ungewollt leicht verkürzter Strecke, steht insofern ein kleines Fragezeichen, als dass er erst vor fünf Wochen den Rotterdam Marathon bestritten hat – und das als Zweiter in 2:04:04 Stunden auch recht erfolgreich.

Ein alter Bekannter steht ebenfalls an der Startlinie: der zweifache Weltmeister Abel Kirui. Der Sieger des Vienna City Marathon von 2008 ist mittlerweile 39 Jahre alt und kann schon seit Jahren nicht an seine Top-Leistungen um die vorletzte Jahrzehntenwende anknüpfen. Dennoch nimmt er in einem Interview mit der kenianischen Tageszeitung „The Star“ die WM 2022 in Eugene ins Visier. „Abu Dhabi bietet mir eine gute Chance zu zeigen, dass ich immer noch gut genug bin, mein Land international zu repräsentieren“, so der Trainingspartner von Eliud Kipchoge.

Philemon Rono, Sieger des Toronto Marathon 2019, und der Südafrikaner Stephen Mokoka, 2019 in Doha WM-Fünfter und vor sechs Wochen südafrikanischer Marathonmeister geworden, ergänzen die Spitze des 25 Athleten umfassenden Elitefelds, in dem kein Europäer steckt. Einziger Spitzenläufer aus der Region ist der für den Bahrain antretende Shumi Dechasa, Sieger des Genf Marathon im Frühling. Für die sportlichen Geschicke des Abu Dhabi Marathon sind zwei Italiener verantwortlich: Renndirektor Andrea Trabuio und Athletenmanager Federico Rosa, einer der bekanntesten Manager in der Laufszene.

Trio mit Favoritenrolle bei den Frauen

Auch das Rennen der Frauen lässt einen spannenden und hochklassigen Wettkampf erwarten. Angeführt wird das Feld von Titelverteidigerin Vivian Kiplagat, die 2019 in einer Zeit von 2:21:11 Stunden gewonnen hat. Seither ist der 30-Jährigen allerdings kein guter Marathon mehr gelungen, dafür aber zwei flotte Halbmarathons, zuletzt im September in Kopenhagen in 1:06:07 Stunden. Nach einem enttäuschenden London Marathon sucht Alemu Megertu, Siegerin des Rom Marathon 2019, ihre zweite Herbstchance. Ein Wörtchen um den Sieg mitsprechen möchte auch die für den Bahrain laufende Eunice Chumba, die bei den Olympischen Spielen von Tokio 2020 einen tollen siebten Platz erzielte. „Abu Dhabi ist einer meiner Lieblingsplätze. Ich fühle mich hier wohl und möchte eine neue persönliche Bestleistung aufstellen“, erklärte die in Kenia Geborene.

In der Breite ist das 16 Eliteläuferinnen umfassende Starterfeld bei den Frauen allerdings nicht so stark wie jenes der Männer und besteht aus einigen Läuferinnen, deren Bestzeiten bereits einige Jahre zurückliegen. Alle Bewerbe addiert haben sich rund 12.000 Läuferinnen und Läufer für die Veranstaltung angemeldet, rund 2.000 gehen auf die Marathondistanz. Die flache Strecke führt entlang der Küste durch das Richtung Meer ausgerichtete Stadtzentrum und damit an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Abu Dhabis vorbei.

Hohes Preisgeld

Das Comeback des Abu Dhabi Marathon versüßt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in den Elitefeldern die prächtige Aussicht auf spektakuläre Verdienste. Insgesamt wird ein Preisgeld von rund 270.000 euro ausgeschüttet, die Siegerin und der Sieger bekommen jeweils 50.000 US-Dollar (das entspricht ca. 44.600 Euro), für einen Streckenrekord gibt es 30.000 US-Dollar (ca. 26.800 euro) oben drauf.

ADNOC Abu Dhabi Marathon