Junge Eritreerin läuft Kenias Favoriten den Rang ab

Mit einer großen Überraschung endete die 17. Auflage des Cross Internacional de Atapuerca, vierte Station der World Cross Country Tour Gold. Die 19-jährige Eritreerin Rahel Daniel düpierte die als klare Favoriten ins Rennen gegangenen Kenianerinnen. Auch bei den Männern gab es einen eritreischen Sieg durch Aron Kifle.

Symbolfoto. © Cross Attack / Alexander Schwarz

Der Sieg der 19-jährigen Rahel Daniel aus Eritrea darf wirklich als große Sensation angesehen werden. Die Juniorin hat bisher erst einmal international für ein Minimum an Aufmerksamkeit gesorgt: Bei den äthiopischen Olympia-Trials in Hengelo blieb sie im 5.000m-Lauf unter 15 Minuten und qualifizierte sich für die Olympischen Spiele, wo sie im Vorlauf keine Chance hatte, aber möglicherweise wichtige Erfahrung sammeln konnte. Daniel dürfte die feine Phalanx kenianischer Topläuferinnen selbst überrascht haben, dass sie dem von Margaret Kipkemboi bestimmten Tempo als einzige neben Kipkembois Landsfrauen Beatrice Chebet, Celliphine Chespol und Norah Jeruto folgen konnte. Auf den letzten 100 Meter erwischte die Außenseiterin ihre Rivalinnen auf dem falschen Fuß und setzte sich nach acht gelaufenen Kilometern auf der breiten Zielgerade in einer Zeit 25:03 Minuten durch.

Perfektes Geburtstagsgeschenk

In zwei Tagen feiert Daniel ihren 20. Geburtstag, ihr bisher mit Abstand größter internationaler Auftritt auf sportlicher Ebene dürfte das ideale Geschenk sein. Es ist der zweite eritreische Sieg bei 17. Auflagen in Atapuerca nach Simret Sultan, die sich 2007 als erste afrikanische Siegerin in die Annalen des Events eintrug. Auch bei den Männern ist es der zweite eritreische Sieg nach Teklemariam Medhin im Jahr 2010.

Kipkemboi, beim Crosslauf in Atapuerca bereits zweimal Zweite, blieb auch dieses Mal sieglos und musste im Endspurt gar noch Junioren-Weltmeisterin Beatrice Chebet im Kampf um Rang zwei den Vortritt lassen – beide wurden mit einer Zeit von 25:04 Minuten registriert. Jeruto und Chespol folgten abseits des Stockerls.

Die Europäerinnen konnten mit dem hohen Tempo der Afrikanerinnen nur eine Runde lang mithalten und landeten im Hinterfeld, was die Positionen im Elitefeld betrifft. Die beste war die Italienerin Nadia Battlocletti als Zwölfte, als schnellste Spanierin erreichte Carolina Robles das Ziel auf Position 15, zwei Ränge vor Mariana Machado aus Portugal. Im Statement gegenüber dem Italienischen Leichtathletik-Verband (FIDAL) erzählte die junge Italienerin, zweifache Crosslauf-Junioren-Europameisterin, gleich zweimal zu Sturz gekommen zu sein.

Kifle bei erstem Saisonstart gleich erfolgreich

Der 23-jährige Aron Kifle, der bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften 2017 und 2019 jeweils in die Top-Fünf lief, aber nie eine Medaille holte, übernahm auf der Strecke im Archäologiezentrum von Ataperuca die Führung gegen Ende der zweiten von vier großen Runden von Rodrique Kwizera und damit die Initiative im Rennen. Der Eritreer, der auch zu den weltbesten Halbmarathonläufern gehört (WM-Bronze 2018), erhöhte die Pace und sorgte für ein klassisches Ausscheidungsrennen. In der vorletzten Runde erarbeitete er sich einen Vorsprung von vier Sekunden auf ein Verfolgerquartett, das in der kleinen Zusatzrunde, um auf die Distanz von 9.000 Metern zu kommen, zwar noch einmal näher heranrückte, den Sieger aber nicht mehr einholen konnte. In einer Zeit von 25:33 Minuten gewann Kifle mit einer Sekunde Vorsprung auf den in Spanien lebenden Rodrique Kwizera aus Burundi (25:34), der nach seinen Siegen in Soria (Gold) und San Sebastian (Bronze) seine Topform weiterhin unter Beweis stellen konnte, und den nicht miteinander verwanden Ayekos Joel und Thomas, die zeitgleich in 25:36 Minuten das Ziel erreichten. Als einziger Spanier konnte Abdessamad Oukhelfen, Bronzemedaillengewinner in der Altersklasse U23 bei den letzten Crosslauf-Europameisterschaften im Jahr 2019, mit der Spitzengruppe mithalten und wurde Fünfter. Als zweiter Spanier in den Top-Ten wurde Carlos Mayo Achter, Titelverteidiger Ouassmin Oumaiz stieg frühzeitig aus.

Ergebnisse Cross Internacional Atapuerca

Männer (9 km)

  1. Aron Kifle (ERI) 25:33 Minuten
  2. Rodrigue Kwizera (BUR) 25:34 Minuten
  3. Joel Ayeko (UGA) 25:36 Minuten
  4. Thomas Ayeko (UGA) 25:36 Minuten
  5. Abdessamad Oukhelfen (ESP) 25:44 Minuten
  6. Thierry Ndikumwenayo (BUR) 25:47 Minuten
  7. Gizealew Ayana (ETH) 25:51 Minuten
  8. Carlos Mayo (ESP) 26:04 Minuten
  9. Hosea Kiplangat (UGA) 26:08 Minuten
  10. Yemane Haileselassie (ERI) 26:12 Minuten

    DNF Ouassim Oumaiz (ESP)

Frauen (8 km)

  1. Rahel Ghebreneyohannes (ERI) 25:03 Minuten
  2. Beatrice Chebet (KEN) 25:04 Minuten
  3. Margaret Kipkemboi (KEN) 25:04 Minuten
  4. Norah Jeruto (KEN) 25:06 Minuten
  5. Celliphine Chespol (KEN) 25:18 Minuten
  6. Esther Chebet (KEN) 25:40 Minuten
  7. Meskerem Mamo (ETH) 25:47 Minuten
  8. Lucy Maiwa (KEN) 26:02 Minuten
  9. Tiget Getnet (ETH) 26:03 Minuten
  10. Zerfe Wondemagegn (ETH) 26:08 Minuten
  11. Likina Amewaw (ETH) 26:08 Minuten
  12. Nadia Battocletti (ITA) 26:21 Minuten

    15. Carolina Robles (ESO) 26:44 Minuten
    16. Michelle Finn (IRE) 26:48 Minuten
    17. Mariana Machado (POR) 26:58 Minuten

Cross International Atapuerca

World Cross Country Tour