Paris Marathon: nachhaltig, reichhaltig und schnell

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Am kommenden Sonntag feiert der Paris Marathon nach der Absage 2020 und der Verschiebung 2021, also einer Pause von zweieinhalb Jahren, sein Comeback. Im Vorfeld diktierten die neue Partnerschaft mit ASICS und die Bekenntnis zum grünen Marathon die Schlagzeilen. Bei der letzten Ausgabe hat der Paris Marathon all seine verursachten Treibhausgase, laut Angaben des Veranstalters zu 95% von den Teilnehmern und deren Reiseaktivitäten verursacht, kompensiert, in dem ein Projekt zur Erhaltung des lokalen Ökosystems in Kenia umgesetzt wurde. Beispielsweise wurden 140.000 Bäume gepflanzt und 60.000 umweltfreundlichere Öfen an die Bevölkerung verteilt. In drei Jahren hat der Paris Marathon das Recycling des entstandenen Mülls auf 67% verdoppelt, darunter 4,3 Tonnen Kleidung. Diesen Weg Richtung einer grüneren Zukunft wird der Veranstalter in diesem Jahr weitergehen.

RunAustria-Tipp: Der Paris Marathon wird am Sonntag ab 8:40 Uhr live auf Eurosport übertragen.

Über 60.000 Anmeldungen

Vor der Pandemie war der Paris Marathon als größter Marathonlauf Europas bekannt, 57.000 Anmeldungen zählte die Veranstaltung in der französischen Hauptstadt zuletzt. Heuer könnte er sogar der größte Marathon der Welt werden. Die französische Sportzeitung „L’Équipe“ schrieb am Mittwoch von über 60.000 Anmeldungen aus 150 Nationen nur im Marathon, 2020 wären es 65.000 gewesen. Aufgrund der gegenwärtigen Umstände ist schwer abschätzbar, wie viele Läuferinnen und Läufer tatsächlich am Start sein werden – eines der größten Lauffeste des Jahres wird der Paris Marathon jedenfalls. Zugangskriterium zur Veranstaltung ist entweder ein Impfnachweis oder ein negatives Testergebnis. Die Eliteläuferinnen starten eine Viertelstunde früher als die Eliteläufer, die um 9:10 Uhr ihren Startschuss bekommen. Der Unterschied ergibt sich aus dem Zeitunterschied der beiden Streckenrekorde. Der Start wurde aufgrund des späteren Sonnenaufgangs im Vergleich zum traditionellen Termin im April um 45 Minuten nach hinten gelegt.

Comeback von Jeptoo

Aus sportlicher Sicht fehlen die absoluten Weltklassenamen in Paris, dennoch könnten leistungsdichte Felder für spannende Rennen auf guten Niveau sorgen. Das Rennen der Männer wird angeführt von sechs Läufern mit Bestleistungen zwischen 2:05 und 2:06 Stunden: Nicolas Kirwa, im Frühling Fünfter beim Mailand Marathon, Elisha Rotich, Dritter in Amsterdam 2019 und Sieger in Eindhoven 2018, Joel Kimurer, Zweiter beim Abu Dhabi Marathon 2019, und Stephen Chebogut, Zweiter in Paris 2017 – alle aus Kenia – sowie Abdi Fufa aus Äthiopien, im Frühling Zweiter beim Elitemarathon auf einem Flugfeld nahe Siena. Mit Hassan Chahdi, der 2020 in Valencia eine Zeit von 2:09:15 Stunden gelaufen ist, Florian Carvalho und Yohan Durand sind drei gute französische Marathonläufer dabei.

Bei den Frauen ist Priscah Jeptoo der große Name im Feld. Die ehemalige Spitzenläuferin, Olympia-Silbermedaillengewinnerin von London 2012, Vize-Weltmeisterin sowie Siegerin der World Marathon Majors von London und New York 2013, versucht sich erstmals seit knapp zwei Jahren wieder im Marathon, unter 2:24 Stunden ist sie zuletzt beim London Marathon vor acht Jahren geblieben. Die weiteren Teilnehmerinnen mit Bestleistungen knapp unter 2:25 Stunden sind die Äthiopierinnen Wagnesh Mekasha, Vierte in Dubai 2019, Sifan Melaku, Dritte in Sevilla 2020, Tigist Memuye, Zweite beim Genf Marathon 2021, Yeshi Chekole, Dritte in Abu Dhabi 2019, Yenenesh Dinkesa, Sechste in Mailand 2021, und Zinash Mekonnen, Vierte in Seoul 2019, sowie Antonina Kwambai aus Kenia, Halbmarathon-Siegerin in Paris 2018. Bekannteste Europäerin im Feld ist die EM-Achte Catherine Bertone aus Italien, die die Olympischen Spiele verpasst hat.

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