Weltklasseläuferin Agnes Tirop tot aufgefunden

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Es ist eine schockierende Nachricht, die die Leichtathletik-Welt am heutigen Mittwoch erreicht. Die 25-jährige kenianische Weltklasseläuferin Agnes Tirop ist heute Morgen in ihrem Haus in Iten tot aufgefunden worden. Die kenianische Tageszeitung „The Star“ schrieb von einer tödlichen Stichwunde am Hals, andere kenianische Medien schreiben von Stichwunden im Bereich des Bauches. Jedenfalls gehen die kenianischen Ermittler von Mord aus. Die kenianische Tageszeitung „Daily Nation“ veröffentlichte Fotos, die mehrere kenianische Laufstars, darunter Mary Keitany und London-Marathon-Siegerin Joyciline Jepkosgei in Trauer vor dem Haus von Tirop stehend zeigen. „The Star“ berichtete außerdem, dass Tirop nach der Trennung von ihrem Ehemann zuletzt in einem Teamcamp gelebt hat, vor zwei Tagen aber nach einer Versöhnung mit Verwandten und Freunden in das Haus zurückzog. Der Kenianische Leichtathletik-Verband (Athletics Kenya) kommunizierte in einem auf Twitter veröffentlichten Statement Tirops Ehemann als Tatverdächtigen.

Große Erfolge auf internationaler Bühne

Agnes Tirop zählt zu den erfolgreichsten Läuferinnen der letzten Jahre. Nach Erfolgen im Juniorenbereich gewann sie 2015 die Goldmedaille bei den Crosslauf-Weltmeisterschaften in Guiyang und gewann zweimal die WM-Bronzemedaille im 10.000m-Lauf (2017 und 2019). Bei den Olympischen Spielen von Tokio schrammte sie als Vierte im 5.000m-Lauf knapp an Edelmetall vorbei. Zuletzt brillierte die 25-Jährige beim 10km-Straßenlauf in Herzogenaurach, wo sie in einer Zeit von 30:01 Minuten einen neuen Weltrekord für reine Frauenrennen aufstellte. Vor zehn Tagen bestritt sie einen 10km-Straßenlauf in Genf, den sie als Zweite beendete.

„Eine kenianische Heldin in jeder Hinsicht“

„Kenia hat ein Juwel verloren“, bedauerte Athletics Kenya in einem Statement. Auch Kenias Präsident Uhuru Kenyatta wandte sich an die Öffentlichkeit: „Es ist beunruhigend, äußerst bedauerlich und sehr traurig, dass wir eine junge und viel versprechende Athletin verloren haben, die unserem Land durch ihre Leistungen auf der globalen Leichtathletik-Bühne so viel Ruhm eingebracht hat. Es ist noch schmerzlicher, dass Agnes, eine kenianische Heldin in jeder Hinsicht, ihr junges Leben durch eine kriminelle Tat verloren hat, die von egoistischen Menschen begangen wurde.“