Tura gewinnt Chicago Marathon vor Rupp

Fünf Monate nach seinem ersten Marathon unter 2:05 Stunden mit Platz vier in Mailand feierte Seifu Tura beim Chicago Marathon den größten Erfolg seiner Karriere. Nur um 23 Sekunden verpasste US-Hoffnung Galen Rupp seinen zweiten Sieg in Chicago.

© Unsplash / Max Bender

Seifu Tura hatte vor dem Rennen nicht unbedingt zum engsten Kreis der Favoriten gehört, doch der 24-jährige Äthiopier, der zur Agentur Rosa Associati gehört, konnte beim World Marathon Major in Chicago zeigen, dass sein schneller Marathon von 2:04:29 Stunden in Mailand keine Eintagsfliege war. In Chicago bestätigte er diese Leistung, lief von Beginn an kontrolliert in der Spitzengruppe mit und konnte wenige Kilometer vor dem Ziel seine letzten Begleiter Galen Rupp und Eric Kiptanui abhängen. Damit ist Tura der erste äthiopische Sieger bei den Männern in der US-Metropole seit Tsegaye Kebede im Jahre 2012 – das Ende einer längeren Durststrecke also.

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Der Sechstplatzierte des letzten Chicago Marathon vor zwei Jahren begann zu puschen, als die Spitzengruppe in einer Zeit von 1:30:06 Stunden die Zwischenzeit bei Kilometer 30 überquert hatte. Diese Initiative, die das Rennen an der Spitze nach einem langsameren Mitteldrittel noch einmal beschleunigte, verkleinerte die Topgruppe von zuvor sieben Leuten auf das Trio, welches in der finalen Phase auseinander gezogen wurde. Der Olympia-Achte Galen Rupp, der den Chicago Marathon 2017 gewinnen konnte, hielt lange Zeit Sichtkontakt, konnte den Abstand aber nicht verkleinern und wurde in einer Zeit von 2:06:35 Stunden Zweiter. Damit verfehlte der 35-Jährige seine eigene persönliche Bestleistung nur um knapp eine halbe Minute. Tura prolongierte die äthiopische Siegesserie bei den World Marathon Majors 2021 nach Guye Adola (Berlin) und Sisay Lemma (London).

Seifu Turas Halbmarathon-Splits: 1:02:29 / 1:03:43 Stunden
Seifu Turas 5km-Teilzeiten: 14:43 / 14:32 / 15:006 / 14:52 / 15:29 / 15:24 / 14:55 / 14:43 / 6:28 (2,195 km) Minuten

Bester Marathon unter Mike Smith

Rupp hob nach seinem starken Auftritt bei hohen Temperaturen mit 22°C am Start und merkbarem Wind die positive Seite des zweiten Platzes hervor. Schließlich war er vor zwei Monaten den Olympischen Marathon gelaufen und wirkte in Chicago gut erholt. Nach diesem Doppel mit Rang acht in Sapporo und Rang zwei in Chicago ist der stärkste US-amerikanische Marathonläufer der Jetzt-Zeit mit seinem neuen Coach Mike Smith endgültig wieder auf Schiene. Im kommenden Sommer wartet mit der Heim-WM in Eugene ein echtes Karriere-Highlight für den Olympia-Medaillengewinner im Marathonlauf von Rio 2016.

Kenianer schwer geschlagen

Waren die ersten beiden mit ihren Leistungen glücklich, so wartet die Marathon-Welt auch nach dem Chicago Marathon 2021 auf den Durchbruch von Eric Kiptanui im Marathonlauf. Der Kenianer wurde in einer Zeit von 2:06:51 Stunden immerhin Dritter und war damit noch deutlich besser dran als Reuben Kipyego, der angesichts seiner Vorleistung von 2:03:55 Stunden (Mailand 2021) als Favorit ins Rennen gegangen war. Kurz nach der Zwischenzeit bei Kilometer 30 wurde er abgehängt und im Finale bis auf Position acht durchgereicht. Dickson Chumba, ehemaliger Sieger beim Chicago Marathon, verlor noch früher den Anschluss und stieg nach zwei Dritteln der Renndistanz aus.

Der japanische Rekordhalter Kengo Suzuki lief als Vierter ins Ziel. Er erreichte eine Zeit von 2:08:50 Stunden.

Ergebnisse Bank of America Chicago Marathon 2021 der Männer

  1. Seifu Tura (ETH) 2:06:12 Stunden
  2. Galen Rupp (USA) 2:06:35 Stunden
  3. Eric Kiptanui (IKEN) 2:06:51 Stunden
  4. Kengo Suzuku (JPN) 2:08:50 Stunden
  5. Shifera Tamru (ETH) 2:09:39 Stunden
  6. Colin Mickow (USA) 2:13:31 Stunden
  7. Nico Montanez (USA) 2:13:55 Stunden *
  8. Reuben Kipyego (KEN) 2:14:24 Stunden
  9. Reed Fischer (USA) 2:14:41 Stunden *
  10. Wilkerson Given (USA) 2:14:55 Stunden

* neue persönliche Bestleistung

Bank of America Chicago Marathon

Abbott World Marathon Majors