Ghebreslassie will bei Rom Marathon wieder Fahrt aufnehmen

Nach zweieinhalb Jahren Pause kehrt der Rom Marathon zurück auf die Laufbühne. Athleten-Koordinator Andrea Giocondi verspricht ein spitzensportliches Spektakel: „Die Auswahl der Topläufer ist außergewöhnlich, wir steuern die Streckenrekorde an.“

Ghirmay Ghebreslassie beim Zieleinlauf bei der WM 2015. © Getty Images for IAAF / Christian Petersen

Der prominenteste Starter im Männerrennen ist Ghirmay Ghebreslassie, mittlerweile 25 Jahre alt und ein reifer Marathonläufer, der seinen Jugendtaten hinterher hechelt. Als 19-Jährige lief er in Peking sensationell zum WM-Titel im Marathon und konnte familienintern endgültig schlagkräftige Argumente liefern, warum er gegen den Willen seiner Eltern seine Bildungslaufbahn für das Laufen abgebrochen hat. Der Stern am eritreeischen Laufhimmel hielt sich ein bisschen. Nach Rang vier beim London Marathon und dem vierten Platz bei den Olympischen Spielen von Rio de Janeiro als bestplatzierter Athlet, der keinen der damals innovativen und am Markt einzigartigen Topschuhe von Nike am Fuß hatte, folgte seine Sternstunde. Beim New York City Marathon 2016 verwandelte er eine grandiose Leistung in einen Sieg. Dann endete sein Höhenflug abrupt und ging in eine lange Durststrecke über. Der zehnte Platz beim Marathon in Siena im April in einer Zeit von 2:07:11 Stunden war mit Abstand das Beste seit damals, für eine Olympia-Teilnahme im eritreeischen Team reichte dies nicht. Vor dem Rom Marathon versprüht er Optimismus und hat eine Halbmarathon-Durchgangszeit in 1:03 Stunden bestellt. Ambitionen auf den Sieg hat auch der Äthiopier Birhanu Bekele, der beim Sevilla Marathon 2019 eine Zeit von 2:06:41 Stunden gelaufen ist. Der 40-Jährige hat gute, aber nicht frische Erinnerungen an Marathonläufe in Italien. 2011 gewann er in Florenz, 2012 wurde er Zweiter. Startnummer eins hat aber keiner der beiden, die ging an den bekannten Römer Ultraläufer Giorgio Calcaterra.

Weldegebril Favoritin bei den Frauen

Die Favoritinnen bei den Frauen sind die Äthiopierin Tinbit Weldegebril, Dritte beim Valencia Marathon 2018, und die Kenianerin Winfridah Moraa, Neunte beim Eliterennen in Mailand im Mai. Weldegebril bestreitet ihren ersten Marathon seit damals. Giocondi zeigte sich zufrieden mit der Stärke der Elitefeld. „Nur 40 Tage nach den Olympischen Spielen war es extrem schwierig, ein gutes Feld zu verpflichten. Wir dürfen nicht vergessen, dass in den folgenden 50 Tagen alle sechs World Marathon Majors und noch weitere internationale Topmarathons auf dem Programm stehen.“

Über 10.000 laufen bei spezieller Austragung des Rom Marathon

7.500 Läuferinnen und Läufer nehmen am Rom Marathon 2021 teil, alle müssen mindestens die italienische Variante des Grünen Passes vorweisen, die in etwa der österreichischen 3G-Regeln entsprechen. Außerdem gilt die ersten 500 Laufmeter Maskenpflicht, eine Startwelle darf maximal 2.000 Aktive beinhalten. Rund 70% der Marathonteilnehmer kommen aus Italien, der Rest aus rund 60 Nationen. Die Strecke führt vom Start- und Zielbereich auf der Via dei Fori Imperiali direkt zu einigen der Sehenswürdigkeiten der Ewigen Stadt.

Außerdem sind rund 500 Marathon-Staffeln und rund 3.000 Läufer für ein Fun Race gemeldet.

acea Run Rome The Marathon