Niyonsaba und Aregawi gewinnen Diamond League 2021

Die Wanda Diamond League hat im 5.000m-Lauf zwei neue Gesamtsieger. Francine Niyonsaba und Berihu Aregawi holten sich die 30.000 US-Dollar (das entspricht gut 25.000 Euro) Sonderprämie auf einer künstlich konstruierten Laufbahn auf dem Sechseläutenplatz im Zürcher Zentrum.

© Wanda Diamond League

Es waren spektakuläre Leichtathletik-Bilder, die der Veranstalter des Meetings Weltklasse Zürich mit der innovativen und hochwertigen Umsetzung des ersten Wettkampftages des Diamond-League-Finals am Sechseläutenplatz am Ufer des Zürichsees, direkt vor der Oper in die Welt aussandte. Verbunden mit der Botschaft, dass die Leichtathletik zu den Menschen, mitten in die City kommen kann. Die Schweizer haben keine Mühen gescheut und eine Arena für technische Bewerbe kreiert, dazu eine künstliche Laufbahn mit einer 560 Meter langen, asymmetrischen (was die Kurven betrifft), leicht welligen und mit sanften Steilkurven wie bei einem Hallenrennen ausgestatteten Strecke.

Niyonsaba lässt Obiri keine Chance

Sportlich hatte das Rennen der Frauen trotz des unüblichen Rahmens einen normalen Verlauf. Francine Niyonsaba, die seit den Olympischen Spielen die Distanzen 3.000m bis 5.000m dominiert, und Hellen Obiri fochten den Gesamtsieg in der Diamond League aus. Nicht jedem gefällt, dass die DSD-Athletin, auf den Mittelstrecken mit ihrem gegenwärtigen Testosteronwert, der laut in den Regularien des Leichtathletik-Weltverbandes (World Athletics) höher ausfällt, als in der Natur für das weibliche Geschlecht vorgesehen, verbannt, nun auf den Langstrecken für Furore sorgt. Und die Dimensionen an der Weltspitze verschiebt. Die entsprechende Debatte wirft bereits ihre Schatten voraus, gemäß des entschlossenen Vorgehens gegen Semenya, Niyonsaba und Co. nach jenem geschichtsträchtigen Olympischen Rennen von Rio liegt der Ball nun bei World Athletics.

Die junge Äthiopierin Ejgayehu Taye, eine der Aufsteigerinnen des Jahres, mühte sich in der Schlussphase um ein hohes Tempo, Obiri, ihre kenianische Landsfrau Margaret Kipkemboi und Niyonsaba konnte sie nicht abschütteln. Die 28-Jährige aus Burundi, im Olympischen Vorlauf über 5.000m noch disqualifiziert, hatte in der letzten Runde alles im Griff und siegte in einer Zeit von 14:28,98 Minuten. Hellen Obiri, die die Diamond-League-Gesamtwertung in den Jahren 2017 und 2018 gewonnen hatte, zeigte einen ansprechenden Schlussspurt, mit weit ausgeschwungenen Armbewegungen gab sie alles. Die Kenianerin beendete ihre Saison auf europäischem Boden, wahrlich nicht ihre beste, einen Monat nach Olympia-Silber erneut mit einem zweiten Platz. „Es war eine neue und gute Erfahrung, ich bin zufrieden“, kommentierte die zweifache Weltmeisterin. 2022 wird die 31-Jährige nicht mehr auf der Bahn, sondern im Halbmarathon und Marathon zu sehen sein. So ist der Karriereplan.

Grandioses Finale von Aregawi

Der bei tief stehender Abendsonne über Zürich und ebenfalls vor ausverkauften Tribünen mit rund 2.500 Zuschauern stattfindende 5.000m-Lauf mag vielleicht die am schwächsten besetzte Laufdistanz des Diamond-League-Finals gewesen sein – auch Jakob Ingebrigtsen verzichtete kurzfristig. Das Finale war dennoch ein Spektakel. Der 20-jährige Berihu Aregawi attackierte früh und setzte damit die goldene Taktik ein. Der Junioren-WM-Dritte von 2018 ist nach wie vor ein Newcomer auf dieser Distanz, weil er sich in den letzten Jahren eher den längeren Distanzen auf Bahn und Straße gewidmet hat. Im ersten 5.000m-Lauf der Saison – qualifiziert hat er sich über einen 3.000m- und Zwei-Meilen-Lauf – zermürbte er seinen Landsmann Yomif Kejelcha, der vor Erschöpfung auf der Zielgerade fast stehen blieb sowie den letztendlich noch zweitplatzierten Birhanu Balew und siegte mit dieser eindrucksvollen Vorstellung in einer Zeit von 12:58,65 Minuten. „Ich bin überglücklich, es war eine richtig gute Performance“, freute sich der Sieger.

Ergebnisse Weltklasse Zürich 2021

5.000m-Lauf der Frauen *

  1. Francine Niyonsaba (BDI) 14:28,98 Minuten
  2. Hellen Obiri (KEN) 14:29,68 Minuten
  3. Ejgayehu Taye (ETH) 14:30,30 Minuten
  4. Margaret Kipkemboi (KEN) 14:31,18 Minuten
  5. Eva Cherono (KEN) 14:36,88 Minuten
  6. Fantu Worku (ETH) 14:34,60 Minuten
  7. Lilian Rengeruk (KEN) 14:50,75 Minuten
  8. Karoline Bjerkeli Grövdal (NOR) 14:59,91 Minuten
  9. Beatrice Chebet (KEN) 15:11,27 Minuten
  10. Elise Cranny (USA) 15:55,17 Minuten

5.000m-Lauf der Männer *

  1. Berihu Aregawi (ETH) 12:58,65 Minuten
  2. Birhanu Balew (BRN) 13:01,27 Minuten
  3. Jacob Krop (KEN) 13:01,81 Minuten
  4. Nicholas Kimeli (KEN) 13:02,43 Minuten
  5. Yomif Kejelcha (ETH) 13:04,29 Minuten
  6. Michael Kibet (KEN) 13:15,36 Minuten
  7. Jonas Raess (SUI) 13:43,47 Minuten
  8. Andrew Butchart (GBR) 14:03,13 Minuten

* Die Läufe fanden auf einer 560 Meter langen Laufbahn auf dem Sechseläutenplatz statt. Daher sind die Zeiten nicht Bestenlisten tauglich.

Weltklasse Zürich

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