Olympia 2020: Lewandowski stürzt und kommt ins Halbfinale

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Marcin Lewandowski ist mit allen Wassern gewaschen. Und als er in seinem Vorlauf über 1.500 am Dienstagvormittag japanischer Zeit in einen Läuferstau geriet und im Eifer des Gefechts eingangs der letzten Runde stürzte, löste dies bei ihm keinen Impuls des schnellen Aufstehens aus wie bei Sifan Hassan. Ob er spekulierte oder resignierte, man weiß es nicht. Er blieb jedenfalls sitzen und joggte später ruhig, aber mit bitterer Miene ins Ziel, ohne die Bahn je zu verlassen. Das ist Voraussetzung dafür, dass ein Protest Erfolg hat. Und beim gnädigen Schiedsgericht kam er durch. Lewandowski ist noch im Rennen. Dasselbe gilt für den zweifachen spanischen Hallen-EM-Medaillengewinner Jesus Gomez auch.

Ansonsten sind alle Medaillenkandidaten in einem wirklich bärenstarken Feld noch dabei. Timothy Cheruiyot, Topfavorit auf Gold, kontrollierte den ersten der drei Vorläufe und begnügte sich mit Rang zwei hinter dem Belgier Ismael Debjani, der in einer Zeit von 3:36,00 Minuten die schnellste aller 47 im Vorlauf verbuchte. Oliver Hoare folgte nur Bruchteile einer Sekunde später.

Stewart McSweyn diktierte den dritten Vorlauf von vorne und ließ am Ende das britische Talent Jake Hayward und Teddese Lemi aus Äthiopien ziehen. Und so kam es doch zum „Duell“ mit Jakob Ingebrigtsen, der im Mittelfeld alles locker kontrollierte und am Ende hinter McSweyn als sicherer Vierter ins Ziel lief. Im Rücken des Norwegers schnappte sich der Deutsche Robert Farken ein Halbfinalticket. Die schnellsten Sechs jedes Vorlaufs plus sechs weitere über die Zeitregel, darunter der Brite Josh Kerr, schafften den Aufstieg. Der mit Abstand langsamste Vorlauf war der zweite mit dem kenianischen Sieger Asbel Kipsang vor Rio-Olympiasieger Matt Centrowitz und Jake Wightman. Die prominenten Opfer des Vorlaufs waren Filip Ingebrigtsen, der schon die ganze Saison wie ein Schatten seiner selbst wirkt, und Hindernislauf-Goldmedaillengewinner Soufiane El Bakkali, der plötzlich einfach stehen blieb. Die Akkus nach dem Triumph von gestern (siehe RunAustria-Bericht) schienen noch nicht aufgeladen. Eine kleine Überraschung ist auch das Aus des Australiers Jye Edwards, weniger das vom zweiten Deutschen Amos Bartelsmeyer.

Olympische Spiele von Tokio 2020