Olympia 2020: Peter Bol mit Ozeanien-Rekord im Vorlauf

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Peter Bol kann man nun wirklich nicht vorwerfen, wettkampffaul zu sein. Konnte er sich auch nicht leisten, denn zu Beginn der Saison fehlte ihm noch das Olympia-Limit von 1:45,20 Minuten. Alleine zehn Wettkämpfe, davon acht über 800m und etliche speziell für ihn gepacte, bestritt der 27-Jährige während der australischen Sommersaison im europäischen Spätwinter bis Frühling. Ohne sein Ziel zu erreichen. Dann Neuaufbau, Wettkampfdoppel an der Gold Coast und beide Male lief er unter 1:45 Minuten.

Der Bann war gebrochen, seine beiden europäischen Auftritte glänzend. Und bei den Olympischen Spielen, dort wo jeder seine Top-Jahresform erwartet, der vorläufige Höhepunkt. Im ersten von insgesamt sechs Vorläufen verbesserte der 27-Jährige nicht nur seine persönliche Bestleistung um eine halbe Minute, sondern den ozeanischen Kontinentalrekord seines Landsmanns und Trainingspartners Joseph Deng um 0,08 Sekunden auf eine Zeit von 1:44,13 Minuten. Schneller war in der Vormittagssession in Tokio nur der kenianische WM-Medaillengewinner Ferguson Rotich, sowohl im ersten Vorlauf als auch in Summe aller.

Die zweite überraschend gute Leistung zeigte Abdelati El Guesse aus Marokko in persönlicher Bestleistung von 1:44,84 Minuten. Die breite Front der Medaillenkandidaten hielt sich schadlos: Elliot Giles und Daniel Rowden, Nijel Amos, Marco Arop, Michael Saruni und Emmanuel Korir, Clayton Murphy, Amel Tuka oder Hallen-Europameister Patryk Dobek. Ex-Weltmeister Pierre Ambroise Bosse machte von der Zeitregel Gebrauch, als Letzter. Glück gehabt, Saul Ordonez war nur 0,01 Sekunden langsamer. Große Überraschung gab es keine, ausgeschieden sind der britische Jungspunt Oliver Dustin, der Kanadier Brandon McBride, der aber eine schlechte Saison hatte, und Äthiopiens Einzelstarter Melese Nberet. Übrigens: 47 Läufer haben sich für die Vorausscheidungen über 800m qualifiziert, kein einziger kam aus dem deutschen Sprachraum.

Olympische Spiele von Tokio 2020