U23-EM: Seiler und Pesendorfer im Vorlauf out

Die beiden einzigen österreichischen Läuferinnen bei den U23-Europameisterschaften von Tallinn sind nicht ganz überraschend in den Vorläufen des 3.000m-Hindernislaufs ausgeschieden. Die individuellen Leistungen sind jedoch unterschiedlich zu bewerten: Seiler lief eine deutliche Bestleistung, Pesendorfer landete abgeschlagen ganz hinten im Klassement.

© ÖLV / Coen Schilderman

„Ich wusste schon, dass ich schneller als bisher laufen kann. Aber elf Sekunden schneller, das ist schon ordentlich. Noch dazu in einem Vorlauf bei einer EM“, staunte Lotte Luise Seiler (KSV Alutechnik) über sich selbst, nachdem sie ihren Wettkampf in einer Zeit von 10:24,52 Minuten beendet und damit ihren eigenen steirischen Landesrekord deutlich verbessert hat. 15 der 31 angetretenen Läuferinnen haben das Finale, welches am Samstagnachmittag um 15:40 Uhr auf dem Programm steht, erreicht. Die beiden Österreicherinnen gehören nicht dazu. Seiler, eine der jüngsten Teilnehmerinnen im Feld und auch in zwei Jahren in dieser Altersklasse noch startberechtigt, erzielte die 21. beste Zeit, summiert aus beiden Vorläufen, und verpasste das Finale, weil nicht nur sie auf individueller Ebene schnell lief, sondern andere auch. Und so haben letztendlich auch klare elf Sekunden auf einen Aufstieg gefehlt oder eben zwei Positionen in ihrem, zweiten Vorlauf auf die Norwegerin Hilde Vage Henriksen.

Katharina Pesendorfer (SVS Leichtathletik), die vor zwei Jahren auf wundersame Weise ins Finale gerutscht war, beendete den Wettkampf als abgeschlagen Letzte und verlässt Tallinn verzweifelt: „Es hat sich eigentlich sehr locker angefühlt, nur die Beine wollten einfach nicht mehr schneller laufen.“ Und erklärte: „Ich bin einfach schon sehr müde von der Saison. Sechs Monate durchgehend Wettkämpfe zu bestreiten ist eine lange Zeit. Ich merke das deutlich.“ Den Cut geschafft haben im Gegensatz zu den beiden Österreicherinnen die Schweizerin Sibylle Häring und die Deutsche Paula Schneiders, die Bestzeit lief Goldfavoritin Claire Palou aus Frankreich.

Menacho gewinnt turbulenten 10.000m-Lauf

Die erste Goldmedaille in den Laufdisziplinen ging an den Spanier Eduardo Menacho, der den 10.000m-Lauf der Männer in einer Zeit von 29:14,92 Minuten deutlich vor den Franzosen Florian Le Pallec (29:23,82) und Valentin Gondouin (29:24,40) gewann. Der dritte Franzose im Rennen, Pierre Bordeau, der als Favorit startete, attackierte früh und ging als Solist deutlich in Führung, ehe er einbrach und nur Achter wurde. „Ich kann das immer noch nicht glauben. Alles, was ich in dieser Saison erreichen wollte, habe ich somit geschafft“, jubelte der 21-jährige Iberer, der nicht unbedingt zu den Favoriten gezählt hat. Er überholte Bordeau drei Runden vor der Ziellinie und war danach ungefährdet. Menacho ist der dritte spanische Goldmedaillengewinner im 10.000m-Lauf dieser Altersklasse der letzten acht Jahre nach Gabriel Navarro 2013 und Carlos Mayo 2017.

Sclabas als Vorlaufschnellste ins Finale

In den Vorläufen des 800m-Wettkampfs der Frauen, bei denen das Teilnehmerinnenfeld von 27 auf acht Finalplätze minimiert werden musste, erzielte die Schweizerin Délia Sclabas als Siegerin des dritten Vorlaufs in 2:03,83 Minuten die schnellste Gesamtzeit. Ebenfalls für das Finale qualifizieren konnte sich Junioren-Europameisterin Isabelle Boffey als Siegerin des zweiten Vorlaufs, deren britische Landsfrau Khahisa Mhlanga und die Italienerin Eloisa Coira als Siegerin des ersten Vorlaufs. Knapp nicht den Sprung ins Finale geschafft haben die Slowakin Gabriela Gajanova, die Deutsche Majtie Kolberg als Gesamt-Zehnte sowie die Niederländerin Bregje Sloot, die als Medaillenkandidatin galt. Das Finale im 800m-Lauf findet am Samstag um 18 Uhr statt.

U23-Europameisterschaften 2021 in Tallinn

European Athletics