Edwards schlägt McSweyn bei australischen Meisterschaften

© Muhammad Syafrani / Pixabay

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Der junge Australier Jye Edwards hat am gestrigen Sonntag die Überraschung schlechthin bei den Mittelstreckenbewerben im Rahmen der Australischen Leichtathletik-Meisterschaften 2021 in Sydney geschafft. Der 23-Jährige, der bisher über seine Spezialdistanz ungeschlagen durch die heimische Sommersaison gekommen ist, besiegte im Endspurt seinen viel höher eingeschätzten Landsmann und Landesrekordhalter Stewart McSweyn und ist damit endgültig der Aufsteiger im Laufbereich der australischen Leichtathletik-Saison, die mit diesen Titelkämpfen ihr Ende findet. Mit einer Zeit von 3:33,99 Minuten schaffte Edwards im Olympiastadion der australischen Metropole eine persönliche Bestleistung und liegt nun auf Rang acht der ewigen australischen Bestenliste. Außerdem hat er das Olympia-Limit von 3:35,00 Minuten deutlich unterboten.
McSweyn, der beim Vorlauf seinen ersten 1.500m-Wettkampf seit dem Landesrekord bei seinem Sieg beim Diamond-League-Meeting in Doha Ende September 2020 bestritt, musste sich in einer Zeit von 3:34,55 Minuten in diesem für ein Meisterschaftsrennen hochklassigen Duell mit der Silbermedaille zufrieden geben. Er hatte das Rennen größtenteils von vorne bestritten, das Tempo hochgehalten und damit die perfekte Bühne für Edwards Sternstunde bereitet. Den Kampf um Bronze sicherte sich Rorey Hunter in einer persönlichen Bestzeit von 3:37,32 Minuten vor den arrivierten Ryan Gregson und Matthew Ramsden.
 

Quarantäne-Drohung verhindert Hoares Teilnahme

Diesem Rennen fehlte nur noch eine besondere Zutat. Olivier Hoare war der Aufsteiger der Saison außerhalb der australischen Landesgrenzen, in der Halle stürmte der 24-Jährige Mitte Februar in New York zu einem australischen Landesrekord von 3:32,35 Minuten. Einen Start bei den nationalen Meisterschaften schloss er allerdings frühzeitig aufgrund der strengen Einreiseregelungen seines Heimatlandes selbst für Spitzensportler aus. Hoare hätte sich in eine zweiwöchige Quarantäne in ein Hotelzimmer begeben und gänzlich auf Lauftraining außerhalb dieses Zimmers verzichten müssen. Daher machte der Trip nach Hause keinen Sinn.
 

Favoritensiege auf den anderen Distanzen

In den anderen drei Mittelstreckenbewerben setzten sich die Favoritinnen und Favoriten durch. Linden Hall, die in den vergangenen Wochen mehrfach brilliert hatte, setzte sich im 1.500m-Lauf der Frauen in einer Zeit von 4:07,56 Minuten vor Abbey Caldwell (4:08,67) und Geneviève Gregson (4:10,34) durch. Die in den USA lebende Jessica Hull war nicht am Start. Im 800m-Lauf der Männer war Peter Bol nicht zu schlagen. In einer Zeit von 1:49,27 Minuten setzte er sich vor Jared Micallef und dem 19-jährigen Jack Lunn durch.
Auch bei den Frauen gab es mit Catriona Bisset einen Favoritensieg und das in einer gutklassigen Zeit von 2:00,45 Minuten. Erneut sehr stark präsentierte sich die junge Claudia Holingsworth wenige Tage nach ihrem 16. Geburtstag. Sie gewann in einer Zeit von 2:01,75 Minuten – zum zweiten Mal blieb sie unter 2:02 Minuten – die Silbermedaille vor Tess Kirsopp-Cole (2:03,85).
Zwei schnelle Rennen gab es über die Hindernisse mit etlichen persönlichen Bestleistungen im Spitzenfeld. Bei den Frauen wurde Geneviève Gregson wenige Tage nach Bronze über 1.500m ihrer Favoritenstellung gerecht und siegte in einer Zeit von 9:36,85 Minuten – das ist die zweitschnellste des Jahres bisher weltweit – vor Cara Feain-Ryan (8:38,39) und Paige Campbell (9:46,72). Eine kleine Überraschung gab es im Rennen der Männer, wo sich James Nipperness in einer persönlichen Bestzeit von 8:30,13 Minuten gegen Ben Buckingham (8:30,54) durchsetzte. Edward Trippas holte sich mit einer Sekunde Rückstand die Bronzemedaille ab.
 

Athletics Australia reagiert mit 15 Olympia-Nominierungen

Direkt nach Beendigung der Bewerbe der Allgemeinen Klasse bei den nationalen Meisterschaften hat der Australische Leichtathletik-Verband 15 seiner Athletinnen und Athleten eine vorzeitige Olympia-Nominierung ausgesprochen. In dieser Gruppe befinden sich auch die Läuferinnen Catriona Bisset, Linden Hall, Geneviève Gregson sowie 1.500m-Überraschungsmeister Jye Edwards. Die beiden besten australischen Läufer der vergangenen Jahre, Stewart McSweyn und Jessica Hull hatten ihre Olympia-Nominierung bereits davor garantiert bekommen.
 

Tsite südafrikanischer 800m-Meister

Der spannendste Laufbewerb bei den südafrikanischen Meisterschaften in Pretoria war der 800m-Bewerb der Männer. Tshepo Tsite setzte sich im Finale in einer Zeit von 1:45,79 Minuten vor Joel Semenya (1:46,51) und Duran Faro (1:46,57) durch, die beide persönliche Bestleistungen erzielten. Renier de Villers, bisher schnellster Südafrikaner in dieser Saison, fehlte bei den nationalen Titelkämpfen.
Caster Semenya hatte zu Wochenmitte den 5.000m-Lauf für sich entschieden (siehe RunAustria-Meldung).
 
 

Ergebnisse australische Leichtathletik-Meisterschaften 2021

1.500m-Lauf der Männer
1. Jye Edwards (AUS) 3:33,99 Minuten *
2. Stewart McSweyn (AUS) 3:34,55 Minuten
3. Rorey Hunter (AUS) 3:37,32 Minuten *
4. Ryan Gregson (AUS) 3:37,84 Minuten
5. Matthew Ramsden (AUS) 3:38,57 Minuten
 
1.500m-Lauf der Frauen
1. Linden Hall (AUS) 4:07,56 Minuten
2. Abbey Caldwell (AUS) 4:08,67 Minuten *
3. Geneviève Gregson (AUS) 4:10,34 Minuten
4. Lauren Ryan (AUS) 4:14,11 Minuten
5. Amy Robinson (AUS) 4:16,51 Minuten
 
800m-Lauf der Männer
1. Peter Bol (AUS) 1:49,27 Minuten
2. Jared Micallef (AUS) 1:49,68 Minuten
3. Jack Lunn (AUS) 1:49,80 Minuten
4. Jye Perrott (AUS) 1:49,99 Minuten
5. Lachlan Raper (AUS) 1:50,28 Minuten
 
800m-Lauf der Frauen
1. Catriona Bisset (AUS) 2:00,45 Minuten
2. Claudia Hollingsworth (AUS) 2:01,75 Minuten
3. Tess Kirsopp-Cole (AUS) 2:03,85 Minuten
4. Rose Pittman (AUS) 2:04,63 Minuten *
5. Amy Robinson (AUS) 2:04,90 Minuten *
 
3.000m-Hindernislauf der Männer
1. James Nipperness (AUS) 8:30,13 Minuten *
2. Ben Buckingham (AUS) 8:30,54 Minuten
3. Edward Trippas (AUS) 8:31,09 Minuten *
4. Matthew Clarke (AUS) 8:32,06 Minuten *
5. Joe Burgess (AUS) 8:49,43 Minuten *
 
3.000m-Hindernislauf der Frauen
1. Geneviève Gregson (AUS) 9:3,685 Minuten
2. Cara Feain-Ryan (AUS) 9:38,39 Minuten *
3. Paige Campbell (AUS) 9:46,72 Minuten
4. Brielle Erbacher (AUS) 9:49,04 Minuten *
5. Stella Radford (AUS) 9:55,12 Minuten *
 
* neue persönliche Bestleistung
 
 
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