Fabienne Schlumpf verbessert Schweizer Rekord

© Gordon Johnson / Pixabay

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Fabienne Schlumpf hat ihre Marathon-Karriere mit einem Paukenschlag eröffnet. Beim Swiss Athletics Marathon auf dem Flugplatz Bern-Belp schaffte die EM-Zweite im 3.000m-Hindernislauf, die ihr zweites großes Kapitel ihrer Karriere mit dem Marathon-Debüt eröffnete, nicht nur die Olympia-Qualifikation. Beim vom Schweizer Leichtathletik-Verband (Swiss Athletics) genau dafür organisierten Rennen griff sie nach dem höchsten verfügbaren Ziel und verbesserte den Schweizer Landesrekord im Marathon auf eine Zeit von 2:26:14 Stunden. Damit blieb die 30-Jährige 35 Sekunden unterhalb der bisherigen Rekordmarke der ehemaligen VCM-Siegerin Maja Neuenschwander vom Berlin Marathon 2015.
 

Zweiter Landesrekord binnen zwei Wochen

13 Tage nach ihrem Schweizer Rekord im Halbmarathon – 1:08:27 Stunden, aufgestellt in Dresden – demonstrierte Schlumpf bei aufgrund von Wind nicht leichten äußeren Bedingungen erneut ihre aktuelle Stärke und steht nach einer Zielankunft mit einem breiten Lächeln vor ihrer zweiten Olympia-Teilnahme, nachdem sie 2016 im Finale des 3.000m-Hindernislaufs von Rio gestanden war. Ab Mai will sie sich in der Höhe von St. Moritz auf den Olympischen Marathon am 7. August in Sapporo gezielt vorbereiten, davor liegt der Fokus auf Erholung, wie Swiss Athletics auf der eigenen Website verriet.
 
Fabienne Schlumpfs 5km-Teilzeiten: 17:21 / 17:17 / 17:29 / 17:16 / 17:21 / 17:17 / 17:21 / 17:20 / 7:32 (2,195 km)
 

Konstantes Lauftempo zum Schweizer Rekord

Perfekt unterstützt von einem leistungsstarken Tempomacher-Team, darunter der Deutsche Simon Stützel und der Schweizer Marcel Berni, lief Schlumpf vom Start weg ihr Rennen. Auf die in der Schweiz lebende Äthiopierin Helen Bekele, klare Favoritin in diesem Rennen, hatte sie bis zur Zwischenzeit bei Kilometer 30 einen Rückstand von rund zweieinhalb Minuten angehäuft. Während die Schweizerin ihr Tempo in beeindruckender Konstanz durchhalten konnte, verlor die Äthiopierin, die über eine Marathon-Bestzeit von 2:21:01 Stunden verfügt, im Finale etwas an Zeit und überquerte die Ziellinie nach 2:24:57 Stunden.
 
Helen Bekeles 5km-Teilzeiten: 17:05 / 16:53 / 16:49 / 16:54 / 16:50 / 17:04 / 17:22 / 17:59 / 8:01 (2,195 km)
 
Pech hatte die Tschechin Moira Stewartova, die ihr Marathon-Debüt in einer Zeit von 2:29:39 Stunden um neun Sekunden am Olympia-Limit vorbeihuschte. Bis zur Zwischenzeit bei Kilometer 25 lag sie klar auf Kurs des Limits, ehe sie das Tempo etwas reduzieren musste. Ein gutes Finish brachte sie in die Nähe, aber nicht mehr unter das Limit. Stewartova ist nun hinter EM-Medaillengewinnerin Eva Vrabcova-Nyvltova und Alena Peterkova die drittschnellste Marathonläuferin ihres Landes überhaupt.
 

Adrian Lehmann mit deutlicher Bestleistung

Auch einige weitere Schweizer Leistungen an diesem Samstag verdienen Beachtung, auch wenn sie im Schatten von Schlumpfs Marathon-Premiere waren. In Abwesenheit von Tadesse Abraham lief Adrian Lehmann in einer Zeit von 2:12:34 Stunden zum Sieg und blieb zweieinhalb Minuten unter seiner alten Bestleistung vom Berlin Marathon 2015. Ein Jahr später war er Mitglied der Schweizer Gold-Mannschaft im Halbmarathon bei der EM in Amsterdam, nun liegt er auf Rang fünf der ewigen nationalen Bestenliste.
Nora Gmür gelang im 10km-Lauf ein neuer Schweizer U23-Rekord von 34:31 Minuten. Das Rennen beendete sie 56 Sekunden hinter der Siegerin Nicola Spirig, Olympiasiegerin im Triathlon von 2012.
 
 

Ergebnisse Swiss Athletics Marathon in Bern-Belp

Marathon der Frauen
1. Helen Bekele (ETH) 2:24:57 Stunden
2. Fabienne Schlumpf (SUI) 2:26:14 Stunden *
3. Moira Stewartova (CZE) 2:29:39 Stunden **
 
Marathon der Männer
1. Adrian Lehmann (SUI) 2:12:34 Stunden ***
2. Simon Tesfay (ERI) 2:16:30 Stunden
3. Nicolai Saké (BEL) 2:17:06 Stunden ***
 
* neuer Schweizer Landesrekord
** Marathon-Debüt
*** neue persönliche Bestleistung
 
 
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