Vorgetäuschter Autounfall: dreijährige Dopingsperre für Nelly Jepkosgei

Die Athletics Integrity Unit (AIU) hat die 800m-Läuferin Nelly Jepkosgei für drei Jahre wegen eines Verstoßes gegen die Anti-Doping-Regeln der Welt Anti Doping Agentur (WADA) gesperrt. Die einjährige Reduktion der üblichen Vier-Jahres-Sperre ist laut einer Regeländerung ab Jahresbeginn 2021 möglich, wenn der betroffene Athlet oder die betroffene Athletin den Verstoß zugibt. Das war im Falle der für den Bahrain startenden Kenianerin der Fall. Allerdings nicht freiwillig.
Der Täuschungsversuch der 29-Jährigen begann am 18. März 2020, als Dopingkontrolleure die Athletin im kenianischen Kapsabet im im ADAMS angegebenen Zeitraum nicht am angegebenen Ort antrafen. Jepkosgeis Ehemann erklärte, seine Frau sei überstürzt aus dem Haus gerannt, nachdem sie einen Anruf bekommen hätte, ihre Schwester hätte einen schweren Autounfall gehabt. Sie habe sie ins Krankenhaus begleitet. Die Athletin bestätigte ein halbes Jahr später die Schilderung und nannte Ort und Zeit des Unfalls. Da die Kontrolleure am Kontrolltag allerdings länger als den 60-minütigen Zeitraum in Sichtweite des Wohnorts von Jepkosgei blieben, waren sie überzeugt davon, dass die Läuferin an jenem Tag gar nicht nach Hause kam. So bat die AIU um Unterstützung durch die Dopingjäger der kenianischen Anti-Doping-Agentur (ADAK), die Ermittlungen starteten. Die zuständige Polizei fand keine Belege für einen Autounfall mit Verletzten am besagten Tag, auch im Krankenhaus von Kapsabet erfuhren sie, dass die besagte Schwester an jenem Tag nicht eingeliefert wurde.
Mit den Vorwürfen konfrontiert, gab Jepkosgei, die über eine Bestleistung von 1:58,96 Minuten über 800m verfügt und 2019 einmal ein Diamond-League-Rennen gewann, den Verstoß zu. Ihre Sperre beginnt rückwirkend am 1. Februar 2021, außerdem wurde ihr einziges Wettkampfergebnis 2020, der Sieg beim World Athletics Continental Tour Meetings in Nairobi, gestrichen.
Athletics Integrity Unit