Krause gewinnt 1.500m-Lauf, Überraschungen über 800m

Bei den Weltmeisterschaften in Peking schaffte Gesa Felicitas Krause mit ihrer Bronzemedaille für das herausragende Ergebnis der deutschen Läufer. © Getty Images for IAAF / Alexander Hassenstein

Gesa Felicitas Krause hat am Wochenende bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund überraschend den 1.500m-Lauf der Frauen gewonnen. Sechs Jahre nach dem bisher einzigen nationalen Hallentitel der 3.000m-Hindernislauf-Spezialistin, damals über 3.000m, setzte sich die 28-Jährige im Endspurt gegen die höher eingeschätzten Caterina Granz und Katharina Trost durch, die in dieser Reihenfolge Silber und Bronze holten. Krause, die eine halbe Runde vor Schluss die führende Granz überholte, siegte in einer Zeit von 4:12,84 Minuten und konnte auf der Zielgerade die Angriffe ihrer Kontrahentinnen locker abwehren. „Ich glaube, ich habe heute alles richtig gemacht. Ich bin froh, wie ich es mir zurechtgelegt habe. Ich bin sehr happy“, lobte sich die Europameisterin in ihrer Spezialdisziplin, die noch entscheiden will, ob sie bei den Hallen-Europameisterschaften über 1.500m oder über 3.000m an den Start geht. Dagegen konnte sich Trost mit Bronze überhaupt nicht anfreunden: „Ich bin super enttäuscht. Ich wollte unbedingt gewinnen und dachte, ich habe gute Chancen, da ich von den 800 Metern eine gewisse Grundschnelligkeit mitbringe.“
 

Gesa Felicitas Krause bei den Weltmeisterschaften 2015. © Getty Images for IAAF / Alexander Hassenstein
 

Spill gewinnt 800m-Lauf, Hering klar geschlagen

Ein Energieeinbruch der führenden Christina Hering in der letzten Runde hat dem 800m-Lauf der Frauen eine Überraschung besorgt. Die favorisierte Münchnerin musste sich mit Rang fünf zufrieden geben. In die Bresche sprang Tanja Spill, die ihre starke Hallensaison mit ihrem ersten deutschen Meistertitel krönte. In einer Zeit von 2:03,06 Minuten, eine neue persönliche Bestleistung, mit der sie nur haarscharf am EM-Limit für Torun vorbeischrammte, hatte sie eine Sekunde Vorsprung auf Sarah Schmidt und Majtie Kolberg. „Mein Ziel war es, so lange wie möglich an Christina dranzubleiben. Ich bin glücklich, dass das geklappt hat. Aber natürlich läuft da ein bisschen Wehmut mit, dass ich keine Quali für die Hallen-EM habe“, kommentierte Spill.
Der 3.000m-Lauf der Frauen war eine klare Sache für Hanna Klein, die sich in einer Zeit von 8:54,37 Minuten klar vor Laura Lindemann und Elena Burkard durchsetzte.
 

Schwarzer übertrumpft Reuther und Kessler

Der 800m-Lauf der Männer war wie bei den Frauen eine Bühne für eine große Überraschung. Marc Reuther, der klar favorisiert war, wählte ein flottes Angangstempo und führte das Feld in einer Zwischenzeit von 52,26 Sekunden in die zweite Hälfte. Trotz der offensiven Taktik gelang es dem 24-Jährigen nicht, die Konkurrenz abzuschütteln. Als ihm 150 Meter vor dem Ziel langsam das Gas ausging, pirschten sich Christoph Kessler und Oskar Schwarzer heran. Ausgangs der letzten Kurve zog Kessler in Führung, musste sich aber im Endspurt dem Überraschungssieger Schwarzer beugen. „Für mich war es optimal, dass es so schnell wurde. So konnte ich am Ende gut kicken. Das Rennen hat genau in meine Karten reingespielt“, so der 21-jährige Sieger, der eine persönliche Hallen-Bestleistung von 1:47,63 Minuten erzielte. Reuther resignierte: „Eigentlich hätte ich das Ding heute gewinnen müssen. Die Frische hat irgendwie gefehlt. Es ist, wie es ist. Manchmal muss man so einen Tag akzeptieren.“
 

Tesfaye gerade noch abgefangen

Dass Alleingänge an diesem Sonntag in Dortmund kein Erfolgsbringer waren, musste im 1.500m-Lauf der Männer auch Homiyu Tesfaye bitter erfahren. Der WM-Fünfte von Moskau 2013 führte teils klar, doch während der letzten Runde rückte Marius Probst immer näher an ihn heran und zog schließlich auf den letzten Metern vorbei. Er gewann das Rennen in einer Zeit von 3:40,80 Minuten knapp. Im 3.000m-Lauf, der im Endspurt entschieden wurde, feierte Mohamed Mohumed einen Heimsieg vor Marcel Fehr und Nils Voigt.
 
 

Ergebnisse deutsche Hallenmeisterschaften 2021 in Dortmund

800m-Lauf der Männer
Gold: Oskar Schwarzer 1:47,63 Minuten *
Silber: Christoph Kessler 1:47,83 Minuten
Bronze: Marc Reuther 1:48,70 Minuten
4. Tim Assmann 1:49,87 Minuten
5. Adrian Engstler 1:52,41 Minuten
DNF Julius Ławnik
 
800m-Lauf der Frauen
Gold: Tanja Spill 2:03,06 Minuten *
Silber: Sarah Schmidt 2:04,07 Minuten *
Bronze: Majtje Kolberg 2:04,35 Minuten *
4. Nele Weßel 2:05,87 Minuten
5. Christina Hering 2:06,40 Minuten
6. Tabea Marie Kempe 2:07,04 Minuten *
 
1.500m-Lauf der Männer
Gold: Marius Probst 3:40,80 Minuten
Silber: Homiyu Tesfaye 3:40,98 Minuten
Bronze: Karl Bebendorf 3:43,77 Minuten
4. Marvin Heinrich 3:44,76 Minuten
5. Felix Wammetsberger 3:49,00 Minuten *
6. Maximilian Sluka 3:50,23 Minuten
 
1.500m-Lauf der Frauen
Gold: Gesa Felicitas Krause 4:12,84 Minuten
Silber: Caterina Granz 4:13,26 Minuten
Bronze: Katharina Trost 4:13,48 Minuten
4. Vera Coutellier 4:15,99 Minuten
5. Fabienne Mexer 4:19,66 Minuten *
6. Verena Mesl 4:22,90 Minuten
 
3.000m-Lauf der Männer
Gold: Mohamed Mohumed 8:10,05 Minuten
Silber: Marcel Fehr 8:10,59 Minuten
Bronze: Nils Voigt 8:12,46 Minuten
4. Martin Grau 8:12,66 Minuten
5. Robert Baumann 8:13,83 Minuten
6. Johannes Motschmann 8:16,32 Minuten
7. Florian Orth 8:17,29 Minuten
8. Markus Görger 8:22,90 Minuten
 
3.000m-Lauf der Frauen
Gold: Hanna Klein 8:54,37 Minuten
Silber: Laura Lindemann 8:57,82 Minuten *
Bronze: Elena Burkard 8:59,02 Minuten *
4. Lea Meyer 9:00,05 Minuten *
5. Kristina Hendel 9:21,53 Minuten
6. Marlene Gomez-Islinger 9:21,74 Minuten *
 
* neue persönliche Hallen-Bestleistung
 
 
Deutscher Leichtathletik-Verband