Vojta nimmt in Monaco ÖLV-Rekord ins Visier

© Free Photos / Pixabay

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Am Sonntagvormittag könnte, sollte, müsste ein österreichischer Rekord fallen. Andreas Vojta (team2012.at) steht im Feld des Monaco Run, einem 5km-Eliterennen und nimmt die nationale Bestleistung auf dieser Distanz, die nach einer Regeländerungen des Leichtathletik-Weltverbandes erst seit 2019 geführt wird, ins Visier. „Es lief im Training in den letzten Wochen besser und besser, die Einheiten haben sich sehr gut angefühlt“, versprüht der 31-Jährige Zuversicht bezüglich eines guten Wettkampfs. Ein künstlicher Spannungsaufbau in Richtung ÖLV-Rekord würde den Leistungen Vojtas der letzten Monate nicht gerecht. Marathonläufer Peter Herzog (Union Salzburg LA) hält den ÖLV-Rekord, gelaufen im Sommer zu Beginn seines Vorbereitungstrainings auf den London Marathon, wo er den für ihn deutlich wichtigeren ÖLV-Rekord erzielt hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass Vojta Herzogs Marke von 13:54 Minuten unterbietet, ist aus mehrfacher Hinsicht hoch: Erstens ist der Niederösterreicher im Gegensatz zu Herzog auf diese Distanz spezialisiert, auch wenn es sein erster Wettkampf-5er auf der Straße seit seinem Umstieg auf die längere Distanz vor einigen Jahren ist. Zweitens ist er auf der Bahn bereits eine Zeit von 13:24,03 Minuten gelaufen und drittens, wie das 3.000m-Rennen in Mondeville am 30. Jänner gezeigt hat, trotz lästiger Quarantäne als K1-Person zum Jahreswechsel und ungewohntem Laufbandtraining gut in Form. Diese Ausgangsposition ist Vojta bewusst, der Rekord sollte fallen, sofern keine großen taktischen Fehler passieren. „Ein gewisses Maß an Wettkampfintelligenz muss man immer an den Tag legen. Ich werde achtsam laufen und mich nicht mitreißen lassen“, so Vojta. Die äußeren Bedingungen dürften bei angesagtem strahlenden Sonnenschein, kühlen Vormittagstemperaturen und für die Bucht, in der das Fürstentum liegt, typischen, leichten Wind akzeptabel sein. Da dieses Mal kein Druck ob der Olympia-Qualifikation mitschwingt, will der Österreicher befreit auflaufen und hofft, dass sich eine gute Gruppe europäischer Läufer bildet, die ein harmonisches Tempo anpeilt. „Für uns Europäer geht es hier nicht um den Sieg. Daher ist es üblich, dass man sich vor dem Rennen abspricht, wie schnell das Rennen angelaufen wird“, erklärt er, warum böse Überraschungen der Rennstrategie ausbleiben sollten.
 
 
RunAustria-Tipp: Der Monaco Run wird am Sonntag, 14. Februar am 9:45 Uhr im Livestream auf der Veranstaltungswebsite übertragen.
 
 

Cheptegei und Chepkoech: zwei ostafrikanische Laufstars

Star des Wettkampfs ist Joshua Cheptegei (Vojta: „Cool, mit ihm gemeinsam an der Startlinie zu stehen.“), der nach einem Überjahr 2020 inklusive Weltrekorde über 5.000m und 10.000m erstmals seit der Halbmarathon-WM im Oktober, wo er als Vierter das einzige Mal 2020 nicht als Sieger einen Wettkampf verließ, in sein Wettkampfjahr 2021 einsteigt. 2020 brillierte er auf den Straßen der legendären Rennstrecke in Monaco mit einem neuen 5km-Weltrekord von 12:51 Minuten. Ein Niveau, das kein Kontrahent am Sonntag abrufen wird können. Dafür geht es um etliche Landesrekorde: Abdelaati Iguider nimmt seinen eigenen, erst zwei Monate alten marokkanischen Landesrekord (13:20) ins Auge, die Hürde des kenianischen Rekords von Sammy Kipketer (13:00) wird für Bethwel Birgen und Davis Kiplangat schon höher. Morhad Amdouni könnte den französischen Rekord von Jimmy Gressier (13:18) anvisieren, Richard Douma kämpft um den holländischen Rekord (13:31), Samuel Fitwi, der zuletzt mit dem Schweizer Julian Wanders in Kenia trainiert hat, attackiert die deutsche Bestleistung von Sebastian Hendel (13:52).
Bei den Frauen ist 3.000m-Hindernislauf-Weltrekordhalterin Beatrice Chepkoech der große Star. Die 5.000m-Bestleistung der Kenianerin, die in diesem Winter ganz gute Hallenrennen gezeigt hat, ist sieben Sekunden langsamer als die Weltbestleistung von Joyciline Jepkosgei aus dem Jahr 2017, aber fünf Sekunden schneller als der Weltrekord laut neuer Zeitrechnung von Sifan Hassan (13:44). Das Rennen am Sonntag wird Chepkoech mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gewinnen. Die Französin Alice Finot und die Schwedin Meraf Bahta sind die nächstprominenten Starterinnen. Mit Anges McTighe ist eine sehr junge Schweizerin am Start, dazu die zweifache Junioren-Crosslauf-Europameisterin Nadia Battocletti aus Italien.
 
 
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