Sensation durch Innerhofer bei Jedermannlauf

© Jedermannlauf / Alexander Schwarz

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Das Salzburger Lauf-Comeback ist gelungen! Beim Jedermannlauf, dem traditionsreichen Salzburger Stadtlauf, sorgte die heimische Halbmarathon-Elite bei den Staatsmeisterschaften für den sportlichen, alle Laufbegeisterten gemeinsam für den emotionalen Höhepunkt des bisherigen Laufjahres 2020 in Österreich. Für die Geschichte des Rennens sorgte ausgerechnet ein Salzburger: Manuel Innerhofer (LC Oberpinzgau) nutzte die perfekten Laufbedingungen mit Temperaturen von 9°C. am Start, welche im Laufe des Rennens leicht anstiegen, wolkenlosem Himmel über der Mozartstadt und nur leichtem Wind aus südöstlicher Richtung zu einer persönlichen Bestleistung um fast zwei Minuten. Mit dieser grandiosen Leistung besiegte er die favorisierten Valentin Pfeil (LAC Amateure Steyr), der Silber gewann, und Lemawork Ketema (SVS Leichtathletik), der hinter Thomas Roach (SK Rückenwind) und Mario Bauernfeind (KUS ÖBV Pro Team) nur als Fünfter das Ziel im Volksgarten erreichte. Ebenfalls ein großer Sieger an diesem Sonntagvormittag war der organisierte Laufsport, der unter Beweis gestellt hat, mit entsprechenden Konzepten und richtigen Verhaltensregeln auch in außergewöhnlichen Zeiten wie diesen auf verantwortungsvollem Niveau stattfinden zu können. „Es war ein wunderschöner Lauftag. Ich habe im Ziel fast nur überglückliche Läufergesichter gesehen. Diese Emotionen bestätigen unser Bemühen im Vorfeld, den Jedermannlauf dank strenger Verhaltensregeln auf einem sehr verantwortungsvollen Niveau durchzuführen“, zog Veranstalter Johannes Langer ein positives Fazit unter einem gelungenen Lauftag in der Mozartstadt.
 

Deutliche Bestleistung für Lokalmatador

Recht unbeschwert startete Innerhofer, der 2018 in Graz Silber in seiner bisherigen persönlichen Bestleistung von 1:06:58 Stunden geholt hatte, in den Jedermannlauf 2020. „Mit dem Staatsmeistertitel im Berglauf habe ich letztes Wochenende mein großes Saisonziel erreicht. Daher hatte ich heute nichts zu verlieren und habe mich entschieden, das Tempo von Lema und Valentin mitzugehen“, erzählte der 25-Jährige nach dem Rennen. Das Risiko zahlte sich aus: Innerhofer genoss das ganze Rennen den Windschatten des Führenden Valentin Pfeil, bereits dreimal Halbmarathon-Staatsmeister, und klebte auch an dessen Fersen, als Rennfavorit Lemawork Ketema (SVS Leichtathletik) mit Beschwerden am hinteren Oberschenkel zurückfiel. „Mein Ziel war eine Medaille, im Finish konnte ich also nur noch gewinnen. Mein Plan war, aus einer guten Position eingangs der Zielgerade zu attackieren und das hat gut geklappt“, erzählte der von positiven Emotionen aufgewühlte Überraschungssieger. Das Manöver funktionierte, der Oberösterreicher konnte auf den letzten Metern nicht mehr gegenhalten. „Dass ich so schnell laufe, damit habe ich natürlich nicht gerechnet. Das ist weit mehr, als ich mir wünschen durfte“, strahlte der Salzburger angesichts seiner neuen persönlichen Bestleistung von 1:05:06 Stunden und genoss den beachtlichsten Erfolg seiner Karriere abseits des Berglaufs.
 

Nur kurzer Moment der Enttäuschung für Pfeil

Das Duell Valentin Pfeil gegen einen Pinzgauer Außenseiter erinnerte sehr an die Halbmarathon-Staatsmeisterschaften von 2016, ebenfalls im Rahmen des Jedermannlauf. Vor vier Jahren hing der damals noch wenig bekannte Peter Herzog fast die gesamte Distanz im Windschatten von Pfeil, damals konnte sich der Oberösterreicher noch durchsetzen. Herzog ist heute wie Pfeil fixer Bestandteil der heimischen Marathon-Elite, Innerhofer seit Jahren Österreichs stärkster Bergläufer. Dass Pfeil erstmals bei seinem dritten Jedermannlauf-Start nicht als Sieger ins Ziel lief, störte ihn im ersten Moment schon. „So unmittelbar nach dem Rennen bin ich natürlich enttäuscht, dass ich nicht gewonnen habe. Nur kurz. Vielleicht hätte ich im letzten Viertel härter laufen müssen, aber dafür fehlen mir einfach noch zahlreiche harte Trainings nach meiner Fernsen-OP“, schilderte er. Im Grunde genommen hatte er dennoch seine Ziele erreicht: „Ich habe mich die ganze Zeit über sehr gut gefühlt, mein Fuß hat überhaupt keine Rolle gespielt. Ich habe nie auf meine Uhr geschaut und bin so locker wie möglich gelaufen. Daher war diese Leistung heute ein gutes Statement“, so der 32-Jährige. Der Jedermannlauf gebe ihm ein gutes Gefühl Richtung Valencia Marathon am 6. Dezember, wo er das Olympia-Limit (2:11:30 Stunden) attackieren will.
 

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Bronzemedaille für Roach

Nachdem der angeschlagene und letztlich fünfplatzierte Lemawork Ketema im Schlussdrittel deutlich zurückfiel, freute sich Thomas Roach (SK Rückenwind), 2019 im Rahmen des Linz Marathon Staatsmeister im Marathon, über die Bronzemedaille. Der seit sieben Jahren in Tirol lebende Brite markierte im Alter von 40 Jahren eine persönliche Bestleistung um genau eine Minute: 1:06:20 Stunden. Dass die Strecke in Salzburg sehr gute Zeiten hergab, demonstriert die Tatsache, dass angeführt vom viertplatzierten Mario Bauernfeind (KUS ÖBV Pro Team) acht Läufer, die ohne Staatsmeisterschaftsmedaille den Zielraum verließen, unter 1:09 Stunden geblieben sind – eine erstaunliche Leistungsdichte im Spitzenbereich. Sie alle landeten auf dem Stockerl von insgesamt sieben Landesmeisterschaftsentscheidungen (alle außer Tirol und Vorarlberg), die allesamt in separatem Rahmen prämiert werden, da es beim Jedermannlauf aufgrund einer Verordnung keine klassischen Siegerehrungen gab. Die idealen Laufbedingungen ermöglichten diese multiplen individuellen Leistungssprünge.
 

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Sololauf von Julia Mayer

Das Rennen der Frauen startete mit gemäßigtem Tempo. Nach etwa fünf Kilometern fasste sich Julia Mayer (DSG Wien) ein Herz und beschleunigte. Relativ rasch setzte sie sich als Solistin vom Rest des Feldes ab und lief in einer Zeit von 1:16:03 Stunden einen klaren Sieg nach Hause. „Ich bin sehr zufrieden mit diesem Erfolg und, nachdem wir für die ersten fünf Kilometer rund 19 Minuten gebraucht haben, ist die Endzeit absolut in Ordnung“, bilanzierte die 27-Jährige, die ihren ersten Staatsmeistertitel im Halbmarathon in ihrem zweiten Wettkampf über diese Distanz überhaupt mit einer persönlichen Bestleistung garnierte. Zwei Wochen nach der Niederlage gegen Sandrina Illes (Union St. Pölten) bei den Österreichischen Meisterschaften im 10km-Straßenlauf setzte sie in Salzburg einen Konter. „Wenn man vor einem Ausdauertalent wie Sandrina ins Ziel kommt, ist das immer etwas Besonderes“, freute sich die Wienerin, die den äußerst respektvollen und freundschaftlichen Umgang der beiden trotz der sportlichen Rivalität betonte. Illes sicherte sich in einer Zeit von 1:18:32 Stunden die Silbermedaille, Bronze ging an Anna Pabinger (ALC Wels) in einer persönlichen Bestzeit von 1:20:41 Stunden. Illes zog ein zwiespältiges Fazit: „Die Platzierung ist super, die Zeit nicht so. Hinten raus wurde es zäh, aber aufgrund meiner Verletzung im Sommer hat mir einfach die Zeit für Halbmarathon-spezifisches Training gefehlt. Daher geht das in Ordnung.“ Auch im Spitzenfeld der Frauen gab es etliche persönliche Bestleistungen zu bestaunen.
 

Innerhofer und Hofer Salzburger Landesmeister

Gleichbedeutend mit dem Staatsmeistertitel gewann Manuel Innerhofer natürlich auch den Salzburger Landesmeistertitel. Die Silbermedaille ging an Jedermannlauf-Vorjahressieger Alex Knoblechner (Lauftreff Nussdorf), der überglücklich das Ziel erreichte. In einer Zeit von 1:08:57 Stunden ist er unter der Marke von 1:09 Stunden geblieben und feierte eine deutliche persönliche Bestleistung. „Ich konnte ein gleichmäßiges Tempo durchlaufen, von Anfang bis zum Schluss. Auch in der Phase mit Gegenwind, da habe ich sehr von der Zusammenarbeit mit Stephan Listabarth profitiert. Damit konnten wir auf der zweiten Streckenhälfte einige Läufer ein- und überholen. Ein super Ergebnis!“, war der Flachgauer zufrieden. Sein Vereinskollege Florian Rausch holte sich in einer Zeit von 1:16:45 Stunden die Bronzemedaille.
Bei den Frauen freute sich das Salzburger Laufurgestein Sabine Hofer (LAC Salzburg) über ihren 33. Landesmeistertitel. In einer Zeit von 1:28:59 Stunden siegte sie vor Therese Wagenleitner (1:33:29) und Maria Morales (1:33:40), beide vom ASV Salzburg ZV LA. Angesichts von Rückenbeschwerden, die die 59-jährige Hofer im Sommer immer wieder bei Trainingsläufern einschränkten, zeigte sie sich mit ihrer Leistung zufrieden.
 

Hohe Disziplin bei allen Beteiligten

Anders als in den letzten Jahren befand sich das Start- und Zielgelände des Jedermannlauf nicht am Universitätsplatz, sondern im Volksgarten. Im weitläufigen Grün unweit des Stadtzentrums konnte Johannes Langer den Event so gestalten, dass alle im strengen Sicherheits- und Hygienekonzept festgehaltenen Maßnahmen wie Sicherheitsabstände gut eingehalten werden konnten. Außerdem herrschte am Eventgelände strikte Mund-Nasen-Schutz-Pflicht, die Läuferinnen und Läufer durften ihn nur zwischen Startschuss und Überqueren der Ziellinie abnehmen. Anstatt an die 1.000 Laufbegeisterte wie noch 2019 gingen 2020 jeweils 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer pro separatem Start (insgesamt drei) ins Rennen. Das war so im Veranstaltungskonzept, welches den aktuellen Verordnungen der Bundesregierung entsprach, festgelegt. Nur die beiden Staatsmeisterschaftswettkämpfe wurden als Massenstart eröffnet, allerdings unter Einhaltung der Abstandsregeln durch markierte Startpositionen. Die 100 Aktiven im Jedermannlauf Halbmarathon gingen innerhalb eines viertelstündigen Zeitfensters in Form von Einzelstarts auf die Laufstrecke. Diese führte vom Volksgarten ausgehend den beiden Salzachufern entlang zu den Wendepunkten auf der Hellbrunner Brücke und auf der Staumauer des Kraftwerks in Lehen, wodurch die Laufbegeisterten zweimal die besondere Kulisse der Salzburger Altstadt aus nächster Nähe genießen konnten. Eine zweite, kleine Runde über den Wilhelm-Kaufmann-Steg und die Karolinen Brücke komplettierte die nach den Standards von AIMS und World Athletics vermessene Halbmarathonstrecke. „Ich möchte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Beteiligten am Event ein großes Lob aussprechen, wie diszipliniert sie sich an die Verhaltensregeln gehalten haben“, betont Langer. „Das war vorbildlich!“
 
 

Ergebnisse Jedermannlauf Halbmarathon 2020 (inkl. ÖLV-Staatsmeisterschaften im Halbmarathon)
Männer

Gold: Manuel Innerhofer (AUT) 1:05:06 Stunden
Silber: Valentin Pfeil (AUT) 1:05:11 Stunden
Bronze: Thomas Roach (AUT) 1:06:20 Stunden
4. Mario Bauernfeind (AUT) 1:07:16 Stunden
5. Lemawork Ketema (AUT) 1:07:23 Stunden
6. Markus Hartinger (AUT) 1:07:48 Stunden
7. Isaac-Toroitich Kosgei (AUT) 1:08:05 Stunden
8. Daniel Rosenberg (GER) 1:08:26 Stunden
9. Stephan Listabarth (AUT) 1:08:50 Stunden
10. Markus Lemp (AUT) 1:08:52 Stunden
 

Frauen

Gold: Julia Mayer (AUT) 1:16:03 Stunden
Silber: Sandrina Illes (AUT) 1:18:32 Stunden
Bronze: Anna Pabinger (AUT) 1:20:41 Stunden
4. Karin Freitag (AUT) 1:22:14 Stunden
5. Barbara Bischof (AUT) 1:22:19 Stunden
6. Lemuela Wutz (AUT) 1:22:50 Stunden
7. Karin Augustin (AUT) 1:24:00 Stunden
8. Nora Havlinova (AUT) 1:24:12 Stunden
9. Teresa Feit (AUT) 1:24:16 Stunden
10. Anna Glack (AUT) 1:24:32 Stunden
 
Anm.: Ergebnisse der ÖLV-Staatsmeisterschaften unter den Top-7 der Männer und den Top-Ten der Frauen identisch
 
 
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