Überraschungen bei Schweizer Meisterschaften

© Adobe Stock / Negro Elkha

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Fabienne Schlumpf war der Laufstar bei den Schweizer Leichtathletik-Meisterschaften, die am vergangenen Wochenende nach Corona-bedingter terminlicher und örtlicher (ursprünglich war Bellinzona als Austragungsort vorgesehen) Verschiebung in Basel über die Bühne gegangen ist. Die 29-Jährige gewann neben dem erwarteten Titel über 5.000m in einer eindrucksvollen Art und Weise auch den 1.500m-Lauf. Im 800m-Lauf musste sich Selina Büchel Lore Hoffmann geschlagen geben, die im Sommer 2020 kräftig an der nationalen Vormachtstellung der Olympia-Halbfinalistin rüttelt.
 

Hoffmann weiter in Topform

Lore Hoffmann hat ihre hervorragende Verfassung, die sie zuletzt in Rovereto mit einer deutlichen persönlichen Bestleistung demonstriert hatte (siehe RunAustria-Bericht), zu den Schweizer Meisterschaften am vergangenen Freitag und Samstag in Basel mitgebracht und Selina Büchel eine überraschende Niederlage zugefügt. Die 24-Jährige, die ihren zweiten Staatsmeistertitel feierte, hatte in einem spannenden Finish in einer Zeit von 2:08,73 Minuten die Nase hauchdünn vor der zweifachen Hallen-Europameisterin, die eine Zeit von 2:08,76 Minuten verbuchte. Selina Fehler sicherte sich die Bronzemedaille.
 

Schlumpf schnell auf Unterdistanz und sicher über 5.000m

Eine Sensation gelang Fabienne Schlumpf im 1.500m-Lauf. In einer persönlichen Bestleistung von 4:14,29 Minuten setzte sich die WM-Zweite im 3.000m-Hindernislauf von Berlin 2018, die sich Richtung Marathon orientiert, deutlich vor Chiara Scherrer, die in 4:16,75 Minuten ebenfalls einen neuen „Hausrekord“ erzielte, durch. Die favorisierte Delia Sclabas, auf dieser Distanz amtierende Junioren-Europameisterin, musste sich mit der Bronzemedaille in 4:19,05 Minuten zufrieden geben.
Schlumpfs gutes 1.500m-Rennen mit einem entschlossenen Antritt in der letzten Runde, dem keine Kontrahentin etwas entgegenzusetzen hatte, war umso erstaunlicher, nachdem sie am ersten Wettkampftag bereits den 5.000m-Lauf bestritten hatte und diesen aus der Favoritenrolle heraus gewinnen konnte. In einer Zeit von 16:30,18 Minuten hielt sie in einem nicht mit hohem Tempo ausgestatteten Wettkampf ebenfalls Chiara Scherrer (16:33,16) und Nicole Egger (16:36,24) auf Distanz. Mit deutlichem Abstand zum Bronzerang wurde die Marathon-EM-Siebte Martina Strähl Vierte. Ihre gute sportliche Verfassung in diesem vom Coronavirus stark beeinträchtigten Jahr hatte Schlumpf über die 5.000m in den letzten Wochen bereits unter Beweis gestellt.
 

Favoritensiege durch Raess, Elmer und Schöpfer

Bei den Männern feierte Jonas Raess einen kontrollierten Favoritensieg im 5.000m-Lauf. In einer Zeit von 14:02,09 Minuten ließ er Dominic Lobalu und Max Studer hinter sich. Marathonläufer Tadesse Abraham, der das Rennen lange Zeit anführte und für das für ein Meisterschaftsrennen nicht langsame Tempo sorgte, verpasste als Vierter trotz einer persönlichen 5.000m-Bestleistung das Podest knapp, Eric Rüttimann folgte als Fünfter. Crosslauf-EM-Medaillengewinner Julien Wanders war nicht am Start.
Tom Elmer wurde seiner Favoritenrolle im 1.500m-Lauf gerecht und siegte in 3:54,56 Minuten vor Thomas Gmür und Julien Stahlandske. Der Titel im 800m-Lauf ging an Jonas Schöpfer, der sich in 1:52,55 Minuten knapp gegen Guillaume Laurent und Joaquim Jäger durchsetzte.
 
 
Swiss Athletics
Schweizer Leichtathletik-Meisterschaften 2020