Physische Aktivität gegen psychische Belastungen

© Adobe Stock / Dusan Petkovic

Auch wenn ihre Befürchtungen die Nachrichtenlage aktuell nicht dominieren: Weltweit warnen Psychologen vor den schwerwiegenden Folgen der gesellschaftlichen Einschränkungen zur Eindämmung des Sars-Cov-2-Virus für die mentale Gesundheit der Menschen. Um in dieser traurigen Prognose das Blatt zu wenden und den Ansatz aus der Perspektive der Sportbegeisterten von der positiven Seite zu beleuchten, war es selten zuvor so anschaulich, wie wichtig regelmäßiger Sport für eine starke Psyche ist. Ganz nach der Erkenntnis des römischen Dichters Juvenal: „Mens sana in corpore sano.“
 

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Positiveres Wohlbefinden

Eine international angelegte Studie der Universität Potsdam, die die sportlichen Aktivitäten der Menschen in Zeiten von COVID-19 untersuchte (siehe RunAustria-Bericht), stellte auch den psychologischen Wert des Sports in dieser Krisenzeit fest. „Sich zu bewegen ist nicht nur gut für den Körper, sondern auch für die Seele. Bei denen, die körperlich aktiv waren, messen wir aktuell ein positiveres Wohlbefinden als bei denen, die wenig oder gar keinen Sport betrieben“, stellt Studienleiter Ralf Brand fest. Damit betont der deutsche Sportpsychologe eine Erkenntnis, die unter Experten längst nicht neu ist. Regelmäßige sportliche Aktivität bietet erfrischenden Ausgleich für die im Alltagsleben belastete Psyche. Insbesondere moderater Ausdauersport wie eine Laufrunde bietet dem Gehirn optimale Rahmenbedingungen, Gedanken zu ordnen, Stressbelastungen abzubauen und die Fähigkeit des Gedächtnis zu stärken. Und wirkt präventiv gegen mentale Erkrankungen.
 

Sport lindert Risiko einer Depression

Ein Forscherteam der Harvard University veröffentlichte im November 2019 im Fachblatt „Depression & Anxiety“ eine Studie, die zur Erkenntnis kommt, dass regelmäßige Bewegung im Umfang von 35 bis 45 Minuten pro Tag das Risiko einer Depression selbst dann senkt, wenn unmittelbare Familienmitglieder an einer psychischen Krankheit leiden. Sportliche Menschen leiden außerdem zu 20% seltener an einer Depression als Sportverweigerer. Als Analysegrundlage nutzten die Forscher die elektronischen Gesundheitsdaten von 7.968 Personen europäischer Abstammung.
Sport wurde in den letzten Jahren immer häufiger auch als Therapiemaßnahme bei Patienten, die an leichten Depressionen leiden, eingesetzt. Besonders in Australien, Großbritannien oder der Niederlande zählt Laufen als erste Empfehlung in der Therapie von depressiven Menschen. Eine Studie der Universität Bern kam vor einigen Jahren zur Erkenntnis, dass die Ausschüttung von Endorphinen zu einer besseren Durchblutung des Körpers führt und dieser Effekt in aller Regelmäßigkeit auch bei depressiven Menschen zu einer langfristigen Besserung des Gemütszustandes führt.
 

Richtige Ernährung lindert Symptome

Auch die Ernährung spielt bei psychischen Erkrankungen eine wichtige Rolle. Laut einer Studie von Wissenschaftlern der Universität Sydney mit 101 Probanden aus dem Herbst 2019 kann die als solche bezeichnete mediterrane Diät mit einem reichhaltigen Anteil an Obst und Gemüse, Fisch, pflanzlichen Fetten wie Olivenöl sowie Vollkornprodukten im Ernährungsplan Symptome einer Depression bei jungen Erwachsenen lindern. Dagegen wird zuckerhaltige Ernährung mit einem höheren Risikofaktor, an einer Depression zu erkranken, verbunden.
Laut Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit rund 322 Millionen Menschen an einer Depression. Jährlich wählen rund 800.000 den Ausweg des Selbstmords.