Ehemaliger australischer Mittelstreckenläufer Jim Bailey verstorben

Der ehemalige australische Mittelstreckenläufer Jim Bailey (James John Bailey) ist am 31. März im Alter von 90 Jahren in seiner Wahlheimat USA verstorben. Der aus Sydney stammende Athlet war in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts einer der stärksten Meilenläufer der Welt und bildete gemeinsam mit den viel bekannteren Roger Bannister und John Landy und weiteren Läufern die damalige Weltspitze. Dass der Name des Studenten der University of Oregon sich nicht so sehr im Gedächtnis der Sportfans verfestigte wie jener von Bannister oder Landy hat mit einer Pechsträhne in entscheidenden Momenten zu tun.
Die „Miracle Mile“ bei den Empire Games (heute Commonwealth Games) 1954 in Vancouver zählt zu den berühmtesten Meilenrennen der Geschichte. Damals besiegte Roger Bannister John Landy in einem hochklassigen Finale. Bailey hatte sich zuvor bei den australischen Meisterschaften Landy nur haarscharf geschlagen geben müssen und galt als Mitfavorit auf die Goldmedaille. Allerdings brach er sich beim Vorlauf, den er gewann, einen Fußknochen und musste im Finale zuschauen. Bei seinem intendierten Karriere-Höhepunkt, den Olympischen Spielen 1956 in Melbourne, ging ebenfalls alles daneben. Mit dem Rückenwind eines frischen australischen Rekords über 800m scheiterte Baily völlig unerwartet im Halbfinallauf. Wenige Tage später konnte er über 1.500m aufgrund eines Heuschnupfen-Anfalls kurzfristig nicht starten. Zeugen berichteten von einer gespenstischen Stille im „Call Room“ nach Baileys Ankündigung.
Baileys größtes Rennen war ein Meilenrennen im Mai 1956 in Los Angeles. Der damalige australische Hallen-Rekordhalter über die Meile erzielte vor 40.000 Zuschauern im Los Angeles Coliseum in einer Zeit von 3:58,6 Minuten die zweitschnellste Meilenzeit der damaligen Zeit. Mit einer fabelhaften letzten Runde besiegte er seinen Landsmann John Landy und den jungen Iren Ron Delaney. Eigentlich war der Wettkampf als großes Duell dieser beiden ausgeschrieben.