German Road Races fordern Rettungsfonds für Veranstalter

© Salzburg Marathon / Alexander Schwarz

Die German Road Races (GRR), eine Interessensvereinigung deutscher Straßenlauf-Veranstalter, zu der auch die österreichischen Events Salzburg Marathon und Montafon Arlberg Marathon gehören, fordert von der Politik einen Rettungsfonds für existenzbedrohte Straßenlauf-Veranstalter. „Die wirtschaftlichen Verluste der Veranstalter sind immens. Die behördlichen Absagen führen zu erheblichen finanziellen Belastungen durch Personal- und Materialkosten“, erklärt GRR-Präsident und Vater des Berlin Marathon, Horst Milde. „Die Ausfälle sind teilweise existenzbedrohend. Deshalb fordern wir: Kein Veranstalter und kein Organisator darf pleite gehen!“
 

© Salzburg Marathon / Alexander Schwarz
Einmalige Ausfallsentschädigung

Mit dieser Forderung sind die German Road Races bereits an die Bundes- und Landespolitik in Deutschland herangetreten. Die Erwartungshaltung liegt in einer einmaligen Auszahlung einer Ausfallsentschädigung für bedingt durch die COVID-19-Pandemie abgesagte Laufevents aus einem Topf in einer gesamten Größenordnung von rund 4,5 Millionen Euro.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DSOB) hat bereits angekündigt, einen Solidarfond einzurichten, „um die Vielfalt des Sports“ zu erhalten. „Wir wollen über unsere Forderungen an die Politik hinaus einen eigenen wertvollen Beitrag leisten, damit unsere einzigartige und vielfältige Verbands- und Vereinslandschaft auch in dieser Krisensituation erhalten werden kann. Nur dann ist es möglich, dass der Sport auch in Zukunft seine umfangreichen und nicht verzichtbaren Leistungen für die Gesellschaft zur Verfügung stellen kann“, erklärt DOSB-Präsident Alfons Hörmann in einer Pressemitteilung.
 

Solidarität gefragt

Auch innerhalb der Laufszene appellieren die German Road Races an die Solidarität und rät von Verschiebungen in den Herbst ab, da dadurch auch Veranstalter von Laufevents in der Herbstsaison geschädigt werden. „Das ist unkollegial und unsolidarisch. Letztendlich bedeutet dies einen Kannibalisierungseffekt unter den Laufveranstaltern“, findet Milde klare Worte. Zuletzt hat der Hamburg Marathon seinen Herbsttermin bekannt gegeben, auch die Marathon-Größen in London, Boston, Paris und Rotterdam haben ihre abgesagten Events im Frühjahr in den Herbst verlegt. Damit gibt es wesentlich mehr Events, aber nicht mehr Läuferinnen und Läufer.
Auf Solidarität hofft Milde auch bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich für einen nun abgesagten Event angemeldet haben und hofft, dass sie ihre Startgelder nicht zurückfordern. „Wir wollen nicht, dass der Laufsport untergeht“, warnt er vor möglichen Insolvenzen.
 
 
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