Kiplimos zu früher Jubel verschenkt ehrvollen Triumph an Kandie

© Sao Silvestre / AFP / Getty Images
Es ist vielleicht der größte Irrtum, garantiert aber der leichtsinnigste Faux-Pas, der im Wettkampfsport überhaupt passieren kann. Und eigentlich, so darf die Erwartungshaltung an einen professionellen Sportler auch sein, niemals passieren darf! Dennoch entstehen auf diese Weise fast mythische Augenblicke, die für die betroffenen beinahe depressive Emotionen und für die Nutznießer unerwartete Höhengefühle hervorrufen können. Jacob Kiplimo, einer der talentiertesten Läufer der Welt, leistete sich beim Silvesterlauf Sao Silvestre in Sao Paolo den jugendlichen Leicht- und Wahnsinn einer ausführlichen Jubelgeste, noch bevor er das Zielband durchbrochen hat. Kibiwott Kandie, zuletzt Sieger des Lille Halbmarathon und Dritter beim Neu Delhi Halbmarathon, spurtete bis zum letzten Zentimeter hart und nutzte die leichte Temporeduktion während des verfrühten Jubels seines Kontrahenten gnadenlos aus. Der Kenianer zog die Gunst eines historischen Momentes radikal auf seine Seite. In einer Zeit von 42:59 Minuten verbesserte der 23-Jährige bei seinem größten Erfolg bisher den 24 Jahre alten Streckenrekord der kenianischen Marathon-Legende Paul Tergat um 13 Sekunden. Auch Kiplimo blieb letztlich zwölf Sekunden unter der Siegerzeit von 1995, was unter dem Strich zur Randnotiz verblasste.
 

Rasanter Beginn

Dabei hatte der im neuen Jahrtausend geborene Junioren-Crosslauf-Weltmeister von 2017 und Vize-Crosslauf-Weltmeister der Allgemeinen Klasse von 2019 aus Uganda ein sehr starkes Rennen gezeigt, das Tempo stets hochgehalten und in der entscheidenden Phase das Heft des Handelns fest in die Hand genommen. Nach einer irren Zwischenzeit von 13:31 Minuten nach fünf Kilometern und einer Zwischenzeit von immer noch flotten 27:58 Minuten nach zehn Kilometern war der Siegerkranz im Ziel ihm bereits zugeteilt, als das Unerwartete passierte und er den Sieg noch herschenkte. Bis zur Halbzeit hielt der Sieger des Honolulu Marathon, Titus Ekiru noch mit dem Duo mit. Am Ende finalisierte der Kenianer beim trotz des Startschusses am frühen Morgen mit Temperaturen von 24°C am Start Hitzerennen in einer Zeit von 43:54 Minuten auf dem dritten Rang.
 

Alleingang von Brigid Kosgei

Bei den Frauen war die 95. Auflage des ältesten Silvesterlaufs der Welt eine klare Sache für Marathon-Weltrekordhalterin Brigid Kosgei. Die Kenianerin hatte schon nach dem ersten Renndrittel einen mehrsekündigen Vorsprung und setzte sich in Fortdauer des Rennens immer klarer vom Rest des Starterfeldes ab. In einer Zeit von 48:54 Minuten, der abgesehen von der des Dopings überführten Marathon-Olympiasiegerin Jemima Sumgong (2016) schnellsten Siegerzeit seit acht Jahren, siegte sie klar vor ihrer Landsfrau Sheila Chelangat (50:10) und der Äthiopierin Alem Nigussie (50:12).
Rund 35.000 Läuferinnen und Läufer bestritten den Silvesterlauf auf der leicht hügeligen Strecke in der brasilianischen Metropole. Viele verkleideten sich im Sommer der südlichen Hemisphäre in bunten Outfits und sorgten für erfrischende Farbtupfer.
 
 

Ergebnisse Sao Silvestre Sao Paolo 2019 (15 km)

Männer
1. Kibiwott Kandie (KEN) 42:59 Minuten
2. Jacob Kiplimo (UGA) 43:00 Minuten
3. Titus Ekiru (KEN) 43:54 Minuten
4. Geofrey Kipchumba (KEN) 45:10 Minuten
5. Joseph Panga (TAN) 45:30 Minuten
 
Frauen
1. Brigid Kosgei (KEN) 48:54 Minuten
2. Sheila Chelangat (KEN) 50:10 Minuten
3. Alem Nigussie (ETH) 50:12 Minuten
4. Pauline Kaveke (KEN) 50:28 Minuten
5. Delvine Meringor (KEN) 50:51 Minuten
 
 
Sao Silvestre Sao Paolo

About Author