Europameister Naert Siegkandidat in Fukuoka

Koen Naert bei seinem Triumphzug im EM-Marathon von Berlin. © SIP / Johannes Langer

Europäische Siege haben beim Fukuoka Marathon, der zu den ältesten jährlich durchgeführten Marathonläufen der Welt gehört, keine große Tradition. Selbst in der Epoche, bevor die Ostafrikaner die Weltspitze im Marathon übernahmen, nicht. Dennoch liegt der letzte europäische Sieg am Südwestzipfel Japans nur zwei Jahre zurück. Sondre Nordstad Moen lief damals einen Europarekord von 2:05:48 Stunden und siegte in der zweitschnellsten, je beim Fukuoka Marathon erzielten Laufzeit. Heuer gehört mit Europameister Koen Naert erneut ein Europäer zu den Siegeskandidaten.
 

Koen Naert bei seinem Triumphzug im EM-Marathon von Berlin. © SIP / Johannes Langer
 

Ein besonderes Marathon-Jahr für Belgien

Der belgische Marathonlauf befindet sich aktuell in der historischen Hochzeit. Drei der vier schnellsten Marathonzeiten belgischer Läufer wurden im Jahr 2019 erzielt. Den Auftakt zur belgischen Renaissance auf der europäischen Marathon-Landkarte stellt der Europameistertitel von Koen Naert in Berlin 2018 dar. Ein halbes Jahr später verpasste der 30-Jährige bei seinem bisher mit Abstand schnellsten Marathon in Rotterdam (2:07:39) den damaligen belgischen Rekord von Vincent Rousseau nur um 19 Sekunden. Diese 24 Jahre alte Bestmarke fiel zwei Wochen später, als Bashir Abdi in London eine Zeit von 2:07:03 Stunden lief. Abdi hat seinen belgischen Rekord mittlerweile erneut verbessert, auf eine Zeit von 2:06:14 Stunden beim Chicago Marathon.
 

Dazza in der Favoritenrolle

Unabhängig davon ob Naert, der im Sommer belgischer Meister im 10km-Straßenlauf wurde, in Fukuoka im Duell mit Abdi um die Nummer-eins-Position seines Landes zurückschlagen kann, gehört der Europameister zum Kreis der Favoriten auf den Sieg. Nur zwei Athleten haben einen besseren Vorwert: der Marokkaner El Mahjoub Dazza, der 2019 den Prag Marathon gewann und im Vorjahr in Valencia eine Zeit von 2:05:26 Stunden gelaufen ist, und der Äthiopier Tsedat Ayana. Der 28-jährige Dazza ist der klare Favorit, schließlich hat er seine letzten beiden Marathons in Zeiten von unter 2:06 Stunden bestritten. Ayana, der eigentlich beim Toronto Marathon angekündigt war, dort aber nicht gelaufen ist, gewann 2019 den Sevilla Marathon.
Das recht ausgeglichene Favoritenfeld komplettieren der Kenianer Raymond Choge, im Frühjahr Vierter beim Vienna City Marathon, der Eritreer Amanuel Mesel, im letzten Jahr Dritter, sowie die Japaner Taku Fuhimoto und Yuki Sato. Der japanische Vorjahressieger Yuma Hattori, der sich für die Olympischen Spiele qualifiziert hat, ist nicht am Start. Dafür fehlt Yuki Kawauchi, der bei den Weltmeisterschaften von Doha ein Debakel erlebte, nicht. Der zweite europäische Top-Läufer beim Fukuoka Marathon, traditionell ein reiner Männer-Bewerb, ist der Däne Abdi Hakin Ulad.
 
 
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