„Ich glaube, Eliud verdrängt selbst starke Schmerzen“

© INEOS 1:59 Challenge / Jon Super

36 eingesetzte Tempomacher haben Eliud Kipchoge bestmögliche Unterstützung verliehen, die es ihm erleichterten, das anvisierte Ziel einer 1:59er-Zeit auf der Marathon-Distanz zu realisieren. Das hochkarätige Pacemakerteam enthielt zahlreiche Weltklasseläufer, Olympia- und WM-Medaillengewinner auf kürzeren Distanzen. Sie alle stellten am Ende ihrer Wettkampfsaisonen individuelle Ambitionen in der Hintergrund und stellten sich mit vollstem Einsatz in den Dienst des größten Marathonläufers aller Zeiten. Bernard Lagat, Chef der Pacemaker und Pacemaker-Kapitän in der Anfangs- und Schlussphase des Rennens stand RunAustria.at nach dem Rennen für ein Flash-Interview zur Verfügung.
 
 
Der RunAustria-Bericht zum Rennen: 1:59:41 – Kipchoges Meilenstein im Wiener Prater
Die Stimmen zu Kipchoges historischer Leistung: „Das ist Sportgeschichte, made in Vienna“
RunAustria-Flash-Interview mit Bernard Lagat: „Bei Kilometer 41 wirkte er stärker als zuvor“
Stimmen der heimischen Lauf-Elite: „Es war saugeil!“
 
 

© INEOS 1:59 Challenge / Jon Super
 
RunAustria: Sie waren einer der „Capitains“ der Pacemaker. Was war die Schlüsselaufgabe der „Captains“ im Unterschied zu anderen Pacemakern?
Julien Wanders: „Der Unterschied war, dass ich direkt vor ihm gelaufen bin und ihm den genauen Weg gezeigt habe. Außerdem habe ich die vier Läufer seitlich vor mir dirigiert, dass wir eine kompakte Einheit bilden und Eliud die optimale Unterstützung bieten konnten.“
 
RunAustria: Hat während Ihres Einsatzes alles nach Plan geklappt?
Julien Wanders: „Es war alles ok. Während meines Einsatzes musste ich nur leichte Adjustierungen vornehmen. Einmal ist mir Eliud ein bisschen zu nahe aufgelaufen und ich musste die Jungs vor mir kurz anspornen.“
 
RunAustria: Sie haben gestern gesagt, es ist kein Problem für Sie, fünf Kilometer lang die geplante Pace zu halten. Wie war es heute und welchen Eindruck hatten Sie von Eliud, insbesondere in der Schlussphase?
Julien Wanders: „Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, es war hart die Pace zu laufen. Das ist nicht einmal meine Halbmarathon-Pace. Ich fühlte mich sehr komfortabel. Mit Eliud habe ich noch nicht gesprochen, aber ich kann mir gut vorstellen, wie hart es ist, diese Geschwindigkeit über 42 Kilometer zu halten. Er hat sicherlich körperliche Schmerzen gespürt, aber dieser Typ ist so fokussiert. Ich glaube, der verdrängt auch starke Schmerzen.“
 
RunAustria: Sie leben größtenteils in Kenia. Sind sie vor dem Wien-Wochenende schon mal mit Kipchoge gelaufen?
Julien Wanders: „Nein. Wir gehören verschiedenen Trainingsgruppen an. Er in Kaptagat und ich in Iten.“
 
 
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Vienna City Marathon