Klosterhalfen erreicht WM-Finale kraftsparend

© SIP / René van Zee

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Überzeugend, aber ohne zu viel Energieeinsatz hat Konstanze Klosterhalfen den Finallauf über 5.000m im Rahmen der Weltmeisterschaften 2019 erreicht. Die 22-jährige Deutsche verzichtete im Vorlauf für das am Samstag stattfindende Finale auf einen ihrer typischen Frontruns und ging nur für eine recht kurze Zeitspanne während des vierten Kilometers an die Spitze. Den Rest kontrollierte sie und musste sich im Endspurt um wenige Tausendstelsekunden der Äthiopierin Tsehay Gemechu (15:01,57) geschlagen geben. Nach dem Rennen sprach sie lieber über das hervorragende Training mit Pete Julien in den USA und die wettertechnische Umstellung aus dem Trainingslager in St. Moritz, wo kurz vor dem Abflug bereits Schnee gefallen ist, und der Hitze in Doha im Spagat mit den stark klimatisierten Hotels als über ihre unaufgeregte, aber effektive Leistung. Neben den beiden Schnellsten schafften es auch die Kenianerinnen Margaret Kipkemboi und Lilian Rengeruk sowie die stark laufende Britin Laura Weightman und die Äthiopierin Fantu Worku ins Finale. Letztere über die Zeitregel. Diesen Sprung schaffte die Dänin Anna Emilie Möller zwei Tage nach ihrem Sensationsauftritt im 3.000m-Hindernislauf mit Rang sieben nicht. Sie hielt lange mit der Spitze mit und verlor erst in der absoluten Schlussphase den Anschluss: Aufgrund des rasanten ersten Laufs reichte eine Zeit von 15:11,76 Minuten deutlich nicht. Noch weiter abgeschlagen waren die US-Amerikanerin Rachel Schneider und die Britin Jessica Judd.
 
Redaktionelle Mitarbeit aus Doha: René van Zee
 
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McColgan sorgt für hohes Tempo

Deutlich spektakulärer verlief der erste der beiden Vorläufe, in dem die Eilish McColgan die Verantwortung für ein konstant hohes Tempo übernahm. Die Schottin, Tochter der ehemaligen Weltmeisterin Liz, die stets auch an ihrer Seite ist, belohnte sich mit ihrer harten Arbeit auch selbst und erreichte als Vierte in einer Zeit von 14:55,79 Minuten das Ziel. Im 10.000m-Lauf hatte die 28-Jährige noch auf einen Start verzichtet – ein Doppelstart käme zu früh, meint ihre Teilzeittrainerin und Mutter. Die restliche Zeit trainiert sich Eilish McColgan übrigens selbst und lebt in Manchester mit ihrem Lebenspartner Michael Rimmer, ein 800m-Läufer.
 

Zahlreiche Bestleistungen fürs Finale

Vom hohen Tempo McColgans profitierte das gesamte Feld. Hellen Obiri gewann in einer Zeit von 14:52,13 Minuten und zeigte sich gut erholt vom vierten Platz über 10.000m. Karissa Schweizer lief in einer persönlichen Bestleistung von 14:52,41 Minuten auf den zweiten Platz vor Hawi Feysa aus Äthiopien. Als Fünfte qualifizierte sich überraschend die Neuseeländerin Camille Buscomb in einer persönlichen Bestleistung von 15:02,19 Minuten (17 Sekunden schneller als bisher) für das Finale. Deutliche „Hausrekorde“ gab es auch für die Japanerin Nozomi Tanaka und die Kanadierin Andrea Seccafien, die sich wie Dominique Scott aus Südafrika und Elinor Purrier aus den USA über die Zeitregel qualifizierten. Im Finale zuschauen muss die zweite Deutsche, Hanna Klein, die in einer Zeit von 15:28,65 Minuten nur Rang elf belegte.
 
 
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Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2019 in Doha