René auf Reisen online: Historisches Edelmetall

© ÖLV / Gladys Chai von der Laage

Schwierige Aufgabe für mich am Montagabend in Doha. Drei Medaillenentscheidungen auf den Laufdistanzen, dazu der mit Spannung erwartete 400m-Hürdenlauf, und das österreichische Highlight, das Finale im Diskuswurf der Männer fanden binnen nicht einmal zwei Stunden statt. High noon auf der Pressetribüne! Ausnahmsweise bekamen die Laufentscheidungen von mir nur geteiltes Aufsehen, denn ein Auge schielte immer in den Diskusring.
Die Hoffnung war groß beim ÖLV. Das spürte man in den Tagen von Doha und insbesondere auf der Tribüne, während Lukas Weißhaidinger (ÖTB OÖ LA) in der Arena zum Diskus griff. Nie zuvor hatte ein männlicher Leichtathlet aus Österreich bei 16 Auflagen von Leichtathetik-Weltmeisterschaften (Stadion) eine Medaille gewonnen. Die Bronzemedaille von Sigrid Kirchmann (1993, Hochsprung) und Stephanie Graf (2001, 800m) waren die bisherigen ÖLV-WM-Medaillen. Nun hat der Oberösterreicher mit Platz drei diese Durststrecke beendet.
 

© ÖLV / Gladys Chai von der Laage
Eine Umarmung für Olaf Brockmann

Seitdem ich Weißhaidinger kennen gelernt habe, das war bei der Jugend-WM 2009 in Brixen in Südtirol, war er bei fast jedem internationalen Großereignis dabei, bei dem er am Start war. Seit Jahren gehört er zur Elite im Diskuswurf, wurde Sechster bei den Olympischen Spielen 2016 und gewann die Bronzemedaille bei den Europameisterschaften von Berlin. Als sein Diskus im ersten Versuch bei einer Weite von 66,74 Metern landete, war der Jubel bei der kleinen rot-weiß-roten Delegation auf der Tribüne des Khalifa Stadion groß. Auch, weil Weißhaidinger die hohe Erwartungshaltung aus der Heimat spürte und damit den Druck abschütteln konnte.
Einer, der Weißhaidinger seit Jahren praktisch zu jedem wichtigen Wettkampf begleitet hat und stets mitfiebert, ist mein Journalisten-Kollege Olaf Brockmann. Im Freudentaumel stürmte der nicht gerade als Leichtgewicht bekannte Oberösterreicher auf ihn zu und fiel ihm in die Arme. Alles gut gegangen. Am späten Abend erwischte Facebook die beiden bei einem Bier in der Hotelbar. Wer wohl wen eingeladen hat?
 

Vorläufiger Höhepunkt

Zurück zum Sportlichen: Weißhaidingers Erfolg von Doha ist das Produkt von kontinuierlichen Steigerungen in einer gelungenen Zusammenarbeit mit Trainer Gregor Högler. Das intensive, professionelle Training hat sich ausgezahlt, Weißhaidinger ist 2019 an seinem vorläufigen Höhepunkt angekommen.
 
 
Leichtathletik-Weltverband
Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2019 in Doha