Starke Rivalen für Farah in Chicago

Mo Farah bei seinem Vorjahressieg. © Getty Images
Europarekordhalter und Titelverteidiger Mo Farah muss sich am 13. Oktober in Chicago mit einer leistungsstarken Konkurrenz auseinandersetzen, möchte er seinen zweiten Sieg in einem World Marathon Major realisieren. Dieses Ziel liegt ihm neun Monate vor dem Olympischen Marathon in Tokio bekannterweise sehr am Herzen. Während der Brite zuletzt öffentlich immer wieder mit einer Liebäugelei mit dem 10.000m-Rennen bei den Weltmeisterschaften von Doha eine Woche vorher irritierte – ein mögliches Ablenkungsmanöver, hat der Chicago Marathon nun seine Elitefelder für das diesjährige Rennen bekannt gegeben. Zu den bereits kommunizierten Galen Rupp und Boston-Champ Lawrence Cherono kommen gleich vier weitere Läufer hinzu, die eine Bestleistung von unter 2:05 Stunden aufweisen.
 

Dichtes Männer-Feld

Farah liegt demnach in der nach persönlichen Bestleistungen gereihten Feld auf Platz sechs, Rupp gar nur auf Platz acht. Beide haben aber den Chicago Marathon bereits gewonnen genauso wie Dickson Chumba, der 2015 als Sieger das Ziel erreichte. Angeführt wird das Feld, das den Chicago Marathon wohl zum spitzensportlichen Marathon-Highlight des kommenden Herbsts macht, von Getaneh Molla, der im Jänner in Dubai mit einer Zeit von 2:03:34 Stunden gewann und damit das schnellste Marathon-Debüt aller Zeiten fabrizierte. Sein Landsmann Herpasa Negasa, der nur sechs Sekunden langsamer war, ist der zweite starke Äthiopier im Feld. Die Phalanx der Kenianer wird angeführt von Cherono, der bei einer Bestleistung von 2:04:06 Stunden hält, Chumba und Kenneth Kipkemoi, der Sieger des Rotterdam Marathon 2018, Dritter in Boston 2019 und Vorjares-Vierter. Dazu kommt der starke Halbmarathonläufer Bedan Karoki, dessen Generalprobe zuletzt in Buenos Aires in 59:05 Minuten äußerst flott ausfiel. Der fünfte sub-2:05-Läufer im Feld ist El Hassan El Abbassi, der für den Bahrain läuft und seit dem Valencia Marathon 2018 Asien-Rekordhalter ist.
 

Kosgei bereits jetzt haushohe Favoritin

So spektakulär das Starterfeld der Männer glänzt, so bescheiden tut dies das Feld der Frauen. Laut Einschätzung der US-amerikanischen Läufer-Plattform wird das weibliche Elitefeld das am schwächsten besetzte bei einem World Marathon Major seit dem Tokio Marathon 2017. Der alles überstrahlende Star ist Brigid Kosgei, die im Vorjahr in einer Spitzenzeit von 2:18:35 Stunden triumphierte hatte und heuer beim London mit einer Glanzleistung von 2:18:20 Stunden den prestigeträchtigsten Marathon-Triumph des Jahres nachlegte. In Chicago hat sie nicht zu befürchten, nicht zu gewinnen – so lange keine unerwarteten Ereignisse eintreffen. Denn nach der Absage von US-Star Amy Gragg haben nur vier weitere Läuferinnen eine Bestleistung von unter 2:28 Stunden. Madai Perez ist 39 und in den letzten 13 Jahren nur einmal (beim Chicago Marathon 2019) unter 2:25 Stunden gelaufen. Die Australierin Lisa Weightman, bereits 40, ist zwar in einer beachtlichen Form, bei ihrem ersten Marathon seit einem Jahr wird sie dennoch nicht um den Sieg mitlaufen können. Vielleicht gelingt der Sprung unter 2:25 Stunden. Daher bleiben mit der US-Amerikanerin Jordan Hasay und der Kenianerin Betsy Saina zwei theoretische Kontrahentinnen Kosgeis, die wohl nur um den Sieg fürchten muss, wenn die in letzter Zeit von Verletzungen geplagte Lokalmatadorin über sich hinaus wächst. Übrigens: Keine äthiopische Spitzenläuferin steht an der Startlinie des Chicago Marathon 2019.
 
 
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