Neuauflage des Duells Ronoh gegen Kiprotich

© SIP / René van Zee

Am heutigen Freitag fällt am Wörthersee der Startschuss in das abwechslungs- und facettenreiche Lauf-Wochenende Kärnten Läuft, welches im Kleine Zeitung Wörthersee Halbmarathon am Sonntagvormittag inklusive der ÖLV-Staatsmeisterschaften und Österreichischen Meisterschaften der Mastersklassen seinen sportlichen Höhepunkt findet. Insgesamt stehen an drei Wettkampftagen neun Wettbewerbe auf dem Programm, die in puncto Vielfalt und Abwechslungsreichtum kaum zu überbieten ist. Dadurch wird insbesondere Familien ein außergewöhnliches Angebot der sportlichen Aktivität. „Bewegung, Laufen, Spaß und Entertainment für die ganze Familie stehen bei uns auch nach 18 Jahren immer noch im Vordergrund“, so Veranstalter Michael Kummerer, der auch in diesem Jahr den Spagat zwischen spitzensportlicher Klasse und attraktivem Angebot für Freizeitläufer schaffte.
 
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Geoffrey Ronoh bei seinem Sieg im Vorjahr. © SIP / René van Zee
Glanzvolle Siegerliste

Viel Wert legt der Veranstalter von Österreichs größter Laufsport-Veranstaltung in den Sommermonaten traditionell auf die Besetzung des Halbmarathonlaufs der Männer, dessen Siegerliste keine geringeren als die Marathon-Stars Eliud Kipchoge und Wilson Kipsang umfasst. Auch in diesem Jahr geht ein international schlagkräftiges Starterfeld an den Start, welches durch die heimische Lauf-Elite verstärkt wird. Die Medaillenkandidaten und Anwärter auf die Spitzenplätze könnten von der prominenten Besetzung des Elitefelds bei prognostizierten guten Wetterbedingungen durchaus profitieren.
 

Ronoh gegen Kiprotich: Auf ein Neues

Der Favorit auf den Sieg ist Titelverteidiger und Streckenrekordhalter Geoffrey Ronoh, der vor fünf Jahren die schnellste je auf österreichischem Boden erzielte Halbmarathonzeit (59:45 Minuten) erzielte. Der 36-Jährige, der im vergangenen Jahr auch in der Wachau triumphierte, setzte sich im vergangenen Jahr in einem engen Zielspurt gegen Stephen Kiprotich durch. Der Routinier aus Uganda, Marathon-Olympiasieger von 2012 und -Weltmeister von 2013 ist auch in diesem Jahr der voraussichtlich größte Kontrahent des Kenianers. Beim Hamburg Halbmarathon Ende Juni gelang die Revanche, Kiprotich lag am Ende bei schwierigen Bedingungen knapp vor Ronoh. Weiters gehören der zweifache Linz-Marathon-Sieger Anthony Maritim, der somit mit besten Erinnerungen an Österreich nach Kärnten angereist ist, sowie seine Landsleute Laban Korir und Hillary Kimaiyo zu den Favoriten.
 

Mutmaßlich gedopter Läufer auf der Startliste

Der ursprünglich schnellste Teilnehmer laut Reihung der persönlichen Bestleistung, der Marokkaner Mustapha El Aziz ist seit gut einer Woche aufgrund eines laufenden Verfahrens wegen einer positiven Dopingprobe auf EPO von der Athletics Integrity Unit (AIU), der unabhängigen Kontrollbehörde des Leichtathletik-Weltverbandes (IAAF), provisorisch suspendiert und damit am Sonntag nicht startberechtigt. Dennoch schien sein Name bei der im Rahmen der heutigen Pressekonferenz ausgehändigten Startliste für den Sonntag auf und wurde auch in den Presseunterlagen als potentieller Kandidat auf den Sieg am Sonntag angekündigt.
 

WM-Generalprobe für Ketema und Meucci

Angesichts der Klasse des Feldes wird es für die österreichische Spitze rund um den nicht 100%ig fitten Lemawork Ketema (SVS Leichtathletik) und Peter Herzog (Union St. Pölten) schwierig, aber je nach Rennverlauf nicht unmöglich, auf einem Spitzenplatz zu landen. Interessante europäische Konkurrenz für die heimische Laufelite kommt vom ehemaligen Marathon-Europameister Daniele Meucci, der 2016 in Amsterdam die Bronzemedaille bei der Halbmarathon-EM holte. Wie für Ketema stellt der Kleine Zeitung Wörthersee Halbmarathon für den 33-Jährigen die wichtige Generalprobe für den WM-Marathon in Doha dar, für den der Italienische Leichtathletik-Verband (FIDAL) den Routinier bereits nominiert hat.
 

Spanierin fordert afrikanische Favoritinnen

Etwas weniger prominent besetzt ist das Rennen der Frauen, das von der Äthiopierin Likina Amebaw sowie den Kenianerinnen Caroline und Rebecca Korir sowie Joyline Chemutai angeführt wird. Amebebaw hat im Mai einen Halbmarathon im spanischen Gijon gewonnen, Rebecca Korir feierte ihr Highlight 2016 mit dem dritten Platz beim Rotterdam Marathon. Die Gestaltung des Starterfelds eröffnet der Favoritin auf den Staatsmeistertitel, Eva Wutti (SU Tri Styria) gute Möglichkeiten auf eine vorderer Platzierung, sofern sie sich in guter Form präsentiert. Neben der Kärntnerin sind die Spanierin Marta Galimany, die heuer beim Barcelona Halbmarathon eine persönliche Bestleistung von 1:12:29 Stunden erzielt hat und damit zu den Siegeskandidatinnen bei Kärnten Läuft 2019 gehört, die Deutsche Thea Heim und die Ungarin Tünde Szabo, 2017 Siegerin des Salzburg Marathon, die stärksten europäischen Läuferinnen im Feld.
Österreichs Lauf-Höhepunkt im Sommer findet in diesem Jahr zum 18. Mal statt. „Wir sind völljährig geworden“, grinst Kummerer, der sich auf ein erfolgreiches Lauf-Wochenende freut.
 
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Kärnten Läuft