Team-EM: Junges ÖLV-Team kämpft um Klassenerhalt

© Veranstalter Team-EM der zweiten Liga 2019

© ÖLV
Für den Klassenerhalt wird jeder einzelne Punkt wichtig sein. Diesem Satz aus der Vorschau des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (ÖLV) auf die am Wochenende anstehende Team-Europameisterschaft der zweiten Liga ist aus sportlicher Sicht nichts hinzuzufügen. Obwohl das durchaus beliebte und spannende Wettkampfformat als Nationen-Bewerb aufgebaut ist und somit das Team in den Vordergrund rückt, geht es in den einzelnen Disziplinen um die individuelle Leistung. Neben einigen Stars von internationalem Format wie EM-Medaillengewinner Lukas Weißhaidinger (ÖTB OÖ LA) oder Hürdensprinterin Beate Schrott (Union St. Pölten) stehen im 44 Athleten zählenden Aufgebot des ÖLV zahlreiche junge Leichtathletinnen und Leichtathleten, für die die Team-EM das internationale Highlight der Saison darstellt oder die rund einen Monat nach diversen internationalen Nachwuchsmeisterschaften noch einmal ihr Können im Vergleich mit europäischen Mitbewerbern zeigen wollen. „Unser Nationalteam bildet eine gute Mischung aus Routiniers und aufstrebenden Nachwuchsassen“, ist ÖLV-Sportkoordinator Hannes Gruber optimistisch. Vor zwei Jahren gelang in Tel Aviv der Klassenerhalt haarscharf, dank einer Modus-Änderung für die kommende Team-EM in zwei Jahren ist die Herausforderung dieses Mal eine größere. Statt drei steigen fünf Teams ab, Rang sieben ist daher das ambitionierte Ziel des rot-weiß-roten Teams. „Durch die Umstrukturierung wird es nicht leicht, aber der Verbleib in der zweiten Liga muss unser Ziel sein“, so Gruber. Jeder einzelne Punkt könnte dafür entscheidend sein, das hat Österreich sowohl beim Aufstieg 2015 als auch beim Klassenerhalt 2017 hautnah miterlebt.
 

Die Team-EM der zweiten Liga 2019

Die Gegner: An der Team-Europameisterschaft der zweiten Liga, die hinter der Super League und der ersten Liga das dritthöchste Leistungsniveau ist, nehmen laut den Ergebnissen der letzten Team-EM jene Nationen teil, die auf den Rängen 25 bis 36 platziert sind (als suspendiertes Mitglied fehlt Russland im Ranking, Anm.). Die Kontrahenten Österreichs sind Bulgarien, Dänemark, Estland, Georgien, Israel, Kroatien, Lettland, Luxemburg, Malta, Slowenien und Zypern. Auch wenn es sich von der Nationenstärke nicht um die europäische Elite handelt, sind neben Weißhaidinger weitere internationale Stars am Start. Dazu zählen die kroatische Sportgröße Sandra Perkovic genauso wie auch die Läuferinnen Lonah Chemtai-Salpeter, die für Israel den 5.000m-Lauf bestreiten wird, und die Dänin Anna Emilie Möller, die bei den U23-Europameisterschaften in Gävle die Goldmedaillen im 3.000m-Hindernislauf und über 5.000m gewonnen hat.
Der Modus: Es finden 22 Disziplinen pro Geschlecht statt. Pro Einzelbewerb erhält der Sieger bzw. die Siegerin zwölf Punkte, absteigend bis zu Rang zwölf jeweils einen Punkt weniger. Ein Nicht-Antreten, eine Disqualifikation oder ein fehlendes Ergebnis werden mit null Punkten quittiert. In der Addition der Punkte entsteht die finale Rangliste. Zu den Favoriten auf den Aufstieg zählt Österreich übrigens nicht: Slowenien, Dänemark, Bulgarien und Estland stellen die aussichtsreichsten Teams.
Der Austragungsort: Die Wettkämpfe der Team-EM der zweiten Liga gehen im Sloboda Stadion der kroatischen Kleinstadt Varazdin über die Bühne. Das Stadion war vor 30 Jahren Gastgeber der Junioren-Europameisterschaften und präsentiert sich mit einer neuen Laufbahn. Bis zu 2.800 Zuschauer finden auf den Tribünen Platz. Varazdin ist eine Stadt mit rund 47.000 Einwohnern im Landesinneren Kroatiens, einen Steinwurf von der nördlichen Grenze zu Slowenien entfernt und daher auch aus dem Osten und Süden Österreichs leicht erreichbar. Sportinfrastrukturelles Highlight der Stadt ist die Mehrzweckhalle „Varazdin Arena“, in der im vergangenen Jahrzehnt sowohl Handball-WM als auch -EM-Spiele der Männer stattgefunden haben.
 

© Veranstalter Team-EM der zweiten Liga 2019
Das Programm der Lauf-Entscheidungen

Samstag, 10. August um 17:45 Uhr: 800m-Lauf der Frauen mit Carina Schrempf (Union St. Pölten)
Samstag, 10. August um 17:55 Uhr: 1.500m-Lauf der Männer mit Nikolaus Franzmair (TGW Zehnkampf Union)
Samstag, 10. August um 18:05 Uhr: 3.000m-Lauf der Frauen mit Julia Mayer (DSG Wien)
Samstag, 10. August um 18:55 Uhr: 3.000m-Hindernislauf der Frauen mit Lena Millonig (ULC Riverside Mödling)
Samstag, 10. August um 19:15 Uhr: 5.000m-Lauf der Männer mit Andreas Vojta (team2012.at)
Sonntag, 11. August um 17:20 Uhr: 800m-Lauf der Männer mit Leon Kohn (SVS Leichtathletik)
Sonntag, 11. August um 17:30 Uhr: 1.500m-Lauf der Frauen mit Bianca Illmaier (KSV alutechnik)
Sonntag, 11. August um 17:45 Uhr: 3.000m-Hindernislauf der Männer mit Luca Sinn (UAB Athletics)
Sonntag, 11. August um 18:35 Uhr: 5.000m-Lauf der Frauen mit Julia Mayer (DSG Wien)
Sonntag, 11. August um 19:00 Uhr: 3.000m-Lauf der Männer mit Andreas Vojta (team2012.at)
 
Der Veranstalter bietet einen Live-Stream auf der Event-Homepage an.
 

Vojta als Punktelieferant

Der aussichtsreiche österreichische Läufer auf eine hohe Anzahl an Punkten ist Andreas Vojta und das nicht nur aufgrund der Tatsache, dass er gleich zweimal am Start ist. Im 5.000m-Lauf führt der 30-Jährige die Meldeliste laut Saisonbestleistungen an, der Israeli Tadesse Getahon, Silbermedaillengewinner bei der U23-EM über 10.000m, ist sein härtester Kontrahent. Über 3.000m kämpft der Niederösterreicher voraussichtlich gegen den Bulgaren Ivo Balabanov und den Letten Ugis Jocis um den Sieg. Ebenfalls viele Punkte erwartbar sind von Luca Sinn, der im 3.000m-Lauf hinter dem bulgarischen Favoriten Mitko Tsenov, für den es um seinen fünften Sieg bei Team-Europameisterschaften geht, zum Kreis der Stockerl-Anwärter gehört.
Ansonsten ist das Laufteam in der ÖLV-Nationalmannschaft, das auf die nicht fitte Nada Ina Pauer (SVS Leichtathletik) und auf die talentierten Carina Reicht (run2gether, Saison bereits beendet) und Albert Kokaly (DSG Maria Elend, Ohren-OP) verzichten muss, in vielen Laufentscheidungen in der Rolle des Außenseiters, wo die individuelle Leistung und das fleißige Punktesammeln im Vordergrund steht. Das 800m-Feld der Männer mit Leon Kohn wird angeführt von Andreas Bube aus Dänemark, der bei Team-Europameisterschaften schon siebenmal aufs Podest gelaufen ist, und Zan Rudolf aus Slowenien, im 800m-Lauf der Frauen mit Carina Schrempf ist die Lettin Liga Velvere die haushohe Favoritin. Nikolaus Franzmair trifft im 1.500m-Lauf auf ein offenes Feld und befindet sich mit seinen Vorleistungen im hinteren Mittelfeld. Eine schwere Aufgabe hat Bianca Illmaier bei den Frauen zu erledigen, denn sie ist die zweitlangsamste laut Vorleistungen. Auch Julia Mayer ist auf den beiden Langstrecken krasse Außenseiterin. Über 5.000m steht sie neben der Israelin Lonah Chemtai-Salpeter, eine sub-2:20-Marathonläuferin und amtierende Europameisterin im 10.000m-Lauf, an der Startlinie. Im 3.000m-Lauf ist überraschende Junioren-Europameisterin im 5.000m-Lauf, Klara Lukan die interessanteste Gegnerin. Lena Millonig bestreitet nach einer langen Verletzungspause ihren ersten 3.000m-Hindernislauf des Jahres. Angeführt wird das Feld von der Slowenin Marusa Mismas. Im laufenden Kalenderjahr war in Europa lediglich die zweifache Europameisterin Gesa Felicitas Krause schneller als die 24-Jährige.
 
 
Der RunAustria-Vorbericht auf die Team-EM der Super League: Polen fordert Titelverteidiger Deutschland
Der RunAustria-Vorbericht auf die Team-EM der ersten und dritten Liga: Norwegens Stars vor heimischem Publikum um Aufstieg
 
 
Team-Europameisterschaft der zweiten Liga in Varazdin
European Athletics