Morgenstund hat Gold im Mund

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Besonders in Zeiten der Sommerhitze ist die Laufrunde in den frühen Morgenstunden beliebter als zu jeder anderen Zeit. Die Erdneigung mit dem frühen Sonnenaufgang in der durch die Nachtstunden abgekühlten Luft sorgt für optimierte Laufbedingungen. Morgenläufe mögen zwar nicht nur für Langschläfer oft schwieriger einzuplanen sein als Abendläufe, die Sportwissenschaft gibt ihnen allerdings den Vorzug. Für den menschlichen Biorhythmus ist es günstiger, in Zeitspannen der vollen Aufmerksamkeit (z.B. nach der ausgiebigen Erholungsphase in der Nacht) den Körper sportlich zu betätigen als in den Stunden vor der anstehenden Erholungsphase von den Anstrengungen des Tages.
 

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Effektive Kalorienverbrennung

Auch die Waage ist mit Morgenläufen eher einverstanden. Laut einer aktuellen US-amerikanischen Studie, erschienen im „The International Journal of Obesity“ und zitiert in der New York Times, verbrennen Menschen nach einer sportlichen Einheit am Morgen mehr Kalorien als jene, die dieselbe Einheit abends absolvieren. Diese Erkenntnisse gehen aus einer gemeinsamen Studie der Universitäten von North Carolina, Kansas und Colorado hervor. 100 übergewichtige, vor Studienbeginn inaktive junge Frauen und Männer absolvierten fünfmal wöchentlich ein Trainingsprogramm in einem Labor, welches pro Sitzung bis zu 600 Kalorien verbrennen sollte. Nach zehn Monaten hatte fast jeder Proband an Gewicht verloren, allerdings in einem deutlich unterschiedlichen Ausmaß. Obwohl das Training wie auch die Ernährung unter Beobachtung der Wissenschaftler standen.
Das Labor stand den Probenden von 7 am Morgen bis 7 am Abend zur Verfügung. In einer Nachanalyse fiel den Wissenschaftlern auf, dass jene Probandinnen und Probanden, die regelmäßig vor 12 Uhr mittags trainierten, wesentlich mehr Gewicht reduzieren konnten als jene, die nach 15 Uhr trainierten (am frühen Nachmittag trainierten nur sehr wenige Probanden, Anm.). Außerdem kamen sie zur Erkenntnis, dass die Morgensportler den ganzen Tag etwas aktiver waren und etwas weniger aßen als die Abendsportler. Diese Unterschiede waren zwar gering, könnten aber laut Meinung des Studienleiters Dr. Erik Willis den Effekt verstärkt haben.
 

Keinesfalls das Frühstück vergessen!

Jedem Morgenläufer stellt sich eine automatische Frage: Frühstück oder nicht? Grundsätzlich ist es empfehlenswert, vor jedem Lauf dem Körper Energie bereitzustellen. Am besten in bekömmlicher Form. Insbesondere, wenn zwischen Frühstück und Start in den Morgenlauf nur eine kurze Zeitspanne ist und der Körper sensibel reagiert. Wichtig ist die ausreichende Zufuhr von Kohlenhydraten (z.B. Vollkornbrot) und Proteine (z.B. Milchprodukte). Auch eine gezielte Ernährung während der Laufeinheit ist eine gute Möglichkeit. Nüchterne Morgenläufe können freilich ein gezieltes Element innerhalb eines Trainingsplans sein, dann folgt das Frühstück nach der üblicherweise nicht allzu langen, lockeren sportlichen Einheit.
Das Frühstück auszulassen, ist dagegen aus medizinischer Sicht keine gute Idee. Laut einer aktuellen, im Fachmagazin „European Journal of Preventive Cardiology“ publizierten Studienanalyse brasilianischer Forscher führt das Auslassen des Frühstücks in Verbindung mit ausgiebigen Mahlzeiten am späteren Abend des Vortages zu einem vier- bis fünffach höheren Risiko von Herzerkrankungen. Frühere Studien kamen zum Ergebnis, dass Menschen, die das Frühstück auslassen, häufiger unter Diabetes und Artherosklerose leiden.