Berlin Marathon verpflichtet äthiopische Marathon-Elite

© SIP / Johannes Langer

In den letzten Jahren galt beim Berlin Marathon eine Regel: Wenn Eliud Kipchoge am Start war, gewann er. Und das meistens mit überragenden Leistungen, nicht nur bei seinem Weltrekordlauf im Vorjahr. 2019 ist ein Jahr, in dem Kipchoge den Berlin Marathon auslässt und stattdessen in Wien bei der INEOS 1:59 challenge startet. Den Verlust des weltbesten Marathonläufers machte Rennleiter Mark Milde mit den Verpflichtungen hochkarätiger äthiopischer Marathonläufer wett. „Wir erwachten ein hochklassiges Rennen. Sicherlich keine Weltrekord-Jagd, aber trotzdem mit schnellen Zeiten“, erklärt der Deutsche. „Mit ein bisschen Glück werden wir ein spannendes Rennen um den Sieg bis in der Schlussphase erleben.“
 

Comeback von Guye Adola

Ein Mann, der mit dem Berlin Marathon beste Erfahrungen gemacht hat, kehrt heuer wieder in die deutsche Hauptstadt zurück und sucht einen Ausweg aus seiner kleinen sportlichen Krise. Keiner kam Kipchoge in Berlin so nahe wie der heute 28-jährige Guye Adola, der bei seinem Marathon-Debüt 2017 über sich hinauswuchs, lange führte und in einer Zeit von 2:03:46 Stunden das schnellste Marathon-Debüt aller Zeiten fabrizierte. Seither steckt aber mächtig Sand im Getriebe des Äthiopiers, der in jungen Jahren ein Weltklasseläufer im Halbmarathon war. Diverse Verletzungen verhinderten weitere Glanzleistungen. Im März kehrte er mit dem Sieg beim Rom-Ostia-Halbmarathon zurück auf die Siegerstraße, auf eine zweite Zielankunft bei einem Marathon wartet der Äthiopier aber weiterhin.
 

Guye Adola beim Berlin Marathon 2017. © SIP / Johannes Langer
 

Ein Garant schneller Zeiten

Sportlicher Favorit könnte Leul Gebrselassie sein. Der 25-Jährige feierte beim Dubai Marathon 2018 in einer Zeit von 2:04:02 Stunden seine erfolgreiche Premiere mit Rang zwei und donnerte beim Valencia Marathon 2018 in einer Zeit von 2:04:31 Stunden einen neuen Streckenrekord auf den Asphalt. Eine derartige Konstanz auf diesem Niveau konnte 2018 nur Kipchoge nachweisen. Seinen mit Abstand schwächsten Marathon lieferte der Äthiopier bei seinem Debüt bei einem World Marathon Major im April in London, als er in einer Zeit von 2:07:15 Stunden als Achter ins Ziel kam.
Die Phalanx der starken Äthiopier in Berlin komplettieren der ehemalige VCM-Sieger Sisay Lemma, der ähnlich wie Gebrselassie nach einer starken Marathon-Saison 2018 in seinem Frühlingsmarathon nicht überzeugen konnte, und der diesjährige Tokio-Marathon-Sieger Birhanu Legese. Lemma beendete den Boston Marathon 2019 lediglich auf Rang 30, war aber nicht in bester Verfassung. Der 24-jährige Legese blieb bei zwei seiner drei Marathons unter 2:05 Stunden.
Die Chancen auf einen äthiopischen Sieg beim BMW Berlin Marathon 2019 stehen also laut heutigem Wissensstand bei laufenden Verhandlungen mit weiteren Athleten gut. Dabei ist die deutsche Hauptstadt eine Hochburg der Kenianer. In den letzten zehn Jahren gab es nur einen äthiopischen Sieg, jenen durch Kenenisa Bekele im Jahr 2016.
 
 
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