Zecken lieben Läufer

Beim Lauf über einen Wiesenweg gilt erhöhte Aufmerksamkeit. © Adobe Stock

Je schöner das Wetter, je höher die Temperaturen, desto attraktiver ist ein Lauf durch den Wald, über Wiesen. Zusätzlich zum Lauferlebnis gefällt das erfrischende Grün. Im Grün lauert jedoch ein Parasit, der Läufer liebt: die Zecke. Auf Grashalmen, Büschen oder im Gestrüpp auf den Wirt lauernd halten sich Zecken bei nur geringstem Kontakt am Menschen fest und suchen geduldig nach der idealen Einstichstelle auf der Haut, um sich mit menschlichem Blut vollzusaugen. Das Ärgerliche daran: Die Zecken betäuben die Einstichstelle, das Opfer spürt den Stich nicht, sondern kann ihn nur visuell oder durch Abtasten erkennen.
 

Beim Lauf über einen Wiesenweg gilt erhöhte Aufmerksamkeit. © Adobe Stock
Im Osten und im Süden verbreitet

Die Zecke ist auch in Österreich heimisch. Vor allen Dingen im östlichen und südlichen Teil des Landes, aber auch im Streifen entlang der Donau und in weiteren Kleingebieten in der Nähe von Seen und Flüssen ist das Risiko, von Zecken gestochen zu werden, verbreitet. Um sich vor lästigen Aufeinandertreffen mit dem kleinen Spinnentier zu schützen, hilft lediglich, Laufstrecken im Grünen zu vermeiden oder lange Laufkleidung zu tragen. Zecken reagieren nämlich positiv auf Schweiß, weshalb Sportler prinzipiell unter die bevorzugten Opfer fallen. Auch hohe Socken oder Laufstrümpfe schützen.
Da Zecken häufig unentdeckt bleiben, ist der wichtigste Tipp, beim Duschen nach dem Laufen die Körperfläche gezielt nach Zecken abzusuchen. Der Parasit bevorzugt weiche Körperstellen, bis sich eine Zecke festgesetzt hat und es zur Übertragung der Borrelien kommt, vergehen nicht selten Stunden. Sollte der Stich bereits erfolgt sein, reduziert man das Risiko einer Infizierung mit einer Krankheit, je eher man die Zecke durch vorsichtiges Herausziehen mit einer Pinzette entfernt und die Wunde desinfiziert. Vor allem Haustierbesitzer sollten achtsam sein, weil Zecken oft über die Haustiere den „Sprung“ zum Menschen schaffen. Ist man achtsam, nimmt ein Zeckenstich meist ein glimpfliches Ende.
 

Erkrankungsgefahr

Bei weitem nicht jede Zecke überträgt Krankheiten, der Großteil der Stiche bringt abgesehen von einer erröteten Stelle keine Schäden. Selbst bei einer Infizierung ist es nicht obligatorisch, dass die Krankheit ausbricht. Die am häufigsten übertragene Krankheit ist die Borreliose, für die es keinen medikamentösen Präventivschutz gibt. Laut einer Erhebung der MedUni Wien im Jahr 2017 ist fast jede dritte österreichische Zecke mit einem Borrelium infiziert und könnte theoretisch den Erreger weitergeben. Bei einer Übertragung ist eine Behandlung mit Antibiotika unabdingbar, um schwere Folgeerkrankungen zu vermeiden. Die gefährlichere Krankheit, die durch Zecken übertragen werden, ist der FSME-Virus. Es handelt sich um eine Art der Hirnhautentzündung, die im schlimmsten Fall tödlich verlaufen könnte. In den überwiegenden Fällen wird eine FSME-Infizierung aber in einer Form einer Krankheit überstanden, die einem schweren grippalen Infekt ähnelt.
In Österreich wird jährlich eine hohe zweistellige oder niedrige dreistellige Zahl an Krankheitsfällen registriert. In Risikogebieten kann über einen Impfschutz nachgedacht werden. Aber vor allem sollte in diesen Risikogebieten vor dem Start von Laufausflügen die Gefahr bewusst präsent sein.
 
 
Weiterführende Informationen: AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)