Britischer Dopingskandal verheimlicht?

Wurden in den Jahren der Amtszeit von Lamine Diack Dopingfälle prominenter britischer Leichtathleten unter den Tisch gekehrt? Diese Frage stellt sich nach einem Bericht der ARD, die Einsicht in einen 90-seitigen Bericht des französischen Staatsanwalt hatte, der die Ermittlungen gegen den unter Hausarrest stehenden Senegalesen leitet. Darin ist die Rede von einer E-Mail des ehemaligen IAAF-Schatzmeister und Kopf des russischen Dopingskandals, Valentin Balakhnichev. Darin soll der Russe in Bezug nehmend auf einige Blutpässe britischer Athleten geschrieben haben: „Zu unserem Erstaunen fanden wir darauf gewisse Hochleistungsathleten aus Großbritannien, einschließlich des Olympiasiegers und der Sportikone dieses besagten Landes. Die Frage, die wir uns stellen, ist, warum die IAAF die britische Leichtathletik nicht aufgefordert hat, diese Athleten zu sanktionieren.“
In der Amtszeit von Lamine Diack florierte Korruption und Betrug im Leichtathletik-Weltverband. So wurde systematisches Doping in Russland und der Türkei bei erfolgten Geldflüssen toleriert. Das entspricht dem bisherigen Wissenstand. Der russische Leichtathletik-Verband (RusAF) ist aufgrund dieses Skandals seit fast vier Jahren suspendiert.