Fantastische Starterfelder auf schneller Strecke in Houston

Ruti Aga beim Berlin Marathon 2018, wo sie den starken zweiten Platz belegte. © SIP / Johannes Langer

Mit dem Houston Marathon startet der US-Laufsport mit seiner ersten großen Lauf-Veranstaltung ins Jahr. Wie schon in den letzten Jahren bilden allerdings die Halbmarathon-Rennen auf der schnellen Strecke in der viertgrößten Stadt der USA am Golf von Mexiko die sportlichen Höhepunkte. Nie waren die Elitefelder so stark besetzt wie in diesem Jahr und ausgerechnet heuer könnten die äußeren Bedingungen Spitzenleistungen zu lassen. Für afrikanische Vorlieben wird es allerdings kühl: Beim Start um 7 Uhr morgens Ortszeit soll es für Houston unüblich frische 2-3°C haben, die dann im Laufe des Vormittags auf eine Temperatur von rund 13°C ansteigen sollen. Der Wind ist in Houston wie immer ein Fragezeichen.
 

Ruti Aga beim Berlin Marathon 2018, wo sie den starken zweiten Platz belegte. © SIP / Johannes Langer
 

Sechs Läuferinnen unter 1:07 Minuten

Besonders stark besetzt ist das Starterfeld im Frauen-Rennen, in dem mit Ruti Aga (Titelverteidigerin) und Mary Wacera (Streckenrekordhalterin) gleich zwei ehemalige Siegerinnen am Start stehen. Favorisiert ist allerdings Fancy Chemutai aus Kenia, die 2018 in RAK Halbmarathon nur um eine Sekunde am Weltrekord von Joyciline Jepkosgei vorbeigelaufen ist. Die zweite Läuferin mit einer Bestleistung von unter 1:06 Stunden ist Edith Chelimo, im Vorjahr Fünfte in Houston und Dritte in Valencia. Die Spitze des Elitefelds ergänzen Berlin-Marathon-Siegerin Gladys Cherono, Mary Wacera, Chicago-Marathon-Siegerin Brigid Kosei, die zuletzt beim Silvesterlauf in Madrid eine Glanzleistung ablieferte, und Titelverteidigerin Ruti Aga, die 2018 vor Wacera gewann. Die stärksten US-Amerikanerinnen im Rennen sind Emily Sisson und die ehemalige US-Amerikanerin Sally Kipyego, die nur bei idealen Bedingungen in Richtung des im Vorjahr aufgestellten Landesrekord von Molly Huddle spitzeln dürfen. Während Sisson, schnellste US-Halbmarathon-Debütantin aller Zeiten, in starker Form nach Houston kommt, feiert Kipyego ihr Comeback nach einer Babypause gefolgt von einer Malaria-Erkrankung, die ihren Start beim New York City Marathon 2018 vermasselte.
 

Duell Yimer gegen Karoki

Durch die Last-Minute-Verpflichtung des Äthiopiers Jemal Yimer feiert der Houston Halbmarathon ein hochklassiges Duell zwischen dem jungen Äthiopier und dem kenianischen Halbmarathon-Star Bedan Karoki – womit auch der starke Streckenrekord von Feyisa Lilesa (59:22 Minuten) aus dem Jahr 2012 in den Fokus rückt, wenngleich seither in Houston niemand mehr unter einer Stunde gelaufen ist. Das ist allerdings mit der Nummer drei und der Nummer sechs der ewigen Bestenliste des Leichtathletik-Weltverband (IAAF) im Rennen erwartbar, selbst wenn der Wind mitmischt. Die weiteren vier Teilnehmer mit Bestleistungen unter einer Stunde sind der äthiopische Marathon-Spitzenmann Shura Kitata, der Kenianer Bernard Ngeno, der für den Bahrain laufende El Hassan El Abassi und der Kenianer Geoffrey Koech. Die stärksten Amerikaner im Rennen sind Diego Estrada, Luke Puskedra und Shadrack Biwott, einen europäischen Touch bringt der Walister Dewi Griffiths ins Rennen.
 

Degefa strebt nach drittem Houston-Sieg

Obwohl die Marathon-Felder spitzensportlich bei weitem nicht mit so einer hohen Qualität besetzt sind wie jene im Halbmarathon, zahlt sich ein Spitzenresultat aus. Die Sieger im Marathon erhalten nämlich mehr als das doppelte Preisgeld im Vergleich zu den Halbmarathon-Siegern. Bei den Frauen läuft die 40-jährige Kara Goucher ihren ersten Marathon seit den Olympia-Trials 2016, als sie in Los Angeles nur Vierte wurde. Gegenüber Runner’sWorld.com sagte sie allerdings, dass sie mehr aus Liebe zum Laufsport als mit spitzensportlicher Ambition antritt. Favoritin ist die Titelverteidigerin Biruktayit Degefa, die für den 13. äthiopischen Sieg in Folge in Houston sorgen könnte. Bei den Männern führt Abayneh Ayele aus Äthiopien die Meldeliste an. Für den Fieg in Frage kommen außerdem seine Landsleute Yitayal Atnafu und Birhanu Gedefa sowie die Kenianer Dominic Ondoro, der 2017 gewann, und Albert Korir.
 
 
Houston Marathon