Laufvergnügen bei Schnee und Kälte

© Adobe Stock / Alexander Rochau

Skandinavische Luft über Österreich und die herrlich weiße Kulisse bilden einen faszinierenden Rahmen für winterliche Laufausflüge. Laufschuhe mit gutem Halt, Laufsocken, die zusätzlich vor Feuchtigkeit und Nässe schützen, auf bessere Sichtbarkeit achten – und schon kann es losgehen. Auch wer bereits an den Gedanken der Temperaturen vor der Haustür zu frösteln beginnt, sollte keine zu dicke Kleidungsschicht wählen – denn ansonsten ist die Gefahr vor Überhitzung und starkem Schwitzen unter der Kleidung während der sportlichen Einheit zu groß. Experten empfehlen, sich beim Laufen so zu kleiden, als wäre es 10-20°C wärmer als die Realtemperatur. Ein guter Tipp ist ein kurzes Indoor-Aufwärmtraining, das den Körper auf Betriebstemperatur bringt, bevor er der kalten Luft begegnet.
 

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Pulverschnee und spannende Trainingsreize

Die aktuellen Wetterbedingungen bringen spannende Herausforderungen für Laufbegeisterte. So ist ein Lauf über frischem Pulverschnee ein Highlight für viele Läuferinnen und Läufer. Wichtig ist, dass bei diesem Vergnügen der ständige Sichtkontakt zum Boden nicht abreißt. Das Laufen auf Schnee erfordert höchste Konzentration, dazu kommt die Gefahr des Rutschens und eine höhere Beanspruchung der Muskulatur, der Bänder und Sehnen. Dafür profitiert der Läufer neben der attraktiven Abwechslung ein vielfältiges Training der Muskulatur im Rumpf und den Beinen sowie das Training des Gleichgewichtssinns und der Körperbalance. Auf Straßen und Wegen, auf denen der Schnee bereits länger liegt oder angedrückt wurde, ist das Verletzungsrisiko deutlich größer.
 

Kalte Luft in den Atemwegen

Einer wichtigen Rolle kommt der Atmung zu. Denn bei kalter Außenluft ist die strikte Sauerstoffaufnahme durch die Nase, wo die Luft in den Schleimhäuten erwärmt wird, Voraussetzung. Trotzdem kann das Einatmen kalter Luft schmerzen, besonders wenn die Luft ungewohnt trocken ist. Generelle Gefahr, dass zu kalte Luft die Lunge erreicht, besteht nicht. Normalerweise legt sich das unangenehme, brennende Gefühl nach wenigen Atemzügen. Ansonsten hilft ein über die Nase gezogenes Halstuch, eine Sturmhaube oder eine vorgehaltene Hand.
 

Gestärktes Immunsystem

Durch den ständigen Wechsel zwischen wohlig-warmen Innen- und winterlich-kalten Außentemperaturen und der erhöhten Anzahl von Viren und Krankheitserregern im gesellschaftlichen Umlauf ist die Bedeutung des Immunsystems im Winter noch wichtiger als in anderen Jahreszeiten. Wer glaubt, Sport im Freien schwächt aufgrund der Kälte das menschliche Immunsystem, irrt. Bis zum Temperaturen von ca. -10°C ist sogar das Gegenteil der Fall. Bewegung an der frischen Winterluft stärkt das Immunsystem langfristig und erhöht somit auch die Lebensqualität in der kalten Jahreszeit deutlich, sofern alles innerhalb des individuellen Leistungsrahmens stattfindet. Da der Körper unmittelbar nach der sportlichen Belastung etwas geschwächt ist, ist es sehr empfehlenswert, unmittelbar nach dem Trainingsende einen warmen Raum aufzusuchen, zu duschen oder zumindest dementsprechend das Outfit anzupassen. Wer zu intensiv und zu oft trainiert oder Regenerationszeiten missachtet, schwächt sein Immunsystem generell. Das ist auch der Grund, warum Spitzensportler in der für sie wichtigen Aufbautrainingsphase für die kommende Saison, im Winter anfällig für Erkältungen und Erkrankungen sind. Ein Trainingslager in wärmeren Gefilden macht auch unter diesem Gesichtspunkt Sinn.
 

Vollständige Genesung bei Erkrankungen

Die Vorzüge des Outdoor-Sports im Winter genießen natürlich nur all diejenigen, die absolut gesund sind. Wer bereits unter einem geschwächten Immunsystem leidet und nicht 100% fit ist, sollte die Laufschuhe lieber in der Ecke stehen lassen. Denn wie immer gilt vollständige Erholung und Gesundung als oberste Priorität. Bei grippalen oder bakteriellen Infekten, Fieber, Gliederschmerzen oder unüblich erhöhtem Ruhepuls gilt die Devise: vollständige Erholung, zwei bis drei Tage Pause nach der Genesung und ein langsamer Wiedereinstieg ins Training. Bei leichten Erkältungen oder Halsschmerzen ist ein Lauftraining in reduziertem Umfang und reduzierter Intensität in der Regel kein Problem. Sogar im Gegenteil: Durch die erhöhte Adrenalin-Ausschüttung findet der Körper Kräfte, eine leichte Verkühlung schneller zu bekämpfen. Alternativ ist eine flotte Winterwanderung eine wohltuende und effektive Variante.